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Porsche 911: Der hört das Wasser

Porsche 911 : Der hört das Wasser

Die nächste Generation des Porsche 911 - intern 992 genannt – rollt mit mehr Leistung, zahlreichen technischen Raffinessen und einer Weltneuheit an den Start.

Zunächst wird es den Sportler ausschließlich als Carrera S und Carrera 4S (Allradantrieb) mit dem um 30 PS auf 450 PS gestärkten Dreiliter-V6-Boxer samt Biturbo-Aufladung geben. Dieser Motor klingt trotz des jetzt notwendigen Partikelfilters weiterhin Porsche-typisch kernig. Hinter der Fondverkleidung wurde ein so genannter Sound-Symposer installiert, der auf die Atemfrequenz des Boxermotors reagiert. In der zweiflutigen Abgasanlage kommen kennfeldgesteuerte und vollvariabel verstellbare Abgasklappen zum Einsatz. Diese Regelung ermöglicht, so Matthias Hofstetter, Leiter Antrieb der Baureihe, einen emotionalen Sound, aber auch eine optimale Kraftentfaltung.

Die Kraftübertragung erfolgt über ein neu entwickeltes Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe (PDK/eine manuelle Schaltung folgt später), das extrem schnell und ohne die geringste Zugkraftunterbrechung die Schaltstufen wechselt. Zu erfahren war das bereits auf ein paar sehr schnellen Runden auf dem Hockenheimring - wenn auch nur auf dem Beifahrersitz. Porsche hat im intern „PDK 2“ genannten Getriebe nicht nur einen zusätzlichen Gang, sondern ebenso Platz für die Möglichkeit einer Hybridisierung geschaffen. Vorerst aber wird es dazu nicht kommen. Grund dafür ist die aktuelle Batterie-Technik, die hinsichtlich Größe und Gewicht nicht passt. Zwar seien mittlerweile Akkus mit akzeptabler Reichweite verfügbar, doch weder der Verzicht auf den vorderen Kofferraum, noch auf den 2+2 Charakter des 911 will Porsche verzichten. Anders aber seien die 200 bis 300 Kilogramm schweren Akkus nicht unterzubringen.

Apropos Gewicht: Der 992 ist 20 Kilogramm schwerer als der Vorgänger. Selbst als Mitfahrer aber ist zu erkennen, dass dies der Fahrfreude keinen Abbruch tut - der Elfer stattdessen noch einmal eine Spur besser geworden ist. Das zeigt sich vor allem in den richtig schnell genommenen Kurven. Hier machen sich allerdings die optionalen Ausstattungen wie das PASM-Sportfahrwerk oder der Wankausgleich positiv bemerkbar, mit denen der Elfer steif und neigungsarm förmlich um die Ecken fliegt. Zum erstklassigen Fahrverhalten trägt die Mischbereifung bei, die sich erstmals in Durchmesser und Breite unterscheidet. Vorne sind 20, hinten 21 Zoll Räder montiert. Die Reifenmaße liegen bei 245/35 ZR20 und 305/30 ZR21. Zudem haben die Techniker das Porsche Active Suspension Management (PASM) überarbeitet. Das bietet nun eine breitere Spreizung zwischen Sportlichkeit und Komfort.

Als Weltneuheit - und das serienmäßig - kommt im 992 das Fahrprogramm Wet Mode zum Einsatz. Akustische Sensoren in den vorderen Radhäusern erkennen anhand des aufgewirbelten Spritzwassers den Nässegrad auf der Fahrbahn. Der Porsche hört förmlich drohende Gefahren.

Ab einer bestimmten Wassermenge werden Traktionsregelung (PTM) und Stabilitätsmanagement (PSM) automatisch vorkonditioniert und es erfolgt eine Warnmeldung im Display an den Fahrer mit der Empfehlung in den Wet Mode zu wechseln. Der kann entweder über eine Taste in der Mittelkonsole oder - wenn das aufpreispflichtige Sport-Chrono-Paket gewählt wurde - über den dortigen Mode-Schalter aktiviert werden. In Bruchteilen von Sekunden werden danach PSM, PTM und das Ansprechverhalten des Antriebs so feinjustiert, dass größtmögliche Fahrstabilität vorhanden ist.

(amv)