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Stuttgart: H- und Saisonkennzeichen sind kombinierbar

Stuttgart : H- und Saisonkennzeichen sind kombinierbar

Mit dem Frühjahr rollen wieder vermehrt Fahrzeuge mit H-Kennzeichen aus ihren Winterunterkünften. Die Oldtimer-Zulassung bekommen historische Fahrzeuge, die als „kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut“ (Amtsdeutsch) gelten. Dessen Besitzer winkt ein günstigerer Steuersatz und - freie Fahrt in Feinstaubzonen.

Zum 1.Januar 2017 lag die Gesamtzahl aller Kraftfahrzeuge mit H-Kennzeichen - dazu zählen neben Pkw auch Nutzfahrzeuge, Zugmaschinen und Motorräder - bei rund 430.590. Tendenz: steigend.

Seit vergangenen Oktober ist es möglich, das H-Kennzeichen mit einem Saisonkennzeichen zu kombinieren. „Das ist für viele Oldtimerbesitzer eine finanzielle Entlastung. Sie können den Nutzungszeitraum ihren Bedürfnissen anpassen und damit die Ausgaben für Steuer und Versicherung senken“, schildert Thorsten Ruthmann, Koordinator von Dekra Classic Services in Stuttgart seine Beobachtungen. Versicherungen bieten für den Zeitraum, in dem das Fahrzeug nicht genutzt werden kann, günstige oder beitragsfreie Ruheversicherungen an.

Um solchermaßen als förderungswürdig zu gelten, ist für Autos, Motorräder und Lkw der 30. Geburtstag das entscheidende Datum. Mit diesem Alter bringen sie die nötige Reife mit, um künftig als „kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut“ mit H-Kennzeichen und über die Straßen zu rollen. Allerdings gelingt das nur, wenn sie in punkto Original- und Erhaltungszustand überzeugen.

„Ob ein Oldtimer als kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut anerkannt wird, hängt stark davon ab, welche technischen Veränderungen an dem Fahrzeug gegenüber dem Originalzustand durchgeführt wurden“, weiß Ruthmann.

„Die Hauptbaugruppen müssen an den damaligen Originalzustand angelehnt oder zeitgenössisch ersetzt sein. Sowohl bei Motor, Getriebe oder Rad-Reifen- Kombinationen als auch bei anderen Baugruppen werden Veränderungen akzeptiert, die innerhalb der ersten zehn Jahre nach Erstzulassung technisch möglich waren und in diesem Zeitraum beim Fahrzeugtyp häufiger durchgeführt wurden“, ergänzt der Oldtimer-Experte.

Darüber hinaus dürfen zusätzliche Ausrüstungen und Ausstattungen den Originaleindruck des Fahrzeuges nicht beeinträchtigen. Außerdem muss der Oldtimer, im Vergleich zu normalen alten Fahrzeugen, einen guten Pflege- und Erhaltungszustand aufweisen. Thorsten Ruthmann:„ Er darf nur leichte, dem Fahrzeugalter angemessene Gebrauchsspuren aufweisen. Diese so genannte Patina ist von Nutzungsspuren durch mangelhafte Pflege oder regelrechte Schäden abzugrenzen.“

Ist der Eigentümer nicht sicher, ob sein Fahrzeug diese Anforderungen erfüllt, macht es Sinn, die fraglichen Punkte vorab zu klären. Verschiedene Sachverständigenorganisationen bieten dazu Online-Hilfe und -informationen. Bestandteil der Untersuchung für das H-Kennzeichen ist immer eine Hauptuntersuchung (HU). Je nach Baujahr muss dafür eine gültige Abgasuntersuchung (AU) vorliegen, die nicht älter als zwei Monate sein darf.

(amv)