1. Ratgeber
  2. Auto

Neuvorstellung: Der VW Arteon, jetzt im Doppelpack

Neuvorstellung : Der VW Arteon, jetzt im Doppelpack

Dieses Facelift hat es in sich. Parallel zur generellen Überarbeitung des VW Arteon gibt es mit dem Shooting Brake ein zweites Modell und mit einem Plug-in-Hybrid sowie der R-Version zwei neue Antriebsvarianten.

Die Fusion der zwei Autowelten, eines stylischen viertürigen Coupés mit einem praktischen Kombi, ist augenscheinlich gelungen. Klaus Bischoff, Chefdesigner des VW-Konzerns, nuanciert: „Wir haben es geschafft, die progressive Dynamik eines Gran Turismo mit der Variabilität eines Variant zu kombinieren.“ Dazu wurde die Außenhaut des Shooting Brake, der knapp 900 Euro teurer sein wird als das viertürige Coupé (Einstieg etwa 45.000 Euro), bei identischen Außenmaßen von den B-Säulen an eigenständig gestaltet.

Praktischer Vorteil des Shooting Brake ist auf alle Fälle der Gewinn an Kofferraumvolumen. Bei einer Beladung bis an die Rücksitzlehne und zur Höhe der Gepäckabdeckung stehen 583 Liter und damit 20 mehr als beim Fastback zur Verfügung. Bis an die Lehnen der Vordersitze beladen, steigt das Volumen auf 1632 Liter (Fastback: 1557 Liter). Lang ist die Ladefläche maximal jeweils 2,09 Meter (bis zu den Vordersitzen).

Das schon bislang ausdrucksstarke Gesicht des Arteon haben die Designer anlässlich der Modellpflege verfeinert. Die Kühlermaske verleiht mit vier Querstegen der Front jetzt eine größere Breitenwirkung. Die beiden oberen Streben umschließen mittig das neue, glattflächige VW-Zeichen und nach außen die serienmäßige LED-Scheinwerfer. Die untere der zwei Spangen ist außen mit LED-Lichtleitern ausgestattet. Sie bilden das Tagfahr- und Positionslicht sowie - wenn die optionalen LED-Topscheinwerfer eingebaut sind - das Blinklicht. Die Lichtelemente, der Kühlergrill und die Motorhaube bilden laut Bischoff formal eine Einheit. „Für das nun vorgestellte Arteon Update, respektive den Arteon Shooting Brake gilt das umso mehr, da die LED-Lichtleiter jetzt die komplette zweite Querspange des Kühlergrills beleuchten können,“ betont der Chefdesigner. Dazu muss allerdings das Active Lighting System (LED-Doppelscheinwerfer mit Projektor-Linsen, dynamisch geregeltes Dauerfern- und Kurvenlicht) als Sonderausstattung installiert sein.

Reagiert hat VW auf Kritik an der dereinst vom Passat übernommenen Armaturentafel, die nicht zum exklusiven Anspruch des Arteon passe. Der komplette Instrumententräger, die Mittelkonsole mit dem Infotainmentbereich und der Klimasteuerung sowie die oberen Bereiche der Türverkleidungen wurden neu und mit hochwertigen Materialien gestaltet.

Einerlei ob Gran Turismo oder Arteon Shooting Brake – das Platzangebot im Innenraum ist beeindruckend. Selbst wenn am Steuer eine Person mit einer Körpergröße von 1,85 Meter sitzt, kann es sich ein gleich großer Mitfahrer auf der Rückbank überaus bequem machen. Die maximale Beinfreiheit im Fond beträgt 1,02 Meter.

Mit der Überarbeitung kommt von Herbst an erstmals ein Plug-in-Hybrid in der Baureihe zum Einsatz. Die eHybrid genannte Variante ist eine Kombination aus einem 1,4 Liter TSI (156 PS) und einem E-Motor (115 PS). Das ergibt eine Systemleistung von 218 PS. Die Batterie mit einer Kapazität von 13 Kilowattstunden soll eine rein elektrische Reichweite von etwas mehr als 50 Kilometer ermöglichen. Angeboten wird der eHybrid in beiden Karosserie-Varianten und den Ausstattungsversionen Elegance und R-Line.

Lediglich in der Basisversion Arteon ist der Plug-in-Hybrid nicht bestellbar. Zu haben ist das Grundmodell allerdings mit dem Zweiliter TSI mit wahlweise 190 oder als 4Motion mit 280 PS. Der 150 PS-Benziner mit Zylinderabschaltung ist aufgrund mangelnder Nachfrage nicht mehr im Programm. Bei den beiden Zweiliter-Dieselmotoren (150 PS/200 PS) kommt die Twindosing-Technologie, ein doppelt ausgelegtes SCR-Katalysatorsystem, zum Einsatz. Damit soll eine Einsparung der Stickoxidemissionen (NOx) von bis zu 80 Prozent erreicht werden.

Alle Triebwerke sind mit einem Doppelkupplungsgetriebe (DSG) kombiniert. Das gilt ebenfalls für das neue Spitzenmodell der Baureihe, dem Arteon R, dessen 320 PS starker Turbovierzylinder – intern Evo4 genannt – ist die neueste Evolutionsstufe. Ein Torque-Splitter ersetzt beim 4Motion-Antrieb der Arteon R-Modelle die elektronisch gesteuerte Lamellenkupplung, wie sie in den anderen Arteon 4Motion-Versionen zum Einsatz kommt. Die Antriebskraft wird mit dem Splitter nicht nur variabel zwischen den Achsen, sondern ebenso zwischen den beiden Hinterrädern verteilt. Bis zu 100 Prozent des Antriebsmoments können so auf das kurvenäußere Rad gelenkt werden. Agileres Fahren und höherer Kurvengeschwindigkeiten sind die Folge.

(amv)