Fahrbericht: Der Mazda MX-5 ist einer der letzten seiner Art

Fahrbericht : Der Mazda MX-5 ist einer der letzten seiner Art

Mazda MX-5 - dieser Wagen ist selbst 30 Jahre nach seiner Markteinführung noch Kult. Die jetzt vierte Generation des kleinen Zweisitzers vermittelt immer noch reinen Fahrspaß. Rein im Sinne von sauber ist nun auch die neue Motorentechnologie.

Allein durch innermotorische Maßnahmen ist es den Mazda-Ingenieuren gelungen, die Anforderungen der strengen Abgasnorm Euro 6d-Temp zu erfüllen. Sprich, die Installation eines Partikelfilters war für den 132 PS starken 1,5-Liter-Sauger unnötig. Die entsprechende Technik nennt Mazda Skyactiv. Selbst der Normverbrauch von 6,3 Litern ist im Alltag ziemlich real: Im Mix aus viel Stadtverkehr, einigen entspannten Überlandfahrten mit dem einen oder anderen Zwischensprint samt diversen zügigen Autobahnfahrten zeigt der Bordcomputer 6,9 Liter an.

Das maximale Drehmoment des mit einem knackigen Sechsgang-Getriebe kombinierten Vierzylinders von 152 Newtonmetern (Nm) liegt bei 4500 Umdrehungen an. Der Sprint von null auf Tempo 100 soll laut Mazda in 8,3 Sekunden bewerkstelligt sein. Derart munter und agil motorisiert lässt es sich wunderbar unter freiem Himmel cruisen. Bei den erwähnten Autobahnstrecken trägt die Höchstgeschwindigkeit von 201 Kilometern pro Stunde dazu bei, alles andere als ein Verkehrshindernis zu sein.

Allerdings trägt die nahezu ungefilterte Geräuschkulisse aus sattem Motorröhren (Resonanzkammer zur Verstärkung des Motorsounds beim Ausstattungsniveau Sports-Line/plus 5800 Euro gegenüber Basis) sowie das Tosen des Windes nicht wirklich dazu bei, eine Fahrt quer durch Deutschland in vollen Zügen genießen zu können. Für derartige Touren ist der MX-5 schlichtweg nicht gemacht. Außerdem ziehen Fahrrinnen auf der Autobahn den Roadster fast magnetisch an. Geht es jedoch auf kurvenreiche Landstraßen, dann sorgen das bestens abgestimmte Fahrwerk - sportlich-straff, aber noch ausreichend komfortabel – sowie die wunderbar direkt agierende Lenkung dafür, dass das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht verschwindet

Daran ändern selbst die diversen Nachteile nichts, die der Zweisitzer konstruktionsbedingt mit sich bringt. Sie sind es schließlich, die den Charme des Roadsters ausmachen. So erfordern das Ein- und Aussteigen aufgrund der tief montierten Sitze ein nicht unerhebliches Maß an Gelenkigkeit. Der Platz für die Insassen ist knapp bemessen. Während der Beifahrer keine Chance hat, dem breiten Getriebetunnel, der den Fußraum einschränkt, zu entkommen, macht es das neuerdings auch in der Länge verstellbare Lenkrad dem Fahrer deutlich leichter, eine optimale Position hinter dem kleinen Leder-Volant zu finden. Die Getränkehalter sind abnehmbare Konstruktionen, die irgendwie immer deplatziert wirken.

Statt eines klassischen Handschuhfachs gibt es ein abschließbares Staufach zwischen den Sitzen. Um es zu nutzen zu können, ist wiederum Gelenkigkeit das Stichwort. Schnickschnack wie etwa eine elektrische Betätigung des Stoffdaches ist überhaupt nicht MX-5-like. Also lieber eigenhändig den Verschluss lösen, nach hinten werfen und festdrücken. Das dauert nur Sekunden. Das ebenfalls abnehmbare Windschott zwischen den Kopfstützen ist ebenso schnell montiert. Selbst die Tatsache, dass sich der Kofferraumdeckel nur über den Schlüssel öffnen lässt oder das Gepäckabteil darunter einer tiefen Grube gleicht (130 Liter), in die eine Klappkiste gerade so mit etwas Zirkelei passt, verzeiht man dem 3,91 Meter kurzen Roadster mit einem Lächeln.

Keine Kompromisse sind in Sachen Konnektivität im Topmodell Sports-Line (29.390 Euro) notwendig. Über Apple Car Play oder Android Auto lässt sich das Smartphone verbinden. Die Bedienung des sieben Zoll großen Farbmonitors erfolgt wahlweise per Touch oder über den Mazda-typischen Drehdrücksteller zwischen den Sitzen. Das Navigationssystem gehört bei diesem Ausstattungsniveau ebenso zum Lieferumfang wie das Bose-Soundsystem mit Kopfstützenlautsprechern und Subwoofer, Radio, Internet-Anbindung, neun Lautsprechern und zwei USB-Anschlüssen. Auch bei den Assistenzsystemen der MX-5 auf aktuellem Stand: Mit an Bord sind unter anderem Berganfahrassistent, Spurhalteassistent, Spurwechselassistent und Tempomat.

Für 650 Euro Aufpreis liefert der japanische Hersteller zudem den City-Notbremsassistent, Müdigkeitserkennung, Verkehrszeichenerkennung und Rückfahrkamera. Mit dem Matrix LED-Lichtsystem samt Fernlichtautomatik und variablen Lichtmodi, LED-Tagfahrlicht und Coming-/Leaving-Home-Funktion erstrahlt der Zweitürer im richtigen Glanz. Da darf dann eigentlich auch die Investition in die intensive Magmarot-Metallic-Lackierung (950 Euro) nicht fehlen. Schließlich unterstreicht sie den Kultcharakter des Mazda MX-5 auf perfekte Weise.

(amv)
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