Fahrbericht: Der DS 3 Crossback ist etwas anders

Fahrbericht : Der DS 3 Crossback ist etwas anders

Etwas anders als andere, so oder so ähnlich könnte die Firmenphilosophie von Citroen lauten. Bei der Submarke DS, sozusagen dem Edelableger des französischen Herstellers, wird dies besonders deutlich.

Der DS 3 Crossback – der Name ist angelehnt an Citroëns spektakulärer „Göttin“ („Déesse“) von 1955, die optisch wie technisch zu den Ikonen der Autogeschichte zählt – tritt mit einer eigenständigen Optik, edler Ausstattung und einigen Pfiffigkeiten an.

Dabei wirkt der 4,12 Meter lange Wagen schon rein optisch nicht wie ein Mini-SUV. Eher glaubt man, es mit einem Vertreter der Kompaktklasse zu tun zu haben. Den Eindruck unterstützen beispielsweise die Höhe des Fahrzeugs, immerhin 1,53 Meter oder seine 18-Zoll großen Leichtmetallfelgen. Der ungewöhnliche Schwung in den vorderen Kotflügeln, der Knick entlang der Flanken oder etwa die versenkten Türgriffe, die herausfahren, sobald sich der Fahrer mit dem Schlüssel nähert, signalisieren: Haute Couture im Boomsegment der kleinen SUV. So verschafft sich der Fünftürer Aufmerksamkeit in einem Markt, wo die meisten seiner Artgenossen inzwischen ziemlich austauschbar erscheinen. Kaum ein anderes Auto derzeit präsentiert sich so konsequent durchgestylt. Selbst die Blinker-Akustik folgt dem Avantgarde-Anspruch. Die Designer haben wohl jedes Element so gestaltet, dass man es garantiert in keinem anderen Auto so vorfindet.

So eigenwillig der DS 3 Crossback von außen erscheint, so unkonventionell ist ebenso das Ambiente, das sich einem in Innenraum bietet. Zudem runden großzügige Ablagen und viel Platz für Fahrer sowie Beifahrer den positiven Eindruck weiter ab. Vorherrschendes Stilmerkmal beim Interieur ist die Rautenform, die sich bis zu den Sitzbezügen oder dem Start-Knopf durchzieht. Die Sitzbezüge präsentieren sich in feinem Leder, versehen mit Perlstichnähten. Alles stylisch, alles chic. Auf der Mittelkonsole thront ein Touchscreen. Analoge Instrumente haben ausgedient. Hinter dem Lenkrad zeigen ein großes Farb- sowie ein Head-up-Display die fahrrelevanten Informationen und der Zündschlüssel kann getrost zu Hause bleiben. Den DS 3 Crossback kann man mit dem Smartphone öffnen wie starten, und man kann den Code dafür mit fünf anderen Fahrern teilen.

Weniger teilsam geht es im Fond zu. Die Passagiere dort genießen wenig Knie- und Kopffreiheit. Zudem wird der Blick aus dem Seitenfenster durch eine eigentümliche Fenstergeometrie und mit genau im Blickfeld platzierten Lautsprechern behindert. Der Kofferraum mit einem Fassungsvermögen von 350 bis maximal 1050 Litern bei umgeklappten Rücksitzlehnen ist klassenüblich. Geöffnet wird der Stauraum mit einem Knopf direkt über dem Nummernschild, den muss man erst einmal finden oder per Fernbedienung.

Eingewöhnen muss sich der DS-Fahrer ebenfalls bei manch anderen Bedienelementen. Auf den unter dem Touchscreen angeordneten Direktwahltasten befindet sich neben dem Knopf für die Musikeinstellung der für die Sitzheizung des Fahrers, neben der Navigationstaste der Warnblinker und auf der Mittelkonsole lauert die Gefahr, die Taste für die elektrische Parkbremse mit der für den Fensterheber zu verwechseln: beide liegen nicht nur direkt nebeneinander, sie sehen überdies gleich aus.

Dem luxuriösen Anspruch entspricht das komfortable Fahrwerk. Fahrdynamische Attitüden werden alsbald ausgeblendet. Der Crossback will gemütlich bewegt werden, das Fahrzeug fängt in schnell gefahrenen Kurven früh an, zu untersteuern und zu wanken, ohne allerdings sich kritisch zu zeigen. Spür- und hörbar wurde auf Lärmdämmung Wert gelegt, die viele Fahr- und Windgeräusche wirkungsvoll schluckt. Selbst forciertes Autobahntempo lässt sich in entspannter Ruhe absolvieren.

Wer mag, kann mit dem 130 PS starken Motor bis auf Tempo 200 (Werksangaben) und aus dem Stand auf Tempo 100 in 9,2 Sekunden beschleunigen. Das Achtgang-Automatikgetriebe erledigt seine Aufgaben zielgenau und komfortabel.

Die serienmäßige Ausstattung ist erfreulich umfangreich, mit dem adaptiven Full-LED-Scheinwerfern etwa kann man konstant mit Fernlicht fahren, ohne andere zu blenden. Der „DS Drive Assist“ hält bis zu einem Tempo von 180 automatisch die Spur und den Abstand zum Vordermann. Zudem erkennt der DS3 Crossback tagsüber wie nachts Fußgänger, Fahrradfahrer oder andere Autos und bremst notfalls automatisch ab.

Für die angepeilte Klientel wohl wichtiger, der DS 3 Crossback bietet eine gehörige Portion Extravaganz und zeigt sich als ein Fahrzeug für Individualisten mit gehobenen Ansprüchen. Für die Top-Version La premiére weist die Preisliste einen Grundpreis von 37.560 Euro aus, mit einigen Extras klettert die Preisauszeichnung auf rund 39.000 Euro.

(amv)