Frankfurt: Ein munterer Begleiter für den Alltag: Der Kia Stonic

Frankfurt : Ein munterer Begleiter für den Alltag: Der Kia Stonic

Grobe Sohlen an den Wanderschuhen machen aus einem Flachlandtiroler noch keinen Bergsteiger und ebenso lassen Plastikplanken an den Stoßfängern oder ein angedeuteter Unterbodenschutz aus einem Kleinwagen keinen Geländegänger werden. Das gilt auch für den Kia Stonic. Ein munterer Begleiter für den Alltag ist er dennoch.

Frisch in knallgelber Außenfarbe mit schwarzem Dach (Aufpreis: 850 Euro), schicken 17-Zoll-Alufelgen (Serie bei der Ausstattung Spirit) und dem fast wie ein Lächeln aussehenden Kia-typischen Kühlergrill bringt das Äußere des 4,14 Meter langen Wagens gute Laune ins Spiel. Theoretisch ließe sich ebenfalls der Innenraum mit dem einen oder anderen farbigen Detail aufpeppen. Fällt die Entscheidung hier auf das matte Grau, dann gibt sich der auf dem Rio basierende Viertürer eher dezent-zurückhaltend. Die moderne und übersichtliche Gestaltung lässt über Hartplastik an Armaturenbrett oder Türverkleidungen hinwegsehen. Ansonsten wirken die verwendeten Materialien durchaus wertig und gut verarbeitet.

Zudem punktet der Stonic durch eine klare und logische Platzierung aller Bedienelemente und Anzeigen. Dazu zählt der mittig und in guter Sichthöhe angebrachte Sieben-Zoll-Touchscreen. Aufgrund der serienmäßigen Smartphone-Integration über Apple Car-Play oder Android-Auto, könnte man sich das Navigationssystem (690 Euro) eigentlich sparen. So oder so sind in jedem Fall die Eingabefelder ausreichend groß, um während der Fahrt den richtigen Buchstaben zu treffen.

Relativ groß gewachsen können die Passagiere sein, einerlei ob sie vorne oder hinten sitzen - zumindest was die Kopffreiheit angeht. Bei den Knien wird es für Reisende mit einer Körpergröße von mehr als 1,80 Metern im Fonds auf langen Strecken dann aber doch etwas knapp. Angenehm sind die zahlreichen Staumöglichkeiten für Schlüssel, Handy oder andere Kleinigkeiten. In die Seitenfächer der Türen passt sogar eine 1,5-Liter-Flasche. 352 Liter fasst indessen der Kofferraum mit doppeltem Ladeboden. Werden die asymmetrisch teilbaren Rücksitzlehnen zur annähernd ebenen Fläche umgeklappt, passen maximal 1155 Liter rein. Die Ladekante ist zwar vergleichsweise hoch, der Wochenendeinkauf oder das kleine Reisegepäck lässt sich aber dennoch rückenschonend ein- und ausladen.

Rückenschonend ist überdies die Abstimmung des Fahrwerks. Die Techniker eine haben eine eher straffe Ausrichtung von Federung und Dämpfung gewählt, ohne dass der Komfort darunter leidet. Bei langsamerer Fahrt über kurze Wellen wird das mit leichten Stößen quittiert. Je zügiger man aber unterwegs ist, desto weniger störend wird das. Spätestens auf kurvenreichen Landstraßenpassagen spielt der Wagen sein Können aus. Da verhält sich der kleine Kia wie ein ganz Großer. Keine Wankbewegung stört die Fahrt. Ganz gelassen nimmt der Fronttriebler selbst flotter gefahrene Kurven. Daran hat die präzise und gute Rückmeldung gebende Lenkung einen großen Anteil.

In 10,3 Sekunden auf Tempo 100

Bei höheren Geschwindigkeiten rückt das ansonsten leichte Brummen des Dreizylinders in den Hintergrund, da die Windgeräusche deutlich zunehmen. Souverän beschleunigt der Stonic bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 185 Kilometern in der Stunde. Der 120 PS starke Turbobenziner bietet bei einem maximalen Drehmoment von 172 Newtonmetern zwischen 1500 und 4000 Umdrehungen ausreichend Antritts- und Durchzugskraft. Die Tempo-100-Marke ist laut Kia in 10,3 Sekunden erreicht. Arbeitet das Einliter-Aggregat allerdings allzu intensiv und häufig im Volllastbereich, dann rückt der Normverbrauch von fünf Litern in weite Ferne. Im Mix aus Stadtverkehr und Überlandkilometern zeigt der Bordcomputer 7,9 Liter an. Die Kombination aus wenig Hubraum und Turboaufladung hat gerade in dieser Hinsicht ihre Tücken.

Ein großer Pluspunkt des koreanischen Herstellers ist die umfangreiche Ausstattung. Schon in der Basisversion (18.390 Euro) sind unter anderem Klimaanlage, Radio und Bluetooth-Freisprecheinrichtung eingebaut. Entscheidet man sich für die Spirit-Ausstattung gibt es zudem Klimaautomatik, Sitzheizung, Regen- und Parksensoren, Fernlichtassistent und Sitze mit Stoff-Leder-Bezug. Wer sich zusätzlich das Technologie-Paket (890 Euro/LED-Rückleuchten, Smart-Key und Startknopf, Spurwechselassistent und Querverkehrwarnung) gönnt, muss unter dem Strich 24.320 Euro für den Stonic überweisen. Dafür steht dann aber tatsächlich ein rundum alltagstauglicher Kleinwagen-SUV vor der Tür. Die siebenjährige Garantie, die Kia jedem Neuwagen mit auf dem Weg gibt, ist natürlich inklusive. Sabine Neumann

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