Audi A1 Sportback 40: Hoch angesiedelt

Audi A1 Sportback 40 : Hoch angesiedelt

Knallgelb, mit 200 PS bestens motorisiert, aber mit einer Länge von 4,03 Metern eindeutig ein Kleinwagen. Doch mit seinem kantigen Design, den sportlichen Fahreigenschaften - und leider auch den Anschaffungskosten - spielt der Audi A1 Sportback 40 TFSI eigentlich in einer höheren Liga.

Technisch teilt sich das Spitzenmodell der Einstiegsbaureihe von Audi die Plattform mit VW Polo und Seat Ibiza. Doch optisch hebt sich der nur 1,41 Meter hohe Viertürer deutlich von den Konzerngeschwistern ab. Dazu tragen die trapezförmig gezeichneten und schräg nach vorn geneigten breiten C-Säulen ebenso bei wie die keilförmig ansteigenden Linien an den Flanken. Extrem kurze Überhänge in Verbindung mit einer breiten Spur betonen den sportlichen Anspruch der Marke und speziell dieses Modells.

Während ein in schwarz gehaltener Diffusor und ein Dachkantenspoiler am Heck auf die S-Line-Ausstattung hinweisen, sollen drei flache Schlitze unter der Kante der Motorhaube an den Ur-Quattro erinnern. Angedeutete Lufteinlässe an den äußeren Ecken der Front sowie eine außergewöhnliche Tagfahrlicht-Grafik betonen optisch die Breite des Gesichts. Die gelbe Lackierung (offiziell heißt sie „phytongelb“/550 Euro) mit dem dunkelgrauen Dach (400 Euro) mag nicht jedermanns Sache sein - schick ist die Farbkombination für den A1 allemal.

Schick ist desgleichen der Innenraum. Die bequemen und besten Halt gebenden Sportsitze zieren gelb-grau gemusterte Stoffbezüge. Zusätzlich Farbe ins Spiel bringen - in diesem Fall ebenfalls gelbe - Dekorteile um das Cockpit herum, an der Schaltkulisse und den Griffmulden der Türbetätigung. Diese Flächen lassen sich zudem auf Wunsch illuminieren. Die frische und freundliche Beleuchtung hat jedoch einen Nachteil: nachts spiegelt sich ein Teil dieses Szenarios in den Seitenscheiben und behindert damit die Sicht im Rückspiegel.

Der auf den Fahrer ausgerichtete Armaturenträger wirkt hochwertig und modern. Ein unten abgeflachtes Multifunktionslenkrad gehört ebenso zum Lieferumfang wie ein volldigitales Kombiinstrument inklusive eines hochauflösenden 10,25-Zoll-Displays. In der Mittelkonsole liegen die Bedienelemente für Klimaautomatik (400 Euro) sowie das MMI-Touchdisplay - zehn Zoll in Verbindung mit dem großen Navigationspaket (1.495 Euro) - in Reichweite. Ebenfalls aufpreispflichtig: ein Connectivity-Paket (535 Euro) für iOS- und Android-Smartphones sowie zwei USB-Schnittstellen (1x USB-A, 1x USB-C mit Ladestromerhöhung).

Für ein Fahrzeug dieser Klasse überraschend großzügig bemessen ist das Raumangebot. Mitfahrer mit einer Körperlänge von 1,85 Metern können auf der Rückbank selbst dann noch einigermaßen bequem reisen, wenn vorne etwa gleich große Personen sitzen. Sehr angenehm ist zudem die Innenraumbreite, die ausreichend Ellbogenfreiheit bietet. Mit einem Fassungsvolumen von 335 Litern liegt der Kofferraum auf durchschnittlichem Niveau. Werden die hinteren Lehnen vorgeklappt, stehen auf einer fast ebenen Fläche 1090 Liter zur Verfügung. Punkten kann der A1 mit der nur 67 Zentimeter hohen Ladekante, die das Beladen sehr wirbelsäulenfreundlich macht.

Kurzfristig an die Wirbelsäule wird der Magen gedrückt, wenn das Gaspedal bei freier Strecke gen Bodenblech gedrückt wird. Antritt und Durchzugskraft des 200 PS starken Zweiliter-Aggregats sind beeindruckend. Bei einem Leergewicht von 1335 Kilogramm hat der 40 TFSI leichtes Spiel, den Wagen auf Touren zu bringen. Das maximale Drehmoment von 320 Newtonmetern (Nm) zwischen 1500 und 4400 Umdrehungen macht Überholmanöver zum Kinderspiel. Der Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 ist nach Angaben von Audi in 6,5 Sekunden absolviert. Als Höchstgeschwindigkeit gibt der Hersteller 235 Kilometer pro Stunde (km/h) an. Gekoppelt ist das Triebwerk mit einer harmonisch abgestimmten Sechsgang-S-Tronic. Der Turbo-Vierzylinder überzeugt zudem mit sehr zurückhaltenden Fahrgeräuschen sowie einem relativ geringen Verbrauch. Selbst bei einem ambitionierten Fahrstil zeigt der Bordcomputer im Durchschnitt einen Wert zwischen 8,1 Liter (Norm: sechs Liter) an.

Agilität und Dynamik hatte bei der Abstimmung des Fahrwerks oberste Priorität. Beim Topmodell wählt das Sportfahrwerk mit schaltbaren Dämpfern im Auto-Modus die passende Härte von Federn und Dämpfern für die jeweilige Fahrweise. In Kombination mit der geschwindigkeitsabhängigen, elektromechanischen Servolenkung lässt sich der Cityflitzer damit ebenso dynamisch um die Ecken wie ganz gefällig über den glatten Asphalt der Autobahn bewegen.

Mit an Bord sind serienmäßig Assistenzsysteme wie der Spurverlassungswarner - reagiert ab Tempo 65 mit korrigierenden Lenkeingriffen und Vibrationen - sowie ein Geschwindigkeitsbegrenzer. Ebenfalls in Serie ist ein Kollisionswarner samt Notbremssystem: Der Radarsensor erkennt kritische Situationen mit anderen Fahrzeugen, querenden Fußgängern oder Fahrradfahrern vor dem Auto – und das selbst bei schlechten Sichtverhältnissen wie Nebel. Identifiziert das System eine drohende Kollision, warnt es den Fahrer in einem abgestuften Konzept. Falls nach einer optischen und akustischen Warnung keine Reaktion erfolgt, löst das System einen kurzen Bremsruck aus. Besteht daraufhin weiterhin eine kritische Lage, verzögert das Auto situations- und umgebungsbedingt automatisch und bremst im unteren Geschwindigkeitsbereich bis zum Stillstand.

Basierend auf einem Einstiegspreis von 29.100 Euro für den A1 Sportback 40 TFSI kann der Kleine mit nahezu allem bestückt werden, was der Audi-Baukasten zu bieten hat. Zu einem Gesamtpreis von 39.575 Euro summieren sich die Anschaffungskosten, wenn bei Annehmlichkeiten wie der Bang & Olufsen-Soundanlage (750 Euro), der Einparkhilfe (690 Euro) oder dem adaptiven Geschwindigkeitsassistenten (550 Euro) ein Häkchen gemacht wird. Es ist eben ein Kleinwagen auf Premium-Niveau.

(amv)