Fahrbericht: Der Toyota RAV4 zeigt klare Kante

Fahrbericht : Der Toyota RAV4 zeigt klare Kante

Es hat einige Vorteile, mit der fünften Generation des Toyota RAV4 unterwegs zu sein. Nicht nur Platzverhältnisse und Fahreigenschaften sprechen für den markant gezeichneten Toyota.

Als Urvater des SUV-Segments sind Diskussionen um diese Karosserieform schon allein aufgrund seiner Stellung als Klassiker quasi obsolet – noch dazu, wenn ihn ein modernes Hybrid-Aggregat antreibt.

Vor 25 Jahren legte Toyota mit diesem Modell den Grundstein für einen damals ungeahnten Erfolg dieser Fahrzeugkategorie. Der aktuelle Jahrgang beruht auf der so genannten TNGA (Toyota New Global Architecture) Plattform, die bei Toyota für viel Platz im Innenraum, eine bessere Performance sowie eine umfangreichere Sicherheitsausstattung steht. Im Vergleich zu Wettbewerbern positioniert sich der RAV4 mit einer kantigen und eckigen Formensprache samt messerscharf gezogenen Linien.

Der Radstand von 2,69 Metern Länge beschert den Passagieren viel Platz im Innenraum. Fond-Reisenden haben ausreichend Möglichkeit, ihre Beine bequem zu positionieren. Selbst für groß gewachsenen Personen besteht ausreichend Luft zwischen Haupthaar und Fahrzeughimmel. Fahrer und Beifahrer finden eine individuelle und rückenfreundliche Sitzposition. Obwohl dem Beifahrer Extras wie eine Höhenverstellung des Sitzes fehlen, hat er wie sein Nebenmann den Eindruck, höher als in einem klassenüblichen SUV zu sitzen. Dazu trägt zum einen der niedrig positionierte Armaturenträger mit einem freistehenden und in der Clubversion acht Zoll großen Display in Verlängerung der wuchtigen Mittelkonsole bei. Zum anderen profitieren Raumgefühl und Rundumsicht von der flach verlaufenden Motorhaube, den schlank geformten A-Säulen oder der leicht nach unten verlagerten Gürtellinie.

580 Liter Ladevolumen bietet der Kofferraum, wenn alle Sitzplätze belegt sind. Werden die geteilten Rücksitzlehnen (60/40) umgelegt, stehen maximal 1690 Liter zur Verfügung. Allerdings heißt es dann, auf die mögliche Zuladung von 455 Kilogramm zu achten. Die niedrige Ladekante macht es einfach, Koffer und Kisten hinein- und hinauszuheben. Die elektrisch öffnende und weit aufschwingende Hecklappe gehört mit zum Lieferumfang.

Ausreichend Kraft für den Antrieb liefert das 218 PS starke Hybridsystem für das der japanische Hersteller einen 2,5-Liter-Vierzylinder-Benziner mit einem 6,5-Ah-Akku kombiniert. Dieses Tandem lässt den RAV4 gut am Gas hängen. 8,4 Sekunden gibt Toyota bei dem Fronttriebler für den Standardsprint aus dem Stand auf Tempo 100 an. In der Spitze sind indessen nur überraschend bescheidene 180 Kilometer pro Stunde möglich. Entschädigend wirkt sich aber die enorme Durchzugskraft. Hier macht sich die Unterstützung des über ein Planetengetriebe verbundenen E-Aggregats positiv unterstützend bemerkbar. Beim Anfahren oder auf einer Strecke von ein bis zwei Kilometern agiert er auch als Solist.

Wie häufig der auf Knopfdruck aktivierbare EV-Modus zum Einsatz kommt, lässt sich auf dem Touchscreen verfolgen. Im Stadtverkehr kommen erstaunlich viele Passagen emissionsfrei zusammen, weil der Strom nicht aus der Steckdose kommt, sondern beim Bremsen und Rollenlassen durch Rekuperation gewonnen wird. Dieser Kniff trägt wesentlich dazu bei, den realen Durchschnittsverbrauch insgesamt niedrig zu halten. Die von Toyota im Datenblatt angegebenen 4,6 Liter lassen sich bei einem Mix aus Stadt- und einigen zügigen Überlandfahrten zwar nicht erreichen. Doch selbst 6,3 Liter sind bei einem 1,6 Tonnen schweren Fahrzeug (80 Kilogramm mehr als ein vergleichbarer Benziner) durchaus akzeptabel.

Einen gehörigen Anteil an dem guten Gesamteindruck haben die direkte und leichtgängige Lenkung, die sich im Sportmodus angenehm strafft, sowie das gut abgestimmte Fahrwerk. Für die Modi Eco oder Normal haben die Ingenieure für Dämpfer und Federung eine eher komfortable Abstimmung gewählt. Das passt gut zum Charakter eines kompakten SUV. Der RAV4 lässt sich aber auch durchaus sportlich bewegen und bleibt bei zügig gefahrenen Kurven brav in der Spur.

Apropos Sicherheit: ein Pre-Collision-System (bis Tempo 180) mit Fußgängererkennung, die intelligente adaptive Geschwindigkeitsregelung, Spurwechselwarner mit Lenkassistent, Verkehrszeichenerkennung sowie der Fernlicht-Assistenten sind bereits ab der Basisversion des RAV4 an Bord.

USB- und AUX-Anschlüsse sowie Bluetooth-Technik (Telefon und Streaming) zählen ebenfalls zum Serienumfang. Rückfahrkamera, 18-Zoll-Leichtmetallfelgen, Sitzheizung und beheizbares Lenkrad, kabelloses Laden oder die Privacy-Verglasung sind Teil der Clubversion, die ab 37.590 Euro erhältlich ist. Extras wie Navi (890 Euro), Metalliclackierung oder schwarze Stoffpolster erhöhen den Preis auf 39.270 Euro.

(amv)
Mehr von Aachener Nachrichten