München: Elektronische Druckwächter für Reifen

München: Elektronische Druckwächter für Reifen

Der richtige Luftdruck der Reifen ist für die Sicherheit und den Benzinverbrauch eines Autos eine entscheidende Größe. Doch Autofahrer, die regelmäßig den Reifendruck kontrollieren, sind bislang eher eine Minderheit.

Ab November müssen bei allen neuen Pkw-Modellen in der EU Reifendruckkontrollsysteme, sogenannte Tire-Pressure Monitoring Systems (TPMS), eingebaut sein.

„Sie sorgen dafür, dass die Fahrer immer mit korrektem Druck unterwegs sind. Das ist nicht nur gut für die Verkehrssicherheit, sondern direkt umgesetzter Umweltschutz. Auch aktuelle Fahrzeuge können einfach mit einem TPMS nachgerüstet werden”, sagt Michael Staude vom TÜV Süd in München.

Zum Einsatz kommen entweder direkt oder indirekt messende TPMS. Die direkten Systeme haben üblicherweise Druck- und Temperatursensoren, die im Reifeninneren an der Felge befestigt sind. Per Funk werden die Messwerte in bestimmten Zeitabständen an ein Steuergerät gesendet. Bei Unterschreitung der festgelegten Warngrenze leuchtet eine Kontrolllampe in der Armaturentafel auf.

Ein Vorteil ist, dass solche Systeme nachgerüstet werden können. Zudem erkennen sie nicht nur schnellen Druckverlust, sondern auch den sogenannten Diffusionsverlust. „Selbst wenn der Luftdruck langsam und an mehreren Reifen gleichzeitig schwindet, die Sensoren schlagen bereits sehr früh an”, sagt Staude. Nachteil dieser Systeme sei, dass ein zusätzlicher Satz für die Winterreifen auf eigenen Felgen benötigt werde.

Indirekt messende Systeme vergleichen dagegen die Raddrehzahlen über die Sensoren des Antiblockiersystems (ABS). Neuere Varianten nutzen selbst die Signale von Fahrzeugsensoren, zum Beispiel die Schwingungsfrequenzen der Reifen oder Beschleunigungssignale. Hat ein Rad weniger Luft, schlägt das TPMS Alarm. Allerdings werden solche indirekten Systeme nur ab Werk angeboten.