1. Leben
  2. Auto

Köln: Ford Edge 2.0 TDCi im Test: Ein Bekenntnis zu Größe und Komfort

Köln : Ford Edge 2.0 TDCi im Test: Ein Bekenntnis zu Größe und Komfort

Mal durchatmen, entschleunigen, es mal etwas ruhiger angehen lassen - dazu lädt eine Fahrt mit dem Ford Edge ein. Der große SUV gibt dabei nicht nur räumlich den notwendigen Platz. Auch in Sachen Fahrdynamik übt man sich auf Reisen irgendwie in Gelassenheit.

Wobei Gelassenheit in diesem Fall nichts mit Langsamkeit oder gar mangelnder Kraft zu tun hat. Mit dem 210 PS starken Zweiliter-Diesel hat der 4,81 Meter lange Geländewagen durchaus genügend Leistung unter der Haube. Doch diese Kraft entfaltet sich gefühlt weniger dynamisch als es die nackten Zahlen verheißen.

Selbst die Spitzengeschwindigkeit von Tempo 211 (Werksangabe) auf freier Strecke auf der Autobahn erscheint gemütlich. Von daher animiert der Edge weder zur Raserei noch zu überaus sportlichen Fahrmanövern. Das mag an der Laufruhe und den zu zurückhaltenden Arbeitsgeräuschen des Bi-Turbos liegen. Auch das Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe verrichtet seine Arbeit angenehm unauffällig.

Nichts zu spüren ist ebenfalls von der Arbeit des serienmäßigen Allradantriebs, der das Drehmoment je nach Bedarf auf die beiden Achsen portioniert. Auf kurvenreichen Landstraße sieht man sich so vor keinerlei Probleme gestellt. Das Handling passt. Mit dem Sportfahrwerk (Aufpreis: 300 Euro) an Bord, entspricht das Fahrwerk in seiner Abstimmung dem europäischen Standard ohne übertrieben hart oder unkomfortabel zu sein. Unebenheiten der Straßen oder Querrillen filtern Federn und Dämpfer wirbelsäulenschonend weg.

Bei der adaptiven Lenkung (490 Euro Aufpreis) fällt das Urteil indessen gemischt aus. Während bei schnellen Fahrten die Reaktionen etwas indifferent ausfallen und der Kontakt zur Straße nicht immer eindeutig ist, erleichtert das Extra bei Situationen wie Rangieren im Parkhaus das Leben sehr. Immerhin wartet der Edge mit einer bulligen Breite von 2,18 Metern inklusive Rückspiegeln auf. Hilfreich kann deshalb der aktive Parkassistent sein. Der ist Teil des Business-Pakets (2.000 Euro) inklusive adaptiven LED-Scheinwerfern mit blendfreiem Fernlicht sowie Audio- und Navigationssystem.

Die Breite wie die Höhe von 1,71 Metern und die damit verbundene große Stirnfläche machen sich beim Verbrauch bemerkbar. Selbst bei ruhiger Fahrt kommt der Ford nicht einmal annähernd an den Normverbrauch von 5,8 Litern. Lässt man es bei einem Mix aus Stadtverkehr, einigen Ausflügen über die Dörfer plus der einen oder anderen zügigeren Überlandfahrt normal angehen, dann liegt der Spritbedarf bei durchschnittlich 8,7 Litern. In diesem Zusammenhang lohnt der Hinweis auf den Tempomaten mit der intelligenten Geschwindigkeitsbegrenzung, der Bestandteil der Titanium-Ausstattung ist.

In Zusammenarbeit mit der Verkehrszeichenerkennung passt er die Geschwindigkeit automatisch an. Das spart nicht nur Treibstoff. Es reduziert ebenso die Gefahr, in zahlungspflichtige Bereiche zu kommen, deutlich.
Einschränkungen in Sachen Platz haben die Passagiere an Bord indessen nicht zu befürchten.

Bein-, Schulter und Kopffreiheit sind tadellos. Selbst bei kürzeren Fahrten zu Fünft kommen bei den Fondfahrgästen keine Klagen auf. So gewöhnungsbedürftig die vielen Funktionen am - beheizbaren - Lenkrad für den Fahrer sind, so angenehm ist ansonsten der Blick auf den durchaus aufgeräumten Armaturenträger.

Für Ordnung an Bord sorgen überdies die teils sehr tiefen, aber zahlreichen Ablagen. Das Reisegepäck darf bei einem Kofferraum mit einem Fassungsvolumen von 602 Litern etwas üppiger ausfallen. Klappt man die hinteren Lehnen nach vorne um, entsteht eine Ladefläche für 1.847 Litern. Selbst im Kofferraumboden ist trotz des serienmäßigen Notrads noch zusätzlicher Stauraum. Die Ladekante ist angenehm niedrig und die elektrisch zu öffnende Heckklappe groß. Allerdings geht sie für Personen über 1,85 Metern Länge nicht weit genug auf.

Im Passagierabteil wirkt alles zwar gut verarbeitet und durchaus ordentlich. Und doch wird deutlich, dass das amerikanische und das deutsche Verständnis von Premium - und in diesem Segment sieht Ford den SUV angesiedelt - recht unterschiedlich ist. Schließlich handelt es sich beim Edge Titanium um das Topmodell der Baureihe mit einem Basispreis von 50.100 Euro. Selbst Leder kostet dann aber noch einmal 1.950 Euro extra.

Zwar ist die Ausstattung generell umfangreich. Klimaautomatik, elektrische Fensterheber, Spurhalteassistent, Müdigkeitserkennung, Navigations- und Audiosystem, Rückfahrkamera, getönte Seitenscheiben sowie Leichtmetallfelgen sind bereits ab Werk mit an Bord. Auch der auf unterschiedliche Fahrer programmierbare Schlüssel „My Key“ gehört mit zum Lieferumfang.

Dennoch: rechnet man zu den bereits erwähnten aufpreispflichtigen Extras noch die adaptive Geschwindigkeitsregelanlage (500 Euro) und die Front-Kamera mit Splitview-Technologie hinzu, dann steht am Ende ein Betrag von 54.540 Euro auf der Rechnung. Auch das lässt einen mal ganz tief durchatmen.

(amv)