Hauptuntersuchung: Grüne Prüfplaketten laufen ab

Bestandenen Hauptuntersuchung: Grüne Prüfplaketten laufen ab

Mit dem Jahresende läuft die Gültigkeit der grünen Prüfplakette für eine bestandenen Hauptuntersuchung (HU) ab. Ab 1. Januar 2019 gelten orange-farbene Siegel.

Wer jetzt noch mit einer grünen Prüfmarke am Auto unterwegs ist, muss entweder noch in diesem Monat zur Hauptuntersuchung (HU) oder hat seinen Prüftermin schlichtweg verbremst.

Auf der Plakette zeigt der Fälligkeitsmonat immer nach oben. Bei Überschreitung der HU-Prüffristen drohen Zusatzkosten oder gar Bußgelder beziehungsweise ein Punkt im Fahreignungsregister in Flensburg. Für Autos, deren HU-Termin bereits seit mehr als zwei Monaten abgelaufen ist, sieht der Bußgeldkatalog eine Ordnungsstrafe von 15 Euro vor. „Neben dem drohenden Bußgeld kommt auf die über zwei Monate überfälligen Fahrzeuge bei der HU ein umfangreicherer Prüfumfang zu. Das bedeutet für den Halter Zusatzkosten von 20 Prozent“, erklärt Torsten Hesse vom TÜV Thüringen in Erfurt.

„Des Weiteren könnte die Versicherung im Falle eines Unfalls eine Verletzung der Sorgfaltspflicht des Halters unterstellen, sollte es sich beispielsweise nachträglich herausstellen, dass das Fahrzeug womöglich mängelbehaftet war“, erläutert der Fahrzeugexperte. Bei einer überfälligen HU von mehr als vier Monaten ist ein Bußgeld in Höhe von 25 Euro fällig. Autofahrer, deren HU-Termin mehr als acht Monate überzogen ist, werden nach dem aktuell gültigen Bußgeldkatalog mit einer Geldbuße von 60 Euro belegt und kassieren zusätzlich einen Punkt in Flensburg.

Torsten Hesse warnt davor, den HU-Termin unnötig auf die lange Bank zu schieben beziehungsweise verstreichen zu lassen. „Wer sich überflüssigen Ärger, Rennerei und Zusatzkosten sparen möchte, sollte sein Fahrzeug fristgemäß vorstellen. Für Fahrzeuge mit einer abgelaufenen Prüfplakette kann durch Ordnungsämter oder die Polizei bereits im ersten Monat der Überziehung eine Frist zur Zwangsvorstellung verhängt werden“, gibt er zu bedenken. Dadurch hat der Fahrzeughalter zusätzliche und unnötige Laufereien, um den Mangel abzumelden.

Nach Hesses Erfahrung sind es gerade Fahrzeughalter, deren Fahrzeuge mängelbehaftet sind, die ihren HU-Termin verstreichen lassen. „Aus Angst, die HU nicht zu bestehen und keine Prüfplakette zu bekommen, glauben einige Autofahrer, die Zeit heilt alle Wunden.“ Hesse appelliert hingegen daran, in regelmäßige Wartung und Pflege des Fahrzeugs zu investieren. „Ein auf die lange Bank geschobener HU-Termin bringt letztlich gar nichts. Im Zweifel kommen dann geballte Kosten für vernachlässigte Wartung des Fahrzeugs auf den Halter zu“, erklärt Hesse.

Es gibt offenkundig Autofahrer, die einfach nicht wissen, wann ihr Fahrzeug zur Hauptuntersuchung muss. Obwohl sich die Gültigkeit der HU-Plakette leicht am hinteren Kennzeichen ablesen lässt. Dabei ist entscheidend, welche Zahl auf der Plakette in der Zwölf-Uhr-Stellung nach oben zeigt. Diese gibt den Fälligkeitsmonat an. Die zweistellige Zahl im inneren Kreis zeigt das Fälligkeitsjahr an. Die schwarze Markierung zwischen den Ziffern 1-12-11 hat hingegen nichts mit dem HU-Termin zu tun.

Sie dient Ordnungskräften zur schnelleren optischen Erfassung der Uhrzeigerstellung der Plakette. Anhand der Plakettenfarbe und der Position der Markierung kann so auf einem Blick erfasst werden, ob das Fahrzeug eine gültige Hauptuntersuchung hat. Wer sich unsicher ist, findet in der Fahrzeugzulassung einen Hinweis auf den nächsten Termin für die Hauptuntersuchung. Im kommenden Jahr müssen alle Fahrzeuge mit orangefarbener Plakette zur HU.

(amv)
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