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Honda Jazz Crossstar: Ein Kleiner spuckt große Töne

Honda Jazz Crossstar : Ein Kleiner spuckt große Töne

Dieser Kleine kann durchaus große Töne spucken. Hondas neuer Jazz ist technisch auf dem aktuellen Stand und wartet mit raffinierten, vor allem praktischen Lösungen auf.

In der Version Crosstar, dem SUV-artig angehauchten Schwestermodell, haut der Honda Jazz auch optisch auf die Pauke. Das gilt allerdings ebenso für den Preis.

Mit einer Länge von 4,09 Metern misst der Jazz Crosstar fünf Zentimeter länger und drei Zentimeter höher als der herkömmliche Serienbruder. Von dem unterscheidet sich das SUV‘le zudem durch zwei Zentimeter mehr Bodenfreiheit (15,2 Zentimeter) sowie eine um einen Zentimeter breitere Spur. Details wie die integrierte Dachreling, ein markanter Kühlergrill, schwarze Verkleidungen an den Radhäusern, Seitenschweller, eine Dachreling samt spezielle schwarz-silberne Leichtmetallfelgen verhelfen dem Kleinen zumindest äußerlich zu einer gewissen Robustheit. Für das gewisse Extra sind die exklusive Außenfarbe Surf Blue (390 Euro) und das in Schwarz gehaltene Dach (700 Euro) verantwortlich.

Im Innenraum fällt sofort die geräumige und luftige Atmosphäre auf. Selbst im Fond haben die Mitreisenden überraschend viel Kniefreiheit. Fahrer und Beifahrer sitzen auf einem komplett neu entwickeltem Gestühl. Eine hochwertigere Mattenstruktur und 30 Millimeter dickere Polster sorgen für mehr Sitzkomfort und eine bessere Unterstützung im Bereich der Lendenwirbel.

Aus europäischer Sicht ist die Verstellung über zwei Hebel an der Seite nicht ganz so komfortabel. Aber die Asiaten ziehen diese Lösung vor. Dafür haben sich die Honda-Ergonomen in anderer Hinsicht umso mehr Gedanken gemacht.

So ist das Bremspedal so positioniert, dass es eine natürlichere Fußhaltung als bisher ermöglicht. Der Verstellbereich des Lenkrads wurde ebenfalls optimiert. Selbst groß gewachsene Fahrer finden jetzt eine ergonomische Position am Steuer.

Variabler Innenraum

Die gleiche Höhe der Armauflage der Mittelkonsole und der Armlehnen in den Türen reduziert insbesondere auf längeren Fahrten das Risiko, Nacken- oder Schulterverspannungen zu bekommen. Ein Plus an Sicherheit bieten die besonders schmal konzipierten A-Säulen. Das horizontale Sichtfeld vergrößert sich im Vergleich zum Vormodell von 69 auf 90 Grad.

Feinarbeit wurde in dem Jazz-typischen Highlight, dem sehr variablen Innenraum, geleistet. Die weiterhin wie Kinosessel hochstellbaren Sitze besitzen jetzt dickere Polster und längere Oberschenkelauflagen. Ein Plus an Bequemlichkeit. Wird die Sitzfläche mit einem Handgriff hochgeklappt, dann lassen sich selbst voluminöse und vor allem höhere Gegenstände problemlos einladen. Die Türausschnitte sind entsprechend groß gezeichnet. So steht dem größeren Einkauf für die Familie nichts im Wege.

Das Kofferraumvolumen beträgt beim Crosstar mit 298 Litern sieben Liter weniger als in der normalen Version. Durch Vorklappen der hinteren Lehnen steigt das Ladevolumen auf 1199 Liter bei dachhoher Beladung. Die niedrige Ladekante und der kastige Zuschnitt des Ladeabteils machen die Beladung angenehm einfach.

Im Vergleich zum Vorgänger wirkt der Innenraum des – einzig in der Topausstattung Executive lieferbaren – Jazz Crosstar jetzt deutlich hochwertiger. Das gilt für die Auswahl der Materialien ebenso wie für deren Verarbeitung. Der Armaturenträger mit der integrierten Instrumenteneinheit (Sieben-Zoll-TFT) ist schlank gezeichnet.

Der zentrale Neun-Zoll-Touchscreen lässt sich dank großer Icons einfach ablesen und bedienen. Eine kleine Kante an der Unterseite des Screens dient beim Bedienen des Touchmonitors als stützende Auflage für den Daumen und die rechte Hand. Die Menüführung ist jedoch etwas umständlich und gewöhnungsbedürftig. Umso erfreulicher, dass alle anderen Funktionen und Regler leicht zugänglich und intuitiv bedienbar sind. Sogar an einen eigenen Drehregler für die Veränderung der Lautstärke wurde gedacht.

Apropos Lautstärke: Bei ruhiger Fahrweise bleiben Außengeräusche inklusive die des Motors weitestgehend draußen. Sobald allerdings mehr Leistung vom Antrieb gefordert wird, dann wird es zumindest kurzfristig unangenehm laut an Bord. Verantwortlich dafür ist maßgeblich die Übertragung der Kraft über ein e-CVT-Getriebe. Je stärker das Gaspedal durchgedrückt wird, desto höher geht die Drehzahl – und damit auch die heulenden, unangenehmen Töne des Triebwerks.

Dabei handelt es um einen 1,5-Liter Benziner (98 PS) in Kombination mit zwei Elektromotoren. Die entscheidende technische Neuerung des Jazz. Eine der E-Maschinen leistet 109 PS, die andere fungiert lediglich als Generator. Das maximale Drehmoment von 131 Newtonmetern liegt zwischen 4500 und 5000 Umdrehungen an. Die Beschleunigung aus dem Stand auf Tempo 100 gibt Honda mit 9,9 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit m 173 Kilometern in der Stunde (km/h) erreicht.

Gelassen an der Fünf-Liter-Marke

In der Stadt fährt der Kleinwagen überwiegend elektrisch. Auf der Landstraße oder Autobahn sowie bei konstanter Drehzahl wirkt der Verbrenner in den meisten Fällen auf den Generator, der wiederum die Energie für den elektrischen Antriebsmotor erzeugt. Bei Volllast hingegen wird die Leistung des Benziners direkt auf die Vorderachse geleitet.

So oder so lässt sich der Crosstar rundum flott bewegen. Der WLTP-Normverbrauch von 3,9 Litern ist allerdings selbst bei ruhiger Fahrweise nicht ganz zu erreichen. Doch bei gelassener Fahrt wird die Fünf-Liter-Marke nur knapp überschritten.

Fahrwerkstechnisch ist der Jazz auf Komfort ausgelegt. Ramponierte Straßenabschnitte passiert der Kleinwagen somit recht souverän. Federung, Dämpfung und Lenkung sind aber so ausgelegt, das Kurven durchaus zügig anvisiert werden können.

In punkto Sicherheit beinhaltet der kleine Honda eine gute Ausstattung. Mit Klimaautomatik, Lenkradheizung, Rückfahrkamera, Soundsystem, anklappbare Spiegel, Alufelgen sowie die Einparkhilfe vorne wie hinten zeigt Honda, dass Kleinwagen überaus komfortabel sein können. Der Preis von 27.190 Euro ist allerdings ebenfalls ein Paukenschlag.