München: Hyundai Tucson: Solides Auto mit wenigen Schwachstellen

München: Hyundai Tucson: Solides Auto mit wenigen Schwachstellen

Dem Namen nach ist der Hyundai Tucson einer aus dem Wilden Westen, die gleichnamige Stadt liegt im US-Bundesstaat Arizona. Aber ein wilder Westmann war der Tucson nie.

Eher ein solides Auto, mit dem sich der südkoreanische Hersteller frühzeitig ein gutes Stück Marktanteil im Bereich der günstigen SUV-Mittelklasse erobert hat.

Gebaut wurde der Tucson lediglich zwischen 2004 bis 2010. Grund dafür ist nicht Erfolglosigkeit. Vielmehr hat der Hersteller im Zuge seiner weltweiten Marktoffensive die individuelle Modellbezeichnung zugunsten einer global nutzbaren Durchnummerierung aufgegeben.

So ist der Nachfolger des Tucson seit 2010 als ix35 unterwegs. Der TÜV Report 2011 bescheinigt dem Auto Zuverlässigkeit. „Das Bild, das der Tucson bei der TÜV-Prüfung abliefert, ist Durchschnitt, eine wirkliche Schwachstelle leistet er sich nur beim überdurchschnittlichen Verschleiß an der Vorderachse”, sagt TÜV-Süd-Experte Philip Puls in München nach Auswertung der Prüfprotokolle.

Diese besagen auch: Bei Rost, Lenkung, Bremsleitungen und Auspuff schneidet der Kompakt-SUV besser ab als der Durchschnitt der im TÜV-Report bewerteten Fahrzeuge. Frühzeitigen Verschleiß stellen die Prüfer dagegen bei den Bremsscheiben fest.

An erhöhter Beanspruchung durch den Einsatz im Gelände liegt das nicht, denn der Tucson ist offenbar zumeist auf Asphalt im Einsatz. Die Szene rümpfte 2004 die Nase, als Hyundai seinen kleinen SUV auch in einer Variante lediglich mit Vorderradantrieb auf den Markt brachte.

Im Nachhinein kann festgestellt werden, dass die Südkoreaner hier frühzeitig die Bedürfnisse der SUV-Generation erkannten: „Rund 80 Prozent der Tucson-Käufer verzichteten auf den Allradantrieb”, sagt Hyundai-Sprecher Thomas Rauh. Der insgesamt ordentliche Eindruck, den der Tucson beim TÜV Süd hinterlässt, bestätigt sich in den einschlägigen Foren.

Dort überwiegt das Lob, wird das Auto als preiswert, zuverlässig und ausreichend motorisiert beschrieben. Letzteres gilt allerdings erst ab 140 PS aufwärts. Wenig Begeisterung löste das ursprünglich zum Einsatz gekommene Aggregat mit 113 PS aus. Dies betraf auch die Variante als Selbstzünder.

Beim Benzinverbrauch fährt der Tucson eher hinterher. Der Diesel benötigt etwa acht Liter pro 100 Kilometer, beim Benziner wird es schnell zweistellig. Für einen Kompakt-SUV ist das nicht zeitgemäß. Auch sonst kann Hyundai auf der Umweltseite kaum punkten: So reicht es für die frühen Modelle gerade mal für Euro-3-Norm.

Anders ist es bei der Preisgestaltung: Fahrzeuge ab Baujahr 2006 mit etwa 50.000 Kilometer auf dem Tachometer werden unter 10.000 Euro angeboten.

Mehr von Aachener Nachrichten