Der Audi A6 Avant: Hohe Alltagstauglichkeit ohne dass Komfort Verlust

Der Audi A6 Avant : Hohe Alltagstauglichkeit ohne Komfort-Verlust

In vielen Ländern Europas, vor allem aber in Deutschland, liegt der Audi Avant in der Gunst der A6-Käufer ganz weit vorn. Besonders geschätzt wird die im Vergleich zur Limousine höhere Alltagstauglichkeit, ohne dass Komfort und Fahrdynamik zu kurz kommen.

Genau diese Mischung aus Platz, Praktikabilität und Prestige bietet der aktuelle Avant in einem hohen Maß. Dazu gibt es wie schon im A7 und in der Limousine ein neues Bediensystem mit großen Touchscreens sowie Sensorfeldern statt Schaltern und Hebeln, darüber hinaus mehr als drei Dutzend Assistenzsysteme sowie Schmankerln wie etwa einen funkgesteuerten Garagentoröffner (205 Euro). Wer sich ungebremst durch die Optionsliste kreuzt, darf sich am Ende über die Summe von 80.660 Euro (Testwagenversion) nicht wundern.

Optisch fallen die Unterscheide zum Vorgänger kaum auf, zumindest auf den ersten Blick. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass der Kombi schlanker und dynamischer als der Vorgänger wirkt. Unverändert bleiben die vorbildliche Verarbeitung und Qualitätsanmutung, viel Luxus und Komfort plus einer sehr guten Konnektivität. Der Laderaum ist mit seinem Volumen identisch geblieben. Das überrascht. Denn optisch scheint es eher so, als hätten die Designer Kapazitäten des Gepäckabteils einer noch schickeren Linienführung geopfert.

Die flach nach hinten verlaufenden D-Säulen sowie die entsprechend schräg stehende Heckscheibe geben dem 4,94 Meter langen Kombi schon im Stand einen dynamischen Schub. Im Passagierabteil steht im Vergleich zum Vorgänger mehr Platz zur Verfügung. Entsprechend haben die Mitfahrer im Fond mehr Bein- und alle Insassen mehr Kopffreiheit.

Klare Komfortverbesserungen sind ebenso an den hochwertigen Materialien zu erkennen. Dafür steht beispielsweise das Black-Panel-Design des stufig ausgeführten Armaturenträgers. Mittelkonsole und die beiden leicht zum Fahrerplatz geneigten Touch-Displays sind an den A8 und den A7 angelehnt. Der 10,1 Zoll große Multimediaschirm ist ein alter Bekannter. Neu ist hingegen die flachere Menüstruktur, ähnlich einem Smartphone für das MMI-Bedienkonzept. Besonders gut gefällt die große Individualisierungsmöglichkeit für das Display. So können Kacheln nicht nur verschoben, sondern ebenso gleich in eine Favoriten-Liste als Direktwahltaste abgelegt werden, was die Bedienung intuitiver und schneller gestaltet.

Das eigentliche Highlight ist das Display unterhalb des Multimedia-Screens. Der 8,6 Zoll (diagonal) messende Bildschirm beherbergt nämlich erstmals die Klimasteuerung, das Touchpad für Adresseingaben und Direktwahltasten für die Assistenzsysteme. Damit die Bedienung noch leichter von der Hand geht, verfügen beide Displays über haptisches und akustisches Feedback.

Beim Avant öffnen sich die hintere Klappe (niedrige Ladekante) und die Laderaumabdeckung serienmäßig elektrisch. Die hinteren Lehnen lassen sich dreigeteilt vorklappen, was das Ladevolumen auf 1680 Liter erhöht. Wie schon beim Vorgänger aber ergibt sich dann keine komplett ebene Fläche. Die leichte Schrägstellung, in der die Lehnen nach dem Umlegen zum Stillstand kommen, sind nach Aussagen eines Audi-Sprechers einem höheren Sitzkomfort im Fond geschuldet. Im Kofferraum lassen sich 415 Liter Gepäck unter dem Heckrollo verstauen. Dachhoch beladen passen 595 Liter hinein. Klappt man die Rücksitzlehnen komplett um, verschwinden bis zur Fensterunterkante beladen 765 Liter, bis unter das Dach 1370 Liter Transportgut im A6 Avant.

Komfort stand bei der Abstimmung des Fahrwerks spürbar im Vordergrund. Der Kombi, serienmäßig mit einer exakt reagierenden Progressivlenkung ausgerüstet, rollt locker über schlechtere Wegstrecken, ohne dass es zu heftigen Stößen oder Schlägen kommt. Flotte Kurvenfahrern sind ebenfalls kein Problem.

Mit dem 204 PS starken Vierzylinder-Diesel - kombiniert mit einer Siebengang-S-Tronic - zum Basispreis von 53.950 Euro ist der A6 40 TDI Avant gut motorisiert. Dieser Motor erlaubt flottes Vorankommen, denn der 100-km/h-Sprint dauert etwas über acht Sekunden, maximal sind 241 Kilometer pro Stunde (km/h/Werksangaben) drin. Das Triebwerk erfüllt die Euro 6d-Temp-Norm und ist standardmäßig mit Mild-Hybrid-Technologie (MHEV) ausgestattet.

Herzstück des 48-Volt-Bordnetzes ist ein Riemen-Starter-Generator. Der gewinnt beim Verzögern bis zu zwölf Kilowatt Leistung zurück, die dann in eine zusätzlich eingebaute Lithium-Ionen-Batterie eingespeist wird. Der Funktionsbereich des Start-Stopp-Betriebs wird damit bis zu einer Geschwindigkeit von 22 km/h erweitert. Im Tempobereich zwischen 55 und 160 wird der Motor bis zu 40 Sekunden deaktiviert, wenn der Fahrer den Gasfuß lupft. Doch während der Fahrt ist das nicht spürbar.

Trotz des technischen Aufwands zur Verbrauchseinsparung ist der Norm-Verbrauch von 4,9 Litern im Alltag kaum zu erreichen. Die tatsächlich erfahrenen 6,9 Liter im Durchschnitt können sich bei einer durchaus ambitionierten Fahrweise aber mehr als sehen lassen.

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