VW Touareg: Einer der Letzten seiner Art

VW Touareg : Einer der Letzten seiner Art

Mit dem Touareg hat VW jetzt einen weiteren Verkaufs-Millionär in den Reihen. Grund genug für ein Sondermodell, das passend One Million heißt, – und die Vorstellung eines V8-Dieselaggregats. Der Selbstzünder dürfte aufgrund der immer strenger werdenden Emissions-Grenzwerte wohl nach der letzte seiner Gattung sein.

Vom ersten Tag an war der VW Touareg ein Erfolg. Der setzt sich in der im vergangenen Jahr vorgestellten dritten Generation eindrucksvoll fort. Mehr als 72.000 Kunden haben sich seither für das Oberklasse-SUV und dabei mit 85 Prozent überwiegend für den V6-Diesel mit 286 PS entschieden.

Allen Diesel-Diskussionen zum Trotz hat der neue V8-Selbstzünder mit einer Leistung von 431 PS direkt eine enorme Nachfrage ausgelöst. Zunächst einmal trumpft der Vierliter-Biturbo-Motor mit einem Drehmoment von 900 Newtonmetern (Nm) auf, das bereits bei 1250 Umdrehungen pro Minute anliegt und bis 3250 Touren konstant bleibt. Eine kombinierte Abgasnachbehandlung aus NOx-Speicherkatalysator und SCR-System mit Ad-Blue-Einspritzung sorgt für die Reduzierung der Stickoxid-Emissionen. Zudem haben die Techniker dem V8 TDI eine zweistufige Aufladung verpasst. Gesteuert werden beide Lader über eine elektrische Ventilhub-Umschaltung der Ein- und Auslassventile. Bei niedrigen Touren ist nur ein Lader aktiv. Das senkt einerseits den Verbrauch, führt auf der anderen Seite aber zu einem sehr guten Ansprechverhalten im unteren Drehzahlbereich. Bei 2200 Touren wird der zweite Lader zugeschaltet, um das volle Potenzial der Maschine abzurufen.

Nach dem WLTP-Zyklus liegt der Verbrauch bei 9,1 Litern. Doch wie bei allen Autos ist es letztlich der Gasfuß, der den Verbrauch entscheidend bestimmt. Wenn der Selbstzünder seine volle Leistung zeigen muss, steigt der Verbrauch auf 12,1 Liter. Im Durchschnitt zeigte der Bordcomputer bei ersten Fahreindrücken auf einer Distanz von fast 650 mit vielen Kurven und Bergpassagen gespickten Kilometern im Durchschnitt 10,7 Liter an. Für einen V8 und ein Fahrzeuggewicht von 2,3 Tonnen ist das ein beachtlicher Wert. Das gilt ebenfalls für die 4,9 Sekunden, die es dauert, um aus dem Stand auf Tempo 100 zu sprinten. Das erinnert an Sportwagen. Doch für Volkswagen sind Vergleiche dieser Art nicht relevant. Baureihensprecher Martin Hube sagt dazu, dass der Touareg ein Allrounder sei, bei dessen Entwicklung Alltagsnutzen und Komfort einen weitaus höheren Stellenwert gehabt hätten als sportliche Bestleistungen. Das gelte gerade auch für den Achtzylinder-Diesel mit seiner satten Kraftentfaltung aus dem Drehzahlkeller.

Dank des serienmäßigen Allradantriebs sind unbefestigte Wege kein Hindernis. Hier zeigt der mit einer Luftfederung (Serie) ausgerüstete Wagen bei Bedarf wirklich beeindruckende Leistungen. Souverän geht es zudem aufgrund des komfortabel ausgelegten Luftfedersystems in durchaus flottem Tempo über die Schlaglochpiste. Schläge und Stöße können dabei zwar nicht komplett absorbiert werden, kommen aber gut gefiltert im Innenraum an. VW setzt bei der Luftfederung anders als beispielsweise Audi beim SQ7 auf ein System mit zwei statt drei Kammern. Damit wird dem Komfort ein höherer Stellenwert eingeräumt als sportiven Ambitionen, skizieren Techniker die Abgrenzung zur Konzernschwester aus Ingolstadt. Wenn dann noch Wankstabilisierung und Hinterradlenkung (beides optional) eingebaut sind, ist es mehr als beeindruckend, wie exakt das immerhin knapp 4,90 Meter lange SUV in schnell gefahrenen Kurven in der Spur bleibt.

Außer der Luftfederung zählen beispielsweise die lederbezogene Komfort-Sitzanlage, eine elektrisch bedienbare Heckklappe, ein Navigationssystem und 19-Zoll-Leichtmetallräder zum Serienumfang des V8. Das alles gibt es zum Grundpreis von 89.825 Euro.

Stolze 101.475 Euro kostet das Sondermodell One Million als V8 Diesel, ist aber auch mit dem stärkeren der beiden V6-Selbstzünder (dann 80.880 Euro) sowie mit dem V6-Benziner zu haben. Die exklusivste Version der Baureihe rollt fast in Vollausstattung an. Neu designte 20-Zoll-Aluräder verchromte Abgasendrohre, LED-Matrixscheinwerfer und Head-up-Display zählen unter anderem ebenso dazu wie das in Dunkelblau gehaltene Naturleder Puglia, das rein pflanzlich mit dem Extrakt von Olivenblättern gegerbt wird.

(amv)
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