Erfolgversprechendes Update: Der Audi Q7 mit mehr Komfort und mehr Dynamik

Erfolgversprechendes Update : Der Audi Q7 mit mehr Komfort und mehr Dynamik

Ein gutes Produkt deutlich zu verbessern, ist bekanntlich kein leichtes Unterfangen. Der überarbeitete Audi Q7 beweist, dass es aber gelingen kann. Der Q7 klopft an die Tür zum Verkaufsmillionär.

In den vergangenen etwa zwölf Jahren haben sich in der ersten Generation mehr als 551.000 und in der zweiten bisher knapp 352.000 Kunden für das SUV der Oberklasse entschieden. Mit der jetzt erfolgten umfangreichen Modellpflege hat Audi die besten Voraussetzungen geschaffen, um den Q7 (Einstiegspreis: knapp 67.000 Euro) weiter in der Erfolgsspur zu halten.

Mehr Komfort, mehr Dynamik – ein Vergleich des Autos vor und nach der Überarbeitung zeigt, was aufgrund der rasanten Entwicklung von Hard- und Software möglich ist. Spürbar wird das beispielsweise bei der Fahrt auf einer kurvenreichen Landstraße. Kaum zu glauben, dass hier ein weit mehr als zwei Tonnen schwerer Wagen mit einer Länge von nun 5,06 Metern bewegt wird. Geradezu leichtfüßig wieselt das mächtige SUV um die Ecken.

Einen großen Beitrag dazu liefert die serienmäßige elektromechanische und geschwindigkeitsabhängige Servolenkung. Nicht nur, dass das System äußerst direkt reagiert. Die Lenkung gibt zudem beste Rückmeldung von der Fahrbahn. Selbst bei hohem Tempo trägt das zu einem Gefühl der Sicherheit bei. Der Wagen liegt schlichtweg gut in der Hand und bietet dazu einen enormen Komfort. Und das schon mit dem serienmäßigen Fahrwerk, in dem Stahlfedern verbaut sind.

Für Carsten Jablonowski, verantwortlich für die Fahrwerksentwicklung des Q7, rein physikalisch ohnehin die beste Lösung, „wenn ein Auto immer mit der identischen Beladung unterwegs ist“. Doch nicht nur der Fahrwerksexperte weiß, dass so etwas weit weg von der Praxis ist. Und so sagt auch Jablonowski, er würde sich auf alle Fälle für eine Luftfederung (bei allen Siebensitzern in Serie) entscheiden. Über das Fahrdynamiksystem Audi drive select lässt sich die Luftfederung in vier Modi einstellen.

Je nach Fahrerwunsch und Fahrsituation variiert sie die Trimmlage der Karosserie um bis zu 90 Millimeter und bietet eine Niveauregulierung. Auf Autobahnetappen erfolgt automatisch eine geschwindigkeitsabhängige Absenkung um bis zu 30 Millimeter, bei der Sport-Luftfeder um 15 Millimeter, was den Luftwiderstand, mithin die Effizienz verbessert. Im Gelände sind bei niedrigen Geschwindigkeiten bis zu 60 Millimeter zusätzliche Bodenfreiheit über die Funktion „Anheben“ wählbar.

In Verbindung mit der Hinterradlenkung biete der Wagen mit der Luftfederung ein Höchstmaß an Komfort und sei gleichwohl äußerst dynamisch zu fahren, betont Jablonowski. Diese Einschätzung lässt sich nach ersten Fahreindrücken nur unterstreichen. Es ist beeindruckend, wie kleine Unebenheiten auf der Fahrbahn ausgebügelt werden, der Q7 bei langhubigen Bodenwellen kaum nachfedert, dabei aber eine sportliche Gangart in engen Kurven ebenso souverän meistert. „Aufbaukontrolle“ nennt das der Fachmann und erklärt: „Primäres Ziel der Überarbeitung des Fahrwerks war es, nicht zu viel Dämpfung wegzunehmen, um die Karosseriebewegungen im Verhältnis zur Straße zu minimieren.“

Geholfen habe bei der Neuabstimmung die rasante Weiterentwicklung der entsprechenden Software, die bereits im Q8 zum Einsatz gekommen sei. „Auf der Basis konnten wir jetzt auch dem Q7 eine Spur mehr Agilität spendieren, ohne Einbußen beim Komfort zu riskieren.“ Der Schlüssel zum Komfort liegt laut Jablonowski überwiegend bei der Hardware, über die Software lasse sich die Performance bestens steuern.

Noch handlicher erweist sich das große SUV mit der optionalen Allradlenkung. Die Vorderachslenkung ist hier mit 13,3:1 sehr direkt übersetzt, von Anschlag zu Anschlag genügen 2,4 Lenkradumdrehungen. Das macht sich auf der kurvenreichen Landstraße enorm bemerkbar. Bei niedrigem Tempo lenken die Hinterräder bis zu fünf Grad gegensinnig, was die Agilität erhöht und den Wendekreis verkleinert. Auf der Autobahn schlagen sie zugunsten der Stabilität leicht gleichsinnig ein.

Außer der Allradlenkung ist im Fahrwerkspaket advanced mit einer elektromechanischen aktiven Wankstabilisierung (EAWS) ein zweites Hightech-System enthalten. Das reduziert die Aufbaubewegungen auf unebenen Straßen und erhöht damit den Fahrkomfort. Bei sportlicher Gangart hingegen liegt der Fokus auf einer größtmöglichen Wankkompensation. „Die EAWS bezieht ihre Energie aus dem leistungsfähigen 48 Volt-Hauptbordnetz“, beschreibt Carsten Jablonowski das System.

Audi schickt den neuen Q7 mit drei Motoren – zwei TDI und einem TFSI – in den Verkauf und offeriert eine Leistungsbandbreite von 231 PS bis 340 PS. Alle Motoren sind nach der Norm Euro 6d-TEMP zertifiziert und übertragen ihre Kraft über eine Achtstufen Tiptronic auf alle vier Räder. Einige Monate nach dem Marktstart komplettiert ein Plug-in-Hybrid, der mit einem V6 TFSI kombiniert ist, die Baureihe.

Die hat optisch auch an Charakter gewonnen, steht noch kraftvoller auf der Straße als zuvor. 18 Zoll große Räder mit 235/65er Reifen sind werksseitig vorgesehen. Wird die S-Line-Ausstattung gewählt, wächst die Radgröße um einen Zoll. Optional lässt sich Audis Oberklasse-SUV mit 22-Zoll-Felgen bestellen.

Umfangreich darüber hinaus die Neuerungen im Innenraum des sowohl als fünf- oder siebensitzigen Q7. Vor allem im Hinblick auf den Armaturenträger stand mit dem Q8 das Schwestermodell Pate. Fast alle Funktionen sind über die beiden großen Touchdisplays des digitalen MMI touch response-Konzepts zu bedienen. Das bisher auf der Mittelkonsole platzierte Touchpad ist Vergangenheit.

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