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München: Den Rettern eine Gasse schaffen

München : Den Rettern eine Gasse schaffen

„Die Anfahrt zu einem Unfallort wird Rettungs- und Einsatzkräften immer wieder unnötig schwer gemacht“, schildert Andreas Hölzel vom ADAC in München seine Beobachtungen. Vielen Autofahrern ist offensichtlich nicht bewusst, dass sie bei Stau eine Rettungsgasse für Polizei, Feuerwehr oder Notarzt bilden müssen.

Eine Umfrage unter den ADAC-Mitgliedern bestätigte dieses Defizit, denn nur gut die Hälfte der Befragten kannte die genaue Regelung. Grundsätzlich gilt: bereits bei stockendem Verkehr muss eine Rettungsgasse gebildet werden. Daher ist es wichtig, ausreichend Abstand zum Vordermann zu halten. Wenn die Fahrzeuge bereits dicht auf dicht stehen, ist es meist nicht mehr möglich, den Einsatzfahrzeugen nach links und rechts auszuweichen.

„Auf Autobahnen und Straßen mit mehreren Fahrstreifen je Richtung weichen die Fahrzeuge auf der linken Spur nach links aus“, erläutert Hölzel was zu tun ist, wenn etwas passiert ist. Wer auf dem mittleren oder rechten Fahrstreifen unterwegs ist, orientiert sich nach rechts.

Auf vierspurigen Autobahnen in Deutschland ist die Rettungsgasse in der Mitte zu bilden. Der Standstreifen ist als Passage zu einem Unfallort ungeeignet. Dieser Weg ist nicht an allen Autobahnen durchgehend ausgebaut oder breit genug. Zudem könnten dort Pannenfahrzeuge stehen. Wie lange muss die Gasse offen gehalten werden? „Da auf die Polizei noch Notarzt, Feuerwehr oder Abschleppdienst folgen können, darf man erst dann auf seine Fahrspur zurück, wenn sich der Stau auflöst“ , sagt der ADAC-Fachmann.

Vor einer weiteren und gefährlichen Unart bei einem Stau warnt Unfallexperte Achmed Leser von TÜV Thüringen: „In solchen Situationen versuchen manche Autofahrer auf oftmals abenteuerliche Weise die Autobahn zu verlassen. Dabei gefährden sie sich und andere Verkehrsteilnehmer.“ Der Standstreifen darf nur nach Freigabe durch die Polizei als zusätzliche Fahrspur genutzt werden, beziehungsweise wird die Nutzung durch das entsprechende Verkehrszeichen (223.1) erlaubt.

„Wer auf dem Seitenstreifen rechts an stehenden Fahrzeugen vorbeifährt, um so abzukürzen, riskiert Unfälle“, gibt Leser zu bedenken. Der Bußgeldkatalog sieht für einen derartigen Verstoß eine Geldbuße von 75 Euro sowie einen Punkt im aktuellen Fahreignungsregister vor. Laut der Straßenverkehrsordnung (StVO) ist das Verlassen der Autobahn im Übrigen auch nur an gekennzeichneten Autobahnausfahrten erlaubt. nom

(amv)