Hyundai Kona 1.0 T-GDI Style

Fahrbericht : Der neue Hyundai Kona ist ein guter Begleiter im Alltag

Rote Sicherheitsgurte, rote Ziernähte an den Ledersitzen - in Sportwagen sieht man derlei Zierrat oft. Oder aber im Hyundai Kona. Hier unterstreichen sie gemeinsam mit gleichfarbigen Blenden an Start-Stopp-Knopf und Lüftungsdüsen den frischen Auftritt des kompakten SUV.

Noch bevor ein Blick in den Innenraum des 4,16 Meter langen Viertürers gefallen ist, sorgt die moderne und ausdrucksstarke Gestaltung der Karosserie für Aufmerksamkeit.

Vor allem die geteilte Anordnung der vorderen Leuchten hebt den Kona aus der Menge der Wettbewerber hervor. Wie zwei schmale Schlitze liegen die Tagfahrlichter fast schon auf der Motorhaube, während die Hauptscheinwerfer direkt an die rustikal wirkende Beplankung der Radhäuser anschließen. Der wuchtige Kühlergrill, die dynamische Linienführung in der Seitenansicht sowie die dreidimensionalen Leuchten und der angedeutete Unterfahrschutz am Heck steuern dazu bei, dem kleinen Hyundai zu einem durchaus kraftvollen Auftritt zu verhelfen.

Das Passagierabteil wird von der klaren und modernen Formensprache des koreanischen Herstellers dominiert. Der folgt ebenfalls der Instrumententräger, der übersichtlich gestaltet ist und auf jeglichen Schnickschnack verzichtet. Der Acht-Zoll-Touchscreen (850 Euro) für die Anzeige von Navigation, Audiosystem und dem Bild der Rückfahrkamera liegt in angenehmer Höhe und ist gut erreichbar. Schalter und Tasten geben eine gute Rückmeldung und schon nach kurzer Zeit erfolgt die Bedienung ganz intuitiv. Passend dazu lassen sich die gewählten Materialien angenehm anfassen. Dass Hyundai bei der Verarbeitung viel Wert auf eine gute Verarbeitung legt, ist auch im Kona zu erkennen.

Nichts zu bemängeln gibt es am Raumangebot für alle Insassen. Anders als beim baugleichen Kia Stonic fällt sogar der Platz für die Knie der Fondpassagiere etwas großzügiger aus. Kompakter gebaute Sitze sind unter anderem ein Grund dafür. Dennoch mangelt es auf der Rückbank keineswegs an Komfort, da die Polster bequem geschnitten sind. Sogar an eine einigermaßen ausreichende Beinauflage auf der Rückbank haben die Hyundai-Ingenieure gedacht. Störend ist hier einzig, dass sich die Kopfstützen nicht sehr weit herausziehen lassen.

Während diverse Ablagemöglichkeiten in der Mittelkonsole und den Türen - vorne passen 1,5-Liter-Flaschen hinein - für Ordnung an Bord sorgen, fasst der Kofferraum 361 Liter. Klappt man die Lehnen der Rückbank um (asymmetrisch teilbar), dann steigert sich das Ladevolumen auf 1143 Liter. Damit lassen sich mindestens zwei größere Koffer und die eine oder andere Reisetasche locker verstauen.

Der 120 PS starke Einliter-Benziner werkelt - abgesehen von deutlich wahrnehmbaren Arbeitsgeräuschen bei niedrigen Geschwindigkeiten - ganz entspannt. Dabei erweist der Dreizylinder als kein Motor für wirklich sportliche Fahrweise, sondern nimmt eher bedächtig Fahrt auf. Einmal auf Touren zeigt er jedoch, dass er eine agile und lebendige Seite hat. Das macht sich bei Langstreckenfahrten auf der Autobahn positiv bemerkbar. Den subjektiven Eindruck belegen technischen Daten. Das maximale Drehmoment von 172 Newtonmetern (Nm) liegt zwischen 1500 bis 4000 Umdrehungen an. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei Tempo 181 erreicht. Laut Hyundai vergehen zwölf Sekunden, um aus dem Stand die 100er-Marke auf dem Tacho zu erreichen. Erfreulich ist der Verbrauch, der selbst bei einigen zügigen Fahrten sowie viel Stadtverkehr mit 6,8 Litern nur einen Liter über dem angegebenen Normwert von 5,7 Litern liegt. Das angenehm straffe, aber keineswegs unkomfortable Fahrwerk trägt wie die direkte Lenkung dazu bei, den Kona gerne als Begleiter im Alltag zu haben.

Der wird durch die Wahl des Ausstattungsniveau „Style“ noch etwas mehr versüßt. Denn dann kommen zu der reichhaltigen Serienausstattung (ab 17.500 Euro) unter anderem Klimaanlage, Audiosystem mit Bluetooth-Freisprecheinrichtung und Anschlüssen für USB, AUX, elektrische Fensterheber vorne wie hinten, elektrisch einstellbare Außenspiegel, Berganfahrhilfe und Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung zum Einsatz. Weiteren Komfort geben digitaler Radioempfang inklusive Smartphone-Anbindung, ein beheizbares Lenkrad, Sitzheizung vorne, Regensensor oder eine Smartphone-Ablage mit kabelloser Ladefunktion (Qi-Standard).

Mit an Bord sind außerdem Spurhalteassistent und Müdigkeitserkennung ein autonomer Notbremsassistent inklusive Frontkollisionswarner (bis 180 km/h) und Fußgängererkennung (bis 64 km/h). Mit weiteren Extras wie dem Voll-LED-Paket (1100 Euro), einem Technik-Paket (600 Euro), Bordcomputer mit 4,2-ZollFarbdisplay, automatisch abblendender Innenspiegel, schlüsselloser Zugang addieren sich schließlich bei der Testwagen-Ausstattung 27.390 Euro beisammen. Die Investition von 1400 Euro für das „Sitz-Paket Red“ für das frische Rot an Bord kann man sich bei diesem Gesamtpreis dann wohl auch noch mit gutem Gewissen gönnen

(amv)
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