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E-Mobilität in Deutschland vergleichsweise niedrig

Ein internationaler Vergleich : E-Mobilität in Deutschland vergleichsweise niedrig

In China wird es im Gesamtjahr 2018 erstmals mehr als eine Million E-Fahrzeugneuzulassungen geben. Tesla Model 3 erweist sich als Absatztreiber für E-Fahrzeuge auf dem US-Markt im vierten Quartal. In Norwegen ist bereits fast jede zweite Neuzulassung ein E-Fahrzeug.

Deutschland steht im internationalen Vergleich nur mit moderaten Elektroauto-Zuwächsen da, sowie einem relativ niedrigen Marktanteil. Das ist das Ergebnis einer Marktanalyse des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach

Im Leitmarkt China rechnen die Analysten zum Ende des Jahres mit einem Zuwachs von 64 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Marktanteil der E-Fahrzeuge an den Gesamtzulassungen steigt auf von 2,7 auf 4,6 Prozent. In den USA erhöhen sich die Absatzzahlen für E-Fahrzeuge im Jahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 84 Prozent auf 356.000 Einheiten. Die USA ist somit nach China mit weitem Abstand der zweitwichtigste Markt für Elektromobilität. Wesentlicher Treiber dieses dynamischen Anstiegs in den USA ist Tesla: Auf das Model 3 entfallen bereits 37 Prozent aller E-Fahrzeugzulassungen in den USA, auf alle Tesla Modelle insgesamt über 50 Prozent.

Insgesamt hat sich in den USA der Marktanteil von E-Autos von 1,1 Prozent auf 2,1 Prozent im Jahr 2018 nahezu verdoppelt. Das kleine Land Norwegen ist nach Absatzzahlen das wichtigste E-Automobilland in Europa. Im Gesamtjahr steigen die Neuzulassungen von E-Autos auf 73.000 Einheiten. Gleichzeitig belegt das Land seine Ausnahmeposition in punkto Markanteil, der von 39,3 Prozent im Vorjahr auf 47,9 Prozent im Jahr 2018 steigt.

In Deutschland werden die E-Neuzulassungen im Gesamtjahr 2018 nur moderat auf rund 68.000 Pkw zunehmen, was einen Zuwachs von 26 Prozent bedeutet (Jan.-Nov. 2018: 61.800 E-Pkw). Der Marktanteil steigt von 1,6 Prozent auf 2,0 Prozent an.

In den weiteren europäischen Ländern kommt Großbritannien auf rund 59.000 E-Fahrzeuge, während in Frankreich bis Jahresende etwa 45.000 Stromer neu zugelassen werden dürften. In den Niederlanden verdreifachen sich nahezu die Absatzzahlen von Elektrofahrzeugen auf rund 24.000. Dort steigt der Marktanteil auf 5,2 Prozent. Auch in Schweden nehmen die E-Fahrzeugabsätze deutlich zu und belaufen sich auf einem Marktanteil von acht Prozent. Dagegen ist in Japan mit einem Rückgang der E-Fahrzeugzulassungen auf etwa 50.00 zu rechnen, wodurch der Marktanteil auf 1,1 Prozent sinkt.

Nach den Beobachtungen von Stefan Bratzel, Leiter der Studie, nimmt die Elektromobilität in vielen Ländern bereits erheblich Fahrt auf. „Dabei wird die Dynamik vor allem von regulatorischen Rahmenbedingungen und attraktiven Modellangeboten einiger Hersteller getrieben“, erläutert Bratzel. Er prognostiziert, „die Elektromobilität wird zwar auch im nächsten Jahr weiter an Bedeutung gewinnen. Jedoch ist erst ab dem Jahr 2020 von einer sehr hohen Dynamik auszugehen“. Ausschlaggebend sind die massiven Produktanstrengungen vieler Hersteller und das zu erwartende regulatorische Umfeld in zentralen Autoländern.

Für Deutschland und die EU ist laut Studie ab 2020 mit einem exponentiellen Anstieg des E-Autoabsatzes zu rechnen, da die Hersteller die CO2-Ziele erreichen müssen und Strafzahlungen verhindern wollen. Im Jahr 2025 werde auf globaler Ebene in einem optimistischen Szenario mit rund 25 Prozent, mithin 25 Millionen jährlich neu zugelassenen Elektro-Pkw gerechnet, im konservativen Szenario mit etwa 12 Prozent.

(amv)