München: Gas geben mit CNG-Fahrzeugen

München : Gas geben mit CNG-Fahrzeugen

Sie sind billiger im Unterhalt, ebenso sicher und leistungsstark wie Benzin- oder Dieselfahrzeuge. „Dennoch kursieren über Fahrzeuge, die mit komprimiertem Erdgas (CNG) betrieben werden, verschiedene Mythen, die entweder mangelnden Informationen oder der Neuartigkeit des Antriebs zuzuschreiben sind“, schildert Pascal Mast von TÜV Süd in München seine Erfahrungen und räumt mit falschen Behauptungen sowie Vorurteilen auf.

Lediglich das Tankstellennetz ist erheblich dünner, so der TÜV Süd-Fachmann, aber moderne Navisysteme weisen frühzeitig den Weg zur nächsten Zapfsäule.

Grundsätzlich sind CNG-Fahrzeuge in ihrem Fahrgefühl identisch mit den Benzin-Pendants und ebenso leistungsfähig. „Auch sicherheitstechnisch muss man keine Bedenken hegen“, beruhigt der TÜV Süd-Fachmann: „Gastanks werden nach den höchsten Branchenstandards konstruiert, gefertigt und zertifiziert.“ Zudem besitzen sie ein Sicherheitsventil, über das im unwahrscheinlichen Fall eines Feuers das Gas auf kontrollierte Weise an die Außenluft abgegeben wird. Darüber hinaus werden alle Bauteile unter extremen Bedingungen getestet.

„In einem Tank herrscht maximal ein Druck von etwa 200 bar“, erläutert Mast, „er ist jedoch auf mehr als das Doppelte ausgelegt“. Und der TÜV Süd-Fachmann räumt mit einem weiteren Irrglauben auf: „Es ist ein Mythos, dass Gas unter bestimmten Nutzungsbedingungen gefrieren könne. Die Außentemperatur müsste unter 160 Grad Minus betragen, damit sich Erdgas verflüssigt.“

Aufgrund ihrer Emissionswerte besitzen alle modernen CNG-Fahrzeuge eine grüne Umweltplakette, daher können sie auch gefahren werden, wenn die Zufahrt zu Innenstädten wegen zu hoher Schadstoffbelastung nur eingeschränkt möglich wäre. „Darüber hinaus erhalten die Eigentümer dieser Modelle bestimmte Vorteile, wie beispielsweise Steuererleichterungen und oftmals Tankgutscheine lokaler Energieversorger“, skizziert Mast einen weiteren Vorteil. Bedingt negativ ist das vergleichsweise dünne Versorgungsnetz, das mitunter einen Umweg nötig macht. Angst liegen zu bleiben, muss man nicht haben.

Ist der Gasvorrat erschöpft, wird automatisch in den Benzinbetrieb umgeschaltet. „Der Fahrer kann seine Fahrt ohne Stopp fortsetzen. Eine Anzeige - zumeist im Kombiinstrument - weist darauf hin, dass das Auto mit Benzin fährt“, erläutert der TÜV Süd-Fachmann und anders als bei Flüssiggas-Betrieb bietet europaweit das CNG-Gastankstellennetz einen Universal-Füllstutzen an. „Wie weit die nächste passende Zapfsäule entfernt ist und welche Gas-Reichweite noch besteht, zeigen moderne Navi-Systeme rechtzeitig an“, schildert Mast seine Erfahrungen.

Grundsätzlich rät er, stets eine Reverse im bordeigenen Benzintank zu haben: „Das empfiehlt sich für das Starten des Motors bei sehr kalten Temperaturen oder unmittelbar nach der Betankung mit Erdgas. Dieses Benzin sollte innerhalb von sechs Monaten verbraucht werden, um die je nach Jahreszeit unterschiedliche Kraftstoffqualität sicherzustellen.“

CNG-Fahrzeuge werden in derselben Preiskategorie wie Diesel- und Benzinfahrzeuge verkauft. Im direkten Vergleich zu Dieselmodellen sind sie mitunter in der Anschaffung spürbar günstiger. Bei den Kraftstoffkosten können CNG-Fahrzeuge Einsparungen von 30 Prozent im Vergleich zum Diesel und 55 Prozent im Vergleich zu Benzinern erzielen. Auch wartungstechnisch ist der Aufwand nicht höher. Der einzige Unterschied ist, dass die Dichtheit der Gasanlage vor jeder Hauptuntersuchung geprüft und damit der Zustand der Tanks zunächst alle drei Jahre nach Erstzulassung und danach alle zwei Jahre in einer Fachwerkstatt einer Sichtprüfung unterzogen werden muss.

(amv)