Fahrbericht: Der Fiat 500X Urban ist auf den ersten Blick freundlich

Fahrbericht : Der Fiat 500X Urban ist auf den ersten Blick freundlich

Lifestyle-Wägelchen oder Pseudo-SUV – mit solchen Kommentaren muss man als Fahrer eines Fiat 500X durchaus rechnen. Doch der knuffige Viertürer bietet genügend Gründe, solche Anmerkungen mit einem gelassenen Lächeln zu quittieren.

Ein Gesichtsausdruck, der sich in der Front des 500X ebenfalls wiederfindet. Mit den hoch angesetzten, runden LED-Scheinwerfer (Serie der 120th-Edition) und dem leicht nach oben gezogenen Lufteinlass wirkt der 4,27 Meter lange SUV schon auf den ersten Blick freundlich. Der in Wagenfarbe lackierte Stoßfänger in der Urban-Version gibt noch eine kleine Prise Eleganz dazu.

Die kurzen Überhänge, das coupéhaft nach hinten abfallen Dach oder das rund gezeichnete Heck lassen das größte Modell der 500er-Baureihe von außen kleiner erscheinen als es im Innenraum ist. Hier haben vier durchschnittlich große Erwachsene ausreichend Platz. Für ganz weite Reisen ist im Fond auf Dauer die Sitzfläche der Rücksitzbank zu kurz. Doch ansonsten erweist sich das straff gepolsterte Gestühl als erstaunlich langstreckentauglich und bequem.

So angenehm die diversen Ablagemöglichkeiten im Innenraum sind – in die Fächer der Türen passt mit etwas gutem Willen eine Einliter-Flasche – so kompromissbereit heißt es, beim Kofferraum zu sein. Die Ladekante ist hoch und wenn der in zwei Höhen zu platzierenden Ladeboden (Teil des Komfort-Pakets/390 Euro) unten eingelegt ist, geht es hinter der Kante ziemlich weit nach unten. Sieht man von diesem Manko ab, dann versöhnt das Gepäckabteil mit einem von 350 auf 1000 Liter erweiterbaren Ladevolumen.

Über mangelnden Komfort am Arbeitsplatz braucht sich der Fahrer nicht zu beschweren, bis auf die kleinen Eingabefelder für die Navigation auf dem mittig installierten Touchscreen. Während der Fahrt erfordert die Bedienung schon eine Menge Treffsicherheit. Ansonsten sind die Instrumente leicht ablesbar. Das Multifunktions-Lenkrad liegt gut in der Hand. Die Bedienung gibt keinerlei Rätsel auf. Die moderne Gestaltung des Armaturenträgers sowie so manches Chrom- oder Lackdetail schaffen eine hochwertig wirkende und einladende Atmosphäre an Bord. Das Entertainmentsystems Uconnect macht die Verbindung eines Smartphones problemlos möglich. Einige Funktionen des Systems wie die Lautstärke oder ausgewählte Apps können per Sprachsteuerung bedient werden

Derzeit für ein Fahrzeug dieser Klasse einen Diesel - in diesem Fall einen 120 PS starken 1,6-Liter-Vierzylinder - zu wählen, ist sicherlich eher ungewöhnlich. Doch wer häufiger längere Strecken zurücklegen will, ist mit dem Selbstzünder gut beraten. Spritzig und agil bringt er den kleinen Fiat flott auf Touren. Das maximale Drehmoment von 320 Newtonmetern liegt bereits bei 1750 Umdrehungen an. Laut Fiat kann der Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 in 10,7 Sekunden gelingen. Die Höchstgeschwindigkeit ist im Datenblatt mit 187 Kilometern in der Stunde vermerkt. Das qualifiziert den mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe kombinierten Fronttriebler durchaus für die eine oder andere Überlandfahrt. Das deutlich hörbare Brummeln des Aggregats bei niedrigen Drehzahlen verliert sich bei steigendem Tempo schnell. Dann sind die Windgeräusche fast störender.

Der angegebene Normverbrauch von fünf Litern wird in der Praxis nicht allzu sehr verfehlt. Bei einem Mix aus diversen zügigen Überlandfahrten und noch mehr Stadtverkehr zeigt der Bordcomputer 6,8 Liter an. Bei gezügeltem Gasfuß sollte eine Fünf vor dem Verbrauchskomma machbar sein.

Die recht straffe Fahrwerksabstimmung muss man mögen. Unebenheiten der Straße sind für die Insassen des 500X deutlich zu spüren. Bei einem Wendekreis von stolzen 11,60 Meter erfordern enge Parklücken mehr Kurbelei als es bei solch einem kleinen Wagen zu erwarten ist. Zum Lieferumfang ab Werk zählen unter anderem Tempomat, Spurhalteassistent und Verkehrszeichenerkennung mit automatischer Geschwindigkeitskontrolle. Wird dieses Assistenzsystem aktiviert, nimmt es dem Fahrer die Aufgabe ab, bei einem erkannten Tempolimit die Geschwindigkeit anzupassen. Das regelt das System dann automatisch.

Gönnt man sich zu der durchaus umfangreichen Ausstattung der 120th-Edition noch Extras wie 17-Zoll-Leichtmetallfelgen (400 Euro), das Technikpaket (450 Euro) mit Klimaautomatik, schlüssellosem Zugang und elektrisch klappbaren Außenspiegeln oder eine Rückfahrkamera (250 Euro), dann steigt der Basispreis von 21.990 Euro auf 26.530 Euro. Der 500X bietet damit aber eine Reihe weitere gute Gründe für gute Laune.

(amv)
Mehr von Aachener Nachrichten