Bonn: Insektenreste greifen den Lack an

Bonn : Insektenreste greifen den Lack an

Die Zeugnisse der frühsommerlichen Witterung finden sich an der Fahrzeugfront. Zerplatzte Insekten. Doch wie kann man diese Reste am besten beseitigen? „Der Fliegenschwamm ist nur für die Frontscheibe geeignet“, rät Ulrich Köster vom Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK) in Bonn.

Sein erster Tipp: Auf keinen Fall mit einem dieser meist gelben Insekten- oder Fliegenschwämme wild drauflos rubbeln. Die sind ausschließlich für die Frontscheibe geeignet. Auf Lack und modernen Kunststoffscheinwerfern hinterlassen sie tiefe Kratzer.

Dort hilft nur, die Reste gründlich einzuweichen und mit viel Wasser und einer weichen Bürste oder einem Schwamm behutsam abzuwaschen. Vor guten Waschanlagen steht meist ein Sprühgerät mit Insektenlöser. Vor der Wäsche satt auftragen, zwei bis fünf Minuten einweichen lassen und dann erst in die Anlage einfahren. Insektenentferner nicht in praller Sonne anwenden.

„Selbstwäscher sollten sich im Fachhandel einen Insekten-Entferner besorgen. Markenprodukte leisten in der Regel gute Dienste und greifen weder Lack noch Kunststoff an“, schildert Köster seine Erfahrungen und „Vorsicht - nicht in praller Sonne anwenden und keinesfalls eintrocknen lassen, sonst können Flecken entstehen“.

Vergessen sollte man den Tipp, nasse Zeitungen auf den Lack zu legen, um die Mückenleichen so einzuweichen. Denn das Papier ist bedruckt, Druckerschwärze enthält Fett und hinterlässt einen Grauschleier auf dem Lack. Wenn es ganz dumm läuft, erhält man einen Negativabdruck der Schlagzeilen auf der Motorhaube. Besser funktioniert Küchenkrepp, in drei Lagen aufgelegt. Das ist in den besseren Qualitäten auch nass noch reißfest und trocknet nicht so schnell aus.

Grundsätzlich sollte man wissen, Insektenschmutz greift den Lack an. Die winzigen Verdauungsapparate der Tiere enthalten kleine Mengen an Magensäure. Die frisst Löcher in die Farbe. Je länger die Einwirkzeit, umso tiefer. Davon bildet sich zwar nicht sofort Rost, aber der Lack wird stumpf und muss dann mühsam wieder aufpoliert werden. Und auf der Frontscheibe stören die Flecken den Durchblick. Da geht es schlicht um die Sicherheit.

„Natürlich kann man den Belag mit der Scheibenwaschanlage wegspülen, das ist aber die teuerste Methode“, gibt der ZDK-Fachmann zu bedenken: „Nicht nur wegen des Verbrauchs an teurem Scheibenreiniger, sondern weil die Wischgummis das Gerubbel über die scharfkantigen Chitin-Panzer der Insekten gar nicht mögen“. Besser: Mit viel Wasser und einem Spritzer Insektenentferner den Schmutz einweichen und dann mit einem guten Fliegenschwamm wegrubbeln. Anschließend gut nachspülen - fertig.

(nom)
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