München: Gefahrenschwerpunkt „Toter Winkel“

München : Gefahrenschwerpunkt „Toter Winkel“

Zu den schwersten Unfällen im Straßenverkehr zählen die zwischen einem Lkw und einem Radfahrer oder Fußgänger. Ursache von Abbiegeunfällen ist häufig der „Tote Winkel“. „Selbst Pkw-Fahrer können ungeschützte Verkehrsteilnehmer in einer solchen Situation schnell übersehen“, warnt Patrick Pöppl von TÜV Süd in München.

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Autofahrer sehen Radfahrer, Fußgänger oder Motorradfahrer direkt neben dem Fahrzeug im Spiegel kaum oder gar nicht. „Deshalb ist der Schulterblick hier so wichtig, genauso wie vor dem Öffnen der Autotür und auf Autobahnen beim Überholen und Wiedereinordnen. Sonst werden andere Verkehrsteilnehmer schnell übersehen - mit möglichen verhängnisvollen Folgen“, schildert Pöppl seine Beobachtungen. Radfahrer und Motorradfahrer sollten ihrerseits vermeiden, direkt neben einem Pkw oder Lkw zu fahren, und immer mit Fehlern anderer Verkehrsteilnehmer rechnen.

An einer roten Ampel oder einer Kreuzung müssen sich Zweiradfahrer wie Fußgänger über direkten Blickkontakt mit dem Pkw- oder Lkw-Fahrer vergewissern, dass sie gesehen werden. „Wer den Fahrer über den Außenspiegel des Fahrzeugs nicht sieht, wird auch nicht gesehen“, gibt der TÜV Süd-Fachmann zu bedenken: „Dann heißt es, sicheren Abstand zum Fahrzeug zu halten - entweder weit davor oder dahinter - und zu warten, bis es abgebogen ist.“ Zwar müssen Lkws über 3,5 Tonnen mit einem erweiterten Spiegelsystem ausgestattet sein, weiß der TÜV Süd-Fachmann, „aber dennoch ereignen sich solche diese Unfälle immer wieder“. Zudem gibt es elektronische Sicherheitssysteme, Lkw-Abbiegeassistenten, doch die sind noch nicht weit verbreitet. Laut Unfallforschung der Versicherer (UDV) könnten durch Lkw-Abbiegeassistenten 60 Prozent der schweren Unfälle durch abbiegende Lkw verhindert werden.

„Um nicht sich selbst und andere in Gefahr zu bringen, sollten sich auch Radfahrer penibel an die Verkehrsregeln halten“, legt Pöppl Radlern ans Herz: „Den Radweg in verkehrter Richtung befahren, bei Rot über die Fußgängerampel fahren oder mit Musik im Ohr durch die Stadt brausen - alltägliche Bilder im städtischen Geschehen.“ In diesem Zusammenhang erinnert der TÜV Süd-Experte daran, dass im Falle eines solchen Unfalles der Versicherungsschutz erlischt.

Als Pkw-Fahrer kann man die Gefahr des toten Winkels durch die entsprechende Ausrichtung der Außenspiegel minimieren. Dabei empfiehlt es sich, beim Einstellen des linken Spiegels den Kopf so nahe wie möglich ans Fenster lehnen. „Dann justiert man den Spiegel soweit nach außen, dass das eigene Auto gerade nicht mehr zu sehen ist“, rät der TÜV Süd-Fachmann. Der dadurch veränderte Einfallswinkel deckt dann den toten Winkel besser ab. Für die rechte Seite heißt es ebenfalls, sich etwas auf die Beifahrerseite zu lehnen und den Spiegel soweit nach außen zu richten, dass lediglich die Straße, nicht jedoch das eigene Fahrzeug zu sehen ist.

(nom)
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