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Wartung der Klimaanlage: Die kalte Luft sorgsam dosieren

Wartung der Klimaanlage : Die kalte Luft sorgsam dosieren

Statt erfrischend kühler Luft pumpt die Klimaanlage üblen Geruch in den Innenraum. „Dann ist meistens Restfeuchtigkeit oder Pilzbefall am Verdampfer die Ursache“, weiß Eberhard Lang von TÜV Süd in München.

Daher sollte die Klimaanlage im Rahmen der üblichen Inspektionen und natürlich, wenn die Kühlleistung nachlässt, gewartet und gegebenenfalls die Innenraumfilter gewechselt werden, rät er. Bei manchen Modellen kann man selbst prüfen, ob die Anlage noch ausreichend Kühlmittel hat. In der Gebrauchsanweisung steht, wo das Schauglas unter der Motorhaube zu finden ist. Ist der Füllstand zu gering, sollte umgehend die Werkstatt korrigierend eingreifen.

Eine Inspektion der Klimaanlage schlägt mit mindestens 70 Euro zu Buche, kalkuliert Lang. Von Billigangeboten, wie sie vielfach zum Beginn des Sommers angeboten werden, hält der Fachmann wenig: „Da wird vielfach nur der Druck geprüft.“ Profis setzen bei der Neubefüllung der Anlage oft ein Kontrastmittel ein. „Eventuelle Leckagen lassen sich später so leichter orten“, erläutert Lang.

Grundsätzlich, so empfiehlt der TÜV Süd-Fachmann, sollte die Klimaanlage regelmäßig, selbst bei mäßigen Temperaturen, mindestens zehn Minuten eingeschaltet werden. Das bewirkt eine ausreichende Schmierung des Systems; Verunreinigungen am Verdampfer werden durch ablaufendes Kondenswasser weggewaschen.

Wer sehr sorgfältig sein möchte und Schäden vorbeugen will, der schaltet die Kühlung bei laufendem Gebläse aus, kurz bevor er sein Auto parkt. Das verhindert Restfeuchtigkeit am Verdampfer und reduziert die Gefahr von Geruchsbildung. Allerdings: „In der Praxis kenne ich kaum jemanden, der das wirklich konsequent macht“, sagt Lang.

Wichtig ist überdies, die gewünschte Temperatur nicht zu niedrig zu wählen. Der stetige kalte Luftstrom und die oft erheblichen Temperaturunterschiede können sonst schnell eine böse Erkältung verursachen. Die Klimaanlage in einem Büro und auch im Auto sollte auf etwa 20 bis 24 Grad Celsius eingestellt sein. Die Temperaturdifferenz zwischen Außentemperatur und Raumtemperatur sollte maximal sechs Grad Celsius betragen, rät beispielsweise der Deutsche Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte. „Und man sollte vermeiden, dass die Kaltluft einen direkt anströmt“, schildert Lang seine Erfahrungen. Vor allem entlang der Windschutzscheibe bläst es mitunter recht kalt auf die Stirn von Fahrer oder Beifahrer. Der TÜV Süd-Fachmann: „Manchmal kann man sich mit dem Herunterklappen der Sonnenschutzblende davor schützen.“

Vor dem Losfahren empfiehlt der Experte, alle Fenster oder Türen für einige Minuten zu öffnen. Nach dem Start das Umluftgebläse kurz einschalten, erst dann die Klimaanlage in Betrieb nehmen. So kann eine schnellere Luftabkühlung erreicht werden. Auf kürzeren Strecken bleibt die Klimaanlage am besten ganz aus. „Das schont Umwelt und Geldbeutel“, schildert Lang seine Erfahrungen.

(nom/amv)