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Baustellen: Die Angst fährt mit

Baustellen : Die Angst fährt mit

Baustellen gehören zum Alltag auf der Autobahn. Rund 500 gibt es derzeit. „Sie sind erfahrungsgemäß eine häufige Unfallquelle“, warnt Eberhard Lang von TÜV Süd in München. Das zeigt sich besonders, wenn zu den Hauptreisezeiten der Verkehr sich ballt.

Insbesondere das Fahren auf der linken Fahrspur wird aufgrund der Enge - oft sind es nicht mehr als 2,50 Meter - von vielen Autofahrern als besonders unangenehm empfunden. Üblicherweise stehen je 3,75 Meter für die rechte und linke Fahrspur zur Verfügung. „Umfragen zufolge fühlt sich knapp die Hälfte der Befragten in Autobahnbaustellen nicht sicher und jeder sechste Fahrer verspürt sogar regelrecht Angst“, weiß Lang. Die engen Platzverhältnisse, die ungewohnte Spurführung verlangen Konzentration, verzeihen einem Autofahrer kein gedankliches Abschweifen, kein Hantieren am Radio und schon gar nicht am Telefon, selbst mit Freisprecheinrichtung.

„In Baustellenbereichen ist die rechte Fahrspur grundsätzlich breiter und daher Autofahrern, die sich auf der linken Spur unsicher fühlen, zu empfehlen“, erläutert Lang. Vielfach ist die linke Spur zudem nur bis zu einer bestimmten Breite erlaubt. Tückisch: Der in den Fahrzeugpapieren eingetragene Wert über die Breite eines Pkw weist nur die Abmessungen ohne die Außenspiegel aus. „Deshalb sollten man sich über die tatsächliche Breite seines Fahrzeugs informieren“, legt der TÜV Süd-Fachmann Autofahrern ans Herz, „sonst droht Bußgeld“. Das gilt ebenso für die Tempolimits. Erfahrungsgemäß sind Baustellenbereiche ein gern gewählter Platz für Geschwindigkeitskontrollen.

„Wenn vor der Baustelle die Anzahl der Fahrspuren reduziert wird, heißt es, sich nach dem Reißverschlusssystem einzuordnen. Es gelten Tempolimits und Überholverbote. Mitunter werden Autofahrer durch entsprechende Beschilderung dazu aufgefordert, in Baustellen versetzt zu fahren. „Durch den Verzicht auf Überholmanöver lassen sich Unfälle mit dem Nebenmann vermeiden“, gibt der TÜV Süd-Fachmann zu bedenken, „deshalb ist es ratsam, Spurwechsel sowie Überholmanöver in der Baustelle zu vermeiden“. Baustellen sind nur selten länger als zehn Kilometer. Der Zeitvorteil beträgt also nur wenige Sekunden. Man ist mithin kaum langsamer, aber viel sicherer unterwegs. Ganz wichtig und sicherheitsrelevant ist der ausreichende Abstand zum Vordermann. „Besondere Vorsicht ist im Verschwenkungsbereich angebracht“, erinnert Lang: „Lastwagen oder Gespanne brauchen dort mehr Platz.“

Im Falle einer Panne gilt, Warnblinker einschalten und das Fahrzeug so weit wie möglich am rechten Fahrbahnrand abstellen. Anschließend sollten alle Autoinsassen den Wagen auf der dem Verkehr abgewandten Seite verlassen und zuvor ihre Warnweste überstreifen.

Erhöhte Aufmerksamkeit ist bei Nachtbaustellen geboten. Besonders kritisch ist der Übergang von beleuchteten auf unbeleuchtete Abschnitte. „Im Zweifel das Tempo reduzieren, damit man die Spurführung besser erkennen und sich orientieren kann“, rät Lang.

(amv)