1. Leben
  2. Auto

Ein Fahrbericht über den Fiat 500X Urban

Fahrbericht : Von allem etwas beim Fiat 500X Urban

Der Fiat 500X will von allem etwas sein, Kompaktwagen, Familienkutsche, SUV. Manches davon meistert er gut, so bietet er beispielsweise ein ordentliches Platzangebot.

Grundsätzlich bleibt der 500X ein maximierter Cinquecento. Aber er bringt der Abwechslung in die Crossover-Szene. Nach der jüngsten Modellüberarbeitung – offiziell wurde er auf dem Pariser Autosalon 2014 vorgestellt – präsentiert sich der 500X außen nur wenig verändert, besitzt jetzt aber einen schöneren Innenraum, mehr Assistenzsysteme und bessere Ausstattung.

So wurden die Xenonscheinwerfer durch LED-Technik ersetzt, die 20 Prozent heller sein soll. Zudem haben die Scheinwerfer eine etwas andere Optik. Das Aussehen der LED-Rücklichter wurde ebenfalls aktualisiert. Die Preisliste für die Modellvariante Urban mit einem 120 PS-Vierzylinderdiesel (Euro 6DTemp) beginnt bei 20.990 Euro. Gönnt man sich das ein oder andere Extra, etwa eine Bicolore-Lackierung (990 Euro), summieren sich unter dem Strich 26.130 Euro.

Im Innenraum sitzt hinter dem Multifunktionslenkrad ein neu gestaltetes Kombiinstrument, das nun zwischen den beiden analogen Rundanzeigen ein größeres TFT-Display beherbergt. Hier kann sich der Fahrer verschiedene Fahrzeugparameter anzeigen lassen. Weitere Einstellungen und Informationen liefert das "Uconnect 7"-Infotainment, das weit oben auf der Mittelkonsole thront. Das System verfügt über einen großen Touchscreen sowie eine höhere Auflösung.

Smartphones können über Apple CarPlay und Android Auto gekoppelt werden. Die Apps sind dann über den Touchscreen oder per Sprachbefehl steuerbar. Zur Grundausstattung gehören eine Verkehrszeichenerkennung, eine automatische Geschwindigkeitsregelung und eine Spurführungshilfe.

Vorne bietet der 4,27 Meter lange Fiat selbst großen Insassen ein reichliches Platzangebot. Im Fond lässt es sich dank guter Kopffreiheit ebenfalls kommod reisen. Man steigt bequemer ein, sitzt ein bisschen höher, genießt einen besseren Überblick und fühlt sich sicherer als in einem klassischen Kompaktwagen. Der Kofferraum bietet 350 Liter Stauraum, legt man die Rückbank flach, passen bis zu 1000 Liter hinein.

Leichtgängige Lenkung

Der 120 PS-Diesel des Fronttriebler ist mit einen manuellen Getriebe kombiniert. Das reicht für das knapp 1,5-Tonnen schwere Fahrzeug, vorausgesetzt, man schaltet die sechs Gänge mit dem etwas hakelig-wirkenden Getriebe zügig durch und hält das Aggregat bei Laune. Nach 10,7 Sekunden erreicht der 500X Landstraßentempo, Schluss ist erst bei erstaunlich flotten 187 Kilometern pro Stunde (km/h), so Fiat. Für 100 Kilometer weist der Bordcomputer rund sieben Liter als Verbrauchswert aus.

Weniger freundlich sieht es im Kapitel Fahrkomfort aus, wenn urbane Gefilde verlassen werden. Selbst scheinbar glatte Straßenbeläge quittiert der Fiat mit spürbarer Ruppigkeit und lässt seine Insassen an den Schlaglöchern unmittelbar teilhaben. Kurven durchfährt er gelassen und sicher, nur nicht so sportlich, wie man es bei einem solch straffen Fahrwerk erwarten würde. Es federt auf kurzen Unebenheiten wenig sanft an, und zumeist ist eine leichte, aber permanente Unruhe in den Aufbau spürbar.

Diese Fahrcharakteristik scheint den Technikern und Ingenieuren bewusst zu sein, denn Fiat selbst sagt: „Der 500X Urban ist in Design und Ausstattung auf den Einsatz im städtischen Umfeld ausgerichtet“. Dank der sehr leichtgängigen Lenkung lässt sich der Wagen in diesem Habitat agil dirigieren.

Dort reüssiert er mit trendigem Stil und Ambiente, hebt sich von der Konkurrenz ab. Für seine Fans ist er ein Sympathieträger, denn sein Design setzt unübersehbar auf Retro, opfert dem aber nicht zu viel Alltagskompetenz. So macht das X-Modell immerhin ein knappes Viertel an den Verkäufen der 500er-Baureihe aus - und die ist derzeit für die italienische Marke mit Abstand die wichtigste.