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Brühl: Fahrbericht Renault Koleos: Komfort und coole Optik

Brühl : Fahrbericht Renault Koleos: Komfort und coole Optik

Mit der zweiten Generation des Koleos möchte sich Renault seinen Teil am boomenden SUV-Markt sichern. Verglichen mit seinem Vorgänger, der weder in der Disziplin Design noch mit seiner Technik glänzen konnte, hat er dabei außer der Modellbezeichnung nichts mehr gemein.

Optisch griffen die Formgestalter die aktuelle Linie des Hauses auf. In den Kapiteln Fahrtechnik und Konnektivität bietet der Koleos zeitgerechtes Niveau. Hochklassige Materialwahl und eine saubere Verarbeitung verströmen einen Hauch von Luxus. Von einem „souveränen Statement in Sachen Stil“ (O-Ton Renault Marketing) zu sprechen, erscheint allerdings etwas hochgegriffen.

Als stattliches SUV (Fahrzeuglänge: 4,67 Meter) bietet der Koleos maximal fünf Insassen üppig Platz und reichlich Komfort. Um den zu steigern, kommt in der Ausstattungsvariante Initiale Paris (Testwagenpreis: 47.400 Euro) geräuschminderndes Akustikglas zum Einsatz. Das Interieur zeigt sich ebenso makellos wie modern aufgebaut. Selbst die Türablagen sind ausgepolstert. Renault hat sicht- und spürbar in einen hochwertigen Innenraum investiert.

Dominiert wird der von einem hochkant montierten Touchscreen-Bildschirm (8,7 Zoll), dessen Eingabefunktionen sich wohl für die meisten Nutzer wie bei einem Smartphone intuitiv und ohne große Eingewöhnungszeit bedienen lassen. Per Bildschirm werden zudem die meisten anderen Funktionen bis hin zu diversen, teils aufpreispflichtigen Assistenzsysteme gesteuert. Der Zahl mechanischer Regler und Schalter ist entsprechend angenehm gering. Das Kombiinstrument mit einem TFT-Feld für verschiedenartig darstellbare Tacholayouts bietet ein bisschen Spielerei.

In Sachen Konnektivität ist der Koleos ebenfalls gut ausgerichtet. Android-Auto oder Apple Carplay sind beim dem R-Link 2 System ebenso dabei wie eine Online-Verbindung. Zudem stehen mehrere Wege offen, Audio- wie Videodateien wiederzugeben und Zwölf-Volt-Steckdosen finden sich auch im Fond sowie im Kofferraum. Angenehm nach frostigen Nächten: Lenkrad, ebenso die Sitze in der zweiten Reihe sowie die Windschutzscheibe sind beheizbar (Aufpreis: 550 Euro).

Als wohlig komfortabel empfindet man bereits nach kurzer Fahrt das Zusammenspiel von Federung und Dämpfung. Unzulänglichkeiten des Straßenzustandes kontert der Koleos souverän, ohne seine Insassen groß damit zu behelligen. Die Offroadtauglichkeit ist begrenzt. In wirklich rauem Gelände sind dem Koleos früh Grenzen gesetzt, wie bei seinen meisten Artgenossen auch. Gewählt werden kann zwischen reinem Frontantrieb oder automatischer Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse, wobei die Antriebskraft nur bei echtem Bedarf nach hinten geleitet wird.

Das Gepäckabteil hinter der sensorgesteuerten Heckklappe fasst 498 Liter. Unter Ausnutzung des gesamten Laderaums sind es bis an die Lehnen der Vordersitze 1706 Liter. Die Ladekante liegt 78 Zentimeter über der Straße.

Der Zweiliter-Vierzylinder-Diesel leistet 177 PS und bietet ein Drehmoment von 380 Newtonmeter. Laut Werk reicht dieses Leistungsangebot für ein Spitzentempo von 201 Kilometer pro Stunde (km/h). Der Sprint aus dem Stand auf 100 km/h wird in 9,5 Sekunden absolviert. In Verbindung mit dem manuellen Sechsganggetriebe ergeben sich so ausreichende Fahrleistungen. Fahrdynamiker kommen nicht auf ihre Kosten. Als Verbrauch sollten je 100 Kilometer um die acht Liter einkalkuliert werden.

(amv)