Auto verleihen: Ein Freundschaftsdienst mit Risiken

Auto verleihen : Ein Freundschaftsdienst mit Risiken

Mal eben dem Kumpel das eigene Auto leihen, wenn dessen Wagen in der Werkstatt steht? Oder der Freundin, die umzieht? Warum nicht? Allerdings nennen die Fachleute der Arag-Rechtschutzversicherung in Düsseldorf einige triftige Gründe, warum man nicht so einfach seine Autoschlüssel aus der Hand geben sollte.

Bei einem Unfall kann durch diesen Freundschaftsdienst nämlich viel Ärger entstehen. Bevor man sein eigenes Fahrzeug verleiht, sollte man einen Blick in seinen Versicherungsvertrag werfen. Dort kann ein eingeschränkter Nutzerkreis festgelegt sein. Oft sind dabei weitere Fahrer, Fahrer, die nicht zur Familie gehören, oder solche unter einem bestimmten Alter ausgeschlossen.

So spießig es klingen mag: Ein Vertrag zwischen Kumpel und Halter sorgt für Klarheit. „Darin sollte vor allem festgelegt werden, dass der Freund das Auto auf eigene Gefahr nutzt“, empfehlen die Arag-Fachleute. Es sollte ebenfalls geklärt werden, wer bei Schäden für die Reparaturkosten aufkommt. Dies ist insbesondere bei einer Teilkaskoversicherung wichtig, die zwar Fremdschäden bezahlt, aber nicht die am eigenen Fahrzeug. Aber auch bei einer bestehenden Vollkaskoversicherung sollte festgelegt werden, wer bei einem Unfall die Selbstbeteiligung zahlt.

Zudem ist zu beachten: Wer zahlt die Hochstufung des Schadenfreiheitsrabattes nach einem Unfall? Wer übernimmt die Kosten, wenn die Haftpflichtversicherung nach einem Unfall zwar den Schaden zahlt, aber den Tarif daraufhin erhöht? Wer kommt dafür auf, wenn die Versicherung bei schweren oder vorsätzlichen Verfehlungen im Straßenverkehr sogar eine Jahresprämie als Strafzahlung fordert?

Darüber hinaus kann im Vertrag festgelegt werden, wie viele Kilometer der Ausleiher fahren darf, wie lange er das Auto benötigt, wer im Falle einer längeren Leihperiode die laufenden Kosten trägt und ob der Wagen an weitere Freunde verliehen werden darf.

Ärger beim Verleihen kann es darüber hinaus geben, wenn sich der Freund nicht an die Straßenverkehrsordnung hält. Daher raten die Arag-Experten, vertraglich festzuhalten, wer für Bußgelder aufkommt. Grundsätzlich muss zwar der Fahrer zahlen - wenn er denn ermittelt werden kann. Anders sieht es aus, wenn es im ruhenden Verkehr zu Verstößen kommt, weil der Kumpel das ausgeliehene Auto etwa falsch parkt. Dafür muss der Halter zahlen.

(nom/amv)
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