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Die Rettungskarte: Hilfe für die Hilfsdienste

Die Rettungskarte : Hilfe für die Hilfsdienste

Moderne Autos bieten heute maximale Sicherheit für ihre Insassen. Doch dies erschwert mitunter Einsatzkräften nach einem Unfall die nötige Hilfe. „Oft ist nicht bekannt, wo an der Karosserie Schere oder Spreizer gefahrlos und effektiv anzusetzen oder welche anderen Sicherungsmaßnahmen zu treffen sind“, schildert Karsten Graef von TÜV Süd in München seine Erfahrungen.

Ganz besonders wichtig sind solche Hinweise bei Hybrid- und reinen Elektrofahrzeugen. Es muss eine bestimmte Vorgehensweise beachtet werden und häufig sind die neuen Techniken bei Rettern im Detail noch gar nicht bekannt.

Die Rettungskarte zeigt anhand einer schematischen Darstellung mit genormten Elementen die Lage aller rettungstechnisch relevanten Bauteile, etwa Airbags, Gasleitungen, Steuergeräte oder Hochvoltbauteile sowie die Lage der Karosserieverstärkungen oder Ansatzstellen für Rettungswerkzeuge. Praktisch alle Fahrzeughersteller bieten inzwischen für ihre Serienfahrzeuge auf ihren Websites Rettungskarten an. „Die kann herunterladen, ausgedruckt und am besten hinter der Sonnenblende auf der Fahrerseite deponiert werden“, empfiehlt Graef. Der Ausdruck sollte auf jeden Fall farbig sein, weil so besser die verschiedenen Segmente und Positionen erkennbar sind.

Zudem arbeiten mehr und mehr Autohersteller mit einem QR-Code-Aufkleber an der Windschutzscheibe. Der ergänzt ein herstellerübergreifendes System, bei dem Rettungskräfte anhand der Kennzeichen von Unfallautos Fahrzeugdaten abrufen können, die beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hinterlegt sind. Eine spezielle Software ordnet die Daten den jeweiligen Rettungskarten zu.

Nach den Erfahrungen von Feuerwehr und anderen Hilfsdiensten lässt sich mit der Karte die durchschnittliche Rettungszeit auf ein Drittel verkürzen.

(nom)