Neuvorstellung: Der Kia E-Niro erhältlich in zwei Leistungsstufen

Neuvorstellung: Der Kia E-Niro erhältlich in zwei Leistungsstufen

Die Elektrifizierung des frontgetriebenen Niro ist abgeschlossen. Nach dem Hybrid im Jahr 2016, dem Plug-in-Hybrid ein Jahr später vervollständigt im April kommenden Jahres der E-Niro das Angebot des Crossover-Modells in der Kompaktklasse.

Angeboten wird die Elektro-Version in zwei Leistungsstufen, die mit entsprechend unterschiedlichen Batterien ausgerüstet sind. Basis ist die Variante mit einem 136 PS starkem Motor, der seine Energie aus einem Akku mit 39,2 Kilowattstunden (kWh) bezieht. Die Reichweite liegt nach dem neuen WLTP-Zyklus bei 289 Kilometern. Im gesondert ausgewiesenen Citymodus mit hoher Rekuperationsrate und der dann deutlich geringeren Geschwindigkeit sind es 405 Kilometer.

Für erste Fahreindrücke stand die stärkere Version mit 204 PS und 64 kWh zur Verfügung. Hier gibt Kia 455 Kilometer, beziehungsweise 615 Kilometer Reichweite an. Gut, wenn es ausschließlich in flottem Tempo über die Autobahn geht, dann wird es schwierig, die 400 Kilometer zu schaffen. Doch zwischen 320 und 340 Kilometer sind realistisch, wenn der rechte Fuß nicht dauerhaft bis zum Bodenblech durchgedrückt wird. Auf einer Landstraße mit vielen Kurven trägt der hohe Grad an Rekuperation trotz der vielen Beschleunigungsvorgänge dazu bei, dass die Energie in der Batterie nicht so schnell abnimmt.

Über Schaltpedals am Lenkrad können drei unterschiedliche Rekuperationsstufen gewählt werden. Der e-Niro wird entsprechend stark abgebremst. Wird das linke Pedal gezogen und festgehalten, dann reduziert der Wagen das Tempo sogar bis zum Stillstand. Die mechanische Bremse wird deshalb deutlich weniger - im Idealfall so gut wie gar nicht - benötigt. Soll das Auto bergab einfach nur rollen und dabei nicht rekuperieren, ist Segeln möglich. Die maximale Energieausbeute erfolgt im One-Pedal-Modus. Dabei setzen Bremseffekt und die damit einhergehende Rekuperation sofort ein, wenn der Fuß vom Antriebspedal gelöst wird.

In der Automatik-Funktion übernimmt das System nach blitzschneller Analyse der von der Kamera des adaptiven Tempomaten (Serie) gelieferten Daten die für die jeweilige Fahrsituation beste Einstellung. Ist ein Navi an Bord - Serie ab zweiter Ausstattungsstufe - werden die Informationen über den Streckenverlauf und Topografie genutzt, um den Rekuperationslevel der Strecke anzupassen.

Der Schub eines E-Motors ist bekanntlich vom Start weg bestens. Schließlich steht das komplette Drehmoment von 395 Newtonmetern (Nm) vom ersten Druck auf das rechte Pedal an zur Verfügung. 9,8 Sekunden, beziehungsweise 7,8 Sekunden (bei dem starken Motor) dauert der Standardsprint aus dem Stand auf Tempo 100 (Herstellerangaben). In der Spitze sind 155 Kilometer pro Stunde (km/h) oder 167 km/h möglich. Vor allem aber die Zwischenspurts für Überholvorgänge oder das Beschleunigen aus Kurven beeindrucken.

Damit die E-Maschine bei hoher Belastung nicht überhitzt, erfolgt eine Luftkühlung. Die Temperatur der Batterie indessen wird über einen Wasserkreislauf niedrig gehalten. Um den Akku an der Haushaltssteckdose aufzuladen, müssen etwa 17 Stunden eingeplant werden. Ist eine Wallbox mit einer Leistung von 7,2 Kilowatt (kW) installiert, verringert sich der Zeitrahmen auf etwa sieben Stunden. Steht der e-Niro an einer 100-kW-Ladesäule, dauert es um die 40 Minuten um die Energiemenge in der Batterie von 20 auf 80 Prozent zu bringen.

Keine hohen Erwartungen sollten an die sportlichen Qualitäten des e-Niro gestellt werden. Federung und Dämpfung sind eindeutig auf Komfort ausgerichtet. Das trifft auch dann zu, wenn bei der vierstufigen Fahrmodus-Wahl des Drive-Mode-Select-Systems Sport eingestellt ist.

Komfort steht zudem ganz weit oben, wenn es ums Raumangebot sowie die Ausstattung geht. So können es sich die Insassen auf allen Plätzen in dem 4,38 Meter langen, 1,81 Meter breiten und 1,56 Meter hohen Autos bequem machen. Das gilt ebenso für die Rückbank. Bein- und Kopffreiheit sind tadellos. Das Ladeabteil hat ein Volumen von 451 Litern und kann bei vorgeklappten hinteren Lehnen (60:40 geteilt) auf bis zu 1405 Liter erweitert werden.

Im Einstiegspreis von 34.290 Euro für Basisantrieb (38.090 Euro kostet der starke Motor) sind unter anderem ein Audiosystem mit Sieben-Zoll-Touchscreen, Smartphone-Integration, Klimaautomatik, Stoff-Leder-Sitzbezüge und 17-Zoll-Aluräder enthalten. Für Sicherheit und weiteren Komfort sorgen Frontkollisionswarner inklusive Notbremsassistent, aktiver Spurhalteassistent sowie Müdigkeitswarner. Für die so gut wie komplett bestückten Vision-Varianten, die bei den Kunden des koreanischen Herstellers besonders beliebt sind, werden 40.290 Euro, beziehungsweise 44.790 Euro fällig. Die bei Kia übliche Siebenjahresgarantie gilt in jeden Fall und umfasst auch die Batterie.

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