„Hey Volkswagen“: Der VW Golf VIII ist vertrauten Grundprinzipien treu geblieben

„Hey Volkswagen“ : Der VW Golf VIII ist vertrauten Grundprinzipien treu geblieben

So persönlich und individuell war noch kein VW Golf zuvor. Die achte Generation der Wolfsburger Ikone, die Anfang Dezember zu Preisen ab knapp unter 20.000 Euro zu den Händlern rollt, bietet mehr Möglichkeiten der Individualisierung denn je – und ist doch vertrauten Grundprinzipien treu geblieben.

Ein Grund für den seit 45 Jahren anhaltenden Erfolg des Golfs ist der Wiedererkennungswert. Auch diesmal haben es Chefdesigner Klaus Bischoff und sein Team geschickt verstanden, die Karosserie zwar weiterzuentwickeln, die typische DNA der Baureihe aber zu erhalten. So präsentiert sich der Golf 8 in den Abmessungen quasi unverändert. Und doch wirkt er deutlich dynamischer und moderner als sein Vorgänger. Großen Anteil daran hat die flacher verlaufende Front mit den schmal gezeichneten serienmäßigen LED-Scheinwerfern sowie dem weit nach außen gezogenen Lufteinlass.

An den markanten Powerdomes auf der Motorhaube sowie den muskulösen Radhäusern lässt sich der neue Jahrgang ebenfalls deutlich identifizieren. In der Seitenansicht fallen die hohe Schulterlinie und das nach hinten abfallende Dach (zwei Zentimeter tiefer als beim Golf 7) auf. Vertraut indessen ist die breite C-Säue mit dem typischen Knick. Am Heck fallen die in einer Falz der Kofferraumklappe platzierten Rücklichter und der integrierte Dachspoiler ins Auge. „Noch nie zuvor hatte ein Golf eine derart sportliche Ausstrahlung“, schwärmt Ralf Brandstätter, Chief Operating Officer (COO) der Marke VW.

Zu einer echten Überraschung führt der Blick in den Innenraum. Ähnlich wie im Touareg blickt der Fahrer jetzt auf digitale Instrumente auf einem 10,25 Zoll großen Display. Die Anzahl der mechanischen Tasten ist deutlich reduziert. Die Bedienung von Licht oder Heizung erfolgt über ein hoch angeordnetes, digitales Tastenfeld links von den Instrumenten.

Ganz neu und bemerkenswert alltagstauglich sind die so genannten Touchslider. Dabei handelt es sich um feine Rinnen vor dem Touchscreen (8,25 Zoll) für das serienmäßige Infotainmentsystem. Mit dem Wischen des Fingers darüber lassen sich unter anderem die Lautstärke oder die Klimaautomatik regeln, ohne den Blick von der Straße nehmen zu müssen. Als Alternative zum klassischen Drehknopf ist das eine weitaus bessere Alternative als die reine Touch-Variante. Einzug hält auf Wunsch aber auch das bereits aus dem Passat bekannte Bedienkonzept mit einem digitalen Assistenten. Mit der Aufforderung „Hey Volkswagen“ unterstützt er den Fahrer nicht nur bei Fragen rund um die Navigation oder Hotelreservierung, er öffnet und schließt auch Fenster und Schiebedach oder regelt die Temperatur.

Passend zu der zukunftsweisenden Optik der beiden ineinander übergehenden Bildschirme haben die Gestalter Armaturentafel und Mittelkonsole voneinander getrennt, um mehr Leichtigkeit in den vorderen Bereich zu bringen. Insgesamt besticht der Innenraum wieder durch seine hochwertig wirkenden Materialien und gelungene Details. „Unser Ziel war es, modernste Technologien einem großen Kundenkreis zugänglich zu machen“, sagt Brandstätter.

An den kleinen Wählhebel für das optionale Doppelkupplungsgetriebe muss sich der eine oder andere wahrscheinlich erst gewöhnen. Aber immerhin hat der Golf das mit dem neuen Porsche 911 gemein.

Konzernchef Herbert Diess betont, dass die Kunden die Wahl zwischen einer Vielzahl von Antriebsvarianten haben. „Das Motorenprogramm wird nach und nach außer effizienten Benzinern und Dieseln auch Erdgas-, Mild-Hybrid- und Plug-in-Hybrid-Versionen beinhalten.“ Das Leistungsspektrum spreizt sich nach Anlauf aller Motorversionen zwischen 90 PS und mehr als 300 PS.

Die beiden neuen Benziner (TSI) mit einer Leistung von 90 oder 110 PS sollen sich unter anderem durch das „TSI-Miller-Brennverfahren“ durch besonders niedrige Verbrauchswerte und Emissionen auszeichnen. Bei den ebenfalls erstmals angebotenen Dieseln (115 PS/150 PS) sorgt eine zweifache AdBlue-Einspritzung dafür, die Stickoxid-Emissionen deutlich zu reduzieren und den CO2-Ausstoß um bis zu 17 Prozent zu verringern.

Die Auswahl an Hybrid-Antrieben wird von einem auf fünf Antriebe erweitert. Als Premieren wird es drei Mild-Hybridantriebe (eTSI) mit 48-Volt-Technik (110 PS/130 PS/150 PS) geben. Des Weiteren steht der Plug-in-Hybridantrieb (eHybrid) in zwei Leistungsstufen zur Wahl: eine Effizienzversion mit 204 PS und ein sehr sportlich ausgelegter, weiterentwickelter GTE mit 245 PS. Beide Versionen kommen 2020 und starten mit einer neuen 13 kWh- Batterie, die Reichweiten von bis zu 60 Kilometern nach er WLTP-Norm ermöglichen soll.

Ein Golf TGI mit Erdgasantrieb (CNG/130 PS) rundet ebenfalls im kommenden Jahr das Angebot an alternativen Antrieben ab. Auf Varianten wie den GTI, GTD und Golf R muss aber niemand verzichten. Sie kommen etwas später ins Programm.

Bereits jetzt sehr umfassend ist das serienmäßige Angebot an Assistenzsystemen. Dazu zählt der Spurhalteassistent und ein Umfeldbeobachtungssystem - inklusive City-Notbremsfunktion, Fußgänger- und Radfahrererkennung ebenso wie eine neue Ausweichunterstützung und ein neuer Abbiegeassistent.

Wer mehr will, der muss sich mit dem Einzug der vermehrten Digitalisierung im Golf 8 nicht gleich von Anfang an festlegen. Ab jetzt können Funktionen wie die automatische Distanzkontrolle „ACC“, der Fernlichtassistenten „Light Assist“, die Navigation, „App-Connect“ (Smartphone-Apps einbinden), „Wireless App-Connect“ (kabellos iPhones-Apps einbinden), ein WLAN-Hotspot oder die online-basierte Sprachbedienung nachträglich aktiviert werden. Möglich ist es aber auch, den Wagen ganz individuell auf jeden Fahrer abzustimmen. Je nachdem wer den Wagen öffnet - etwa ganz trendy per Smartphone möglich - bekommt seine zuvor gewünschte Temperatur, die Lieblingsmusik oder seine exakte Sitzeinstellung. Womit selbst bei unterschiedlichen Nutzern der Golf 8 für jeden sehr persönlich wird.

(amv)
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