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Fahrbericht: VW Passat Variant Elegance 1.5 TSI

Fahrbericht : Ein Update für den Dienstwagen VW Passat Variant

Er ist und bleibt ein Klassiker: der VW Passat Variant. Die jüngste Überarbeitung trägt wesentlich dazu bei, dass der Mittelklasse-Kombi sich durchaus mit höher positionierten Modellen messen lassen kann.

Die achte Generation des 4,77 Meter langen Variant 1.5 TSI hat an Dynamik und Gefälligkeit gewonnen. Spätestens in Verbindung mit der Top-Ausstattungspaket Elegance (Aufpreis: 8025 Euro/Fahrzeuggrundpreis 33.240 Euro) unterstreichen Chrom-Details an den Flanken, um die Fenster herum oder an den Stoßfängern den Eindruck, es mit einem veritablen Business-Wagen zu tun zu haben. Nicht umsonst gehört der Passat zu den beliebtesten Dienstwagen hierzulande – einem Metier, bei dem Alltagstauglichkeit und Langstreckenkomfort ganz oben stehen.

Werte, die sich im klar und aufgeräumt wirkenden Innenraum wiederfinden. Dafür sprechen die rundum großzügigen Platzverhältnisse ebenso wie die hochwertig wirkenden Materialien. Leisten sind präzise eingefügt. Fugen entsprechen dem Anspruch, an jeder Stelle gleich schmal zu sein. Details, durch die es leicht fällt, sich an Bord wohl zu fühlen. In der ersten Reihe wird das durch die so genannten ergoComfort-Sitze (855 Euro) noch einfacher. Die diversen Einstellmöglichkeiten lassen jeden die für ihn wirbelsäulenfreundlichste Position finden. Als Fahrer kann man sich zwischendurch eine Massage gönnen, deren Qualität sogar der kritischen Bewertung einer Physiotherapeutin standhält.

Aus ergonomischer Sicht stört sie sich eher daran, dass der 9,6-Zoll-Bildschirm für die Bedienung des Infotainmentsystem sowie der Darstellung der Navigation (1400 Euro) oder den Bildern der Rückfahrkamera (460 Euro) etwas tief sitzen. Das lenkt unnötig ab. Dies gilt ebenso für den fehlenden Extra-Knopf, um die Lautstärke zu regeln. Die Bedienung über das mit vielen Funktionen bestückten Multifunktionslenkrad ist da nur ein kleiner Trost. Modern und zeitgemäß ist es indessen, die Kacheln des Systems nach den eigenen Wünschen belegen zu können oder mit nur zwei Fingern zwischen den Ansichten hin- und herzuwechseln. Wechseln sowie individualisieren lässt sich zudem die Konfiguration des Displays mit den digital dargestellten Instrumenten vor dem Fahrerplatz.

Ganz analog geht es bei einem Variant um die Größe und Nutzbarkeit des Kofferraums. 650 Liter Volumen bietet das Gepäckabteil bei Nutzung aller Sitzplätze. 1780 Liter sind es, wenn die Rücksitzlehnen umgeklappt werden. Dazu genügen zwei Handgriffe und schon entsteht eine ebene Ladefläche. Die per Fußschwenk zu öffnende Heckklappe (965 Euro) sowie eine mit 62 Zentimetern ausgesprochen niedrige Ladekante erleichtern das Verstauen von Koffern und Taschen. Für 380 Euro offeriert VW ein Laderaumpaket. Es enthält einen verschiebbaren Gepäckraumboden sowie Aluleisten zum Verzurren von Gegenständen und einen Ladekantenschutz aus Edelstahl. Die erlaubte Zuladung für den Variant gibt Volkswagen mit 430 bis 660 Kilogramm an.

Die Basismotorisierung, ein 150 PS starker 1,5-Liter-Benziner, liefert ein maximales Drehmoment von 250 Newtonmetern (Nm) und mithin ausreichend Kraft beim Beschleunigen. Laut Datenblatt ist die Tempo-100-Marke aus dem Stand in 8,9 Sekunden erreicht. Die Höchstgeschwindigkeit wird mit 214 Kilometern in der Stunde (km/h) ausgewiesen. Elastizität und Laufruhe sind weitere Gründe, die für das Aggregat sprechen. Im Alltag ist pendelt sich der Verbrauch bei knapp sieben Litern. Laut WLTP-Norm sind es in Verbindung mit dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe 5,5 Liter.

Das adaptive Fahrwerk mit den Modi Normal, Sport, Eco oder Individual gehört zum Lieferumfang der Elegance-Version. Selbst in der Grundstellung stehen Federung und Dämpfung in einem guten Verhältnis zueinander. Das bedeutet, dass der Passat seine Insassen komfortabel und wirbelsäulenfreundlich über schlechtere Wegstrecken bringt, gleichzeitig, aber straff genug ist, schneller gefahrene Kurven ohne Probleme zu meistern.

Als erstes Modell im Volkswagenkonzern kann der Passat mit dem „Travel Assist“ ausgestattet werden (775 Euro). Den bezeichnet VW als „einen Meilenstein auf dem Weg zum autonomen Fahren“. Anders als bislang soll die Abstandsregelung jetzt mit vorausschauender Temporegelung automatisch auf Temposchilder, Ortschaften, Kurven, Kreisverkehre und Kreuzungen reagieren. Allerdings funktioniert das in der Praxis nur bedingt gut. Besser reagiert der serienmäßige Spurhalteassistent „Lane Assist“, der korrigierend lenkt, falls der Wagen im Begriff ist, die Spur zu verlassen. Eine neue Multifunktionskamera verbessert dabei die Querführung. So erkennt das System nicht nur die Begrenzungslinien der Fahrspur, sondern ebenso Grasnarben oder Leitplanken. Die eigene Aufmerksamkeit bleibt aber dennoch gefordert.

Kräftig gefordert wird auch der Geldbeutel, will man mehr als die Grundversion des Passat Variant. Mit Extras wie dem R-Line-Paket (2395 Euro), Head-Up-Display (565 Euro) oder einem hochwertigen Soundsystem (1325 Euro) kommen schnell 59.810 Euro zusammen. Viel Geld für einen Klassiker, aber immer noch deutlich weniger als für ein vergleichbares Fahrzeug in einer höheren Liga.

(amv)