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Ein Fahrbericht zum Kia XCeed

Fahrbericht : Der Kia XCeed – Eine gelungene Mischung

Auf der Wunschliste steht: höher, aber nicht wirklich hoch sitzen; viel Platz für die Passagiere sowie ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis. Wer bei Kia nach einem solchen Angebot sucht, dürfte beim XCeed einen Treffer landen.

Der Crossover verbindet die Tugenden eines Kombi mit denen eines SUV. Etwas mehr Bodenfreiheit (18 Zentimeter), markant gezeichneter Kühlergrill, ein großer unterer Lufteinlass, Kunststoffbeplankungen an Radhäusern und Türschwellern, ein optischer Unterfahrschutz am Heck - die Designer haben es geschafft, den 4,40 Meter langen und 1,49 Meter hohen XCeed zu einem ebenso schicken wie robust wirkenden Alltagsbegleiter zu gestalten. Dass die lang gestreckte Motorhaube und das coupéartig nach hinten abfallende Dach entfernt an ein Modell aus Zuffenhausen erinnert, ist sicher kein Nachteil.

Ganz so luxuriös wie das Fahrzeug des Sportwagenherstellers ist der Innenraum des Kia natürlich nicht. Doch der koreanische Autobauer muss sich in dieser Hinsicht keinesfalls verstecken. Materialien und Verarbeitung sind auf alle Fälle hochwertig. Das Ausstattungsniveau „Spirit“ sorgt unter anderem mit allerlei Klavierlack- und Aluminiumflächen für eine gediegene Atmosphäre an Bord. Die Sitze sind mit Teilleder bezogen.

So bequem und großzügig das Gestühl geschnitten ist, so störend ist die weit nach vorne gezogene Kopfstütze. Dadurch ist eine wirklich aufrechte Sitzhaltung, beziehungsweise eine Abstützung der Schulterpartie nicht möglich. Positiv ist indessen die elektrisch verstellbare Lendenwirbelsäulenstütze für Fahrer und Beifahrer. Fond-Passagiere müssen sich keine Sorgen machen, dass die starke Dachneigung die Kopffreiheit einschränkt. Sowohl über dem Haupthaar als auch für die Beine ist ausreichend Platz vorhanden.

Das gilt gleichermaßen für das Gepäckabteil. 426 Litern Kofferraumvolumen reichen beispielsweise aus, um vier große und eine kleine Kiste Getränke zu verstauen. Werden die hinteren Lehnen vorgeklappt (40:20:40) wächst der Stauraum auf 1378 Liter. Der Boden des Abteils ist in der Höhe verstellbar. Mit 78 Zentimetern Höhe liegt die Ladekante noch auf einigermaßen rückenfreundlichem Niveau. Die elektrische Heckklappe (Teil des Xclusive-Pakets/1590 Euro) erleichtert das Be- und Entladen.

Leicht und intuitiv erfolgt die Bedienung der Instrumente. Dazu trägt wesentlich die moderne und übersichtliche Gestaltung des Armaturenträgers bei. Die Kia-Designer beweisen dabei Liebe zum Detail. So geben unterschiedliche Oberflächen wie beispielsweise an den feinen Tasten des Multifunktionslenkrads über einen taktilen Reiz Hinweis auf die Funktion. Auf ein volldigitales Cockpit müssen Spirit-Käufer zwar verzichten.

Mit Smartphone-Anbindung

Die Anzeigen sind dessen ungeachtet mit einem Blick erfassbar. Der 10,7-Zoll große Touchscreen ist mittig in einer gut einsehbaren Höhe installiert. Smartphone-Anbindung über Apple-Car-Play oder Android Auto sowie digitaler Radioempfang gehören zum Lieferumfang des XCeed. Das Navigationspaket schlägt mit 1390 Euro zu Buche.

Die Topmotorisierung, der 204 PS starke 1.6 T-GDI, steht in Verbindung mit einem leichtgängigen und gut abgestimmten Sechsgang-Schaltgetriebe mit 28.290 Euro in der Preisliste. Der Motor präsentiert sich gleichermaßen antrittsstark wie kraftvoll und laufruhig. Das maximale Drehmoment von 265 Newtonmetern (Nm) liegt zwischen 1500 und 4500 Umdrehungen an. Für den Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 vergehen laut Kia 7,7 Sekunden. Bei 220 Kilometern pro Stunde (km/h) ist demnach die Höchstgeschwindigkeit erreicht.

Die Zahlen sind das Eine. Im Alltag stehen sie vor allem für eine sehr entspannte Art der Fortbewegung. Zumal das Triebwerk selbst dann sehr zurückhaltend mit den Arbeitsgeräuschen bleibt, wenn es stark gefordert wird. Der Verbrauch hält sich ebenfalls im Rahmen. Laut WLTP ist der Direkteinspritzer mit 6,9 Litern angegeben. Bei viel ruhigem Stadtverkehr und einigen schnellen Autobahnfahrten pendelt sich der Spritbedarf bei 8,5 Litern ein.

Das Fahrwerk des XCeed ist im Vergleich zu den anderen Modellen der Baureihe Fahrwerk komplett anders ausgelegt. Das tut dem Wagen spürbar gut. Vibrationen und Schwingungen sind durch die Gasdruckstoßdämpfer an der Vorderachsen auf ein Minimum reduziert. Die komfortable Abstimmung lässt sich dennoch von zügig genommenen Kurven nicht beeindrucken. Kreuzbrav bleibt der ausschließlich über die Vorderräder angetriebene Wagen in der Spur. Allradantrieb gibt es nicht im Angebot.

Kia spart jedoch keineswegs an Ausstattung. So sind Frontkollisionswarner mit Bremseingriff und Fußgänger- beziehungsweise Fahrraderkennung, eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage oder ein Stauassistent ebenso an Bord wie Klimaautomatik, Rückfahrkamera, elektrisch anklappbare Außenspiegel oder 18-Zoll-Felgen. Im Preis von 31.860 Euro ist die Sieben-Jahres-Garantie von Kia natürlich inbegriffen.

(amv)