Fit für die Fahrt: Den Caravanurlaub rechtzeitig vorbereiten

Fit für die Fahrt : Den Caravanurlaub rechtzeitig vorbereiten

Allmählich rückt der Sommerurlaub wieder ins Augenmerk und schon zu den verschiedenen Feiertagen im Mai koppeln erfahrungsgemäß viele Wohnwagenfreunde ihre rollendes Urlaubsdomizil an ihr Auto.

„Zuvor allerdings sollte man einen ausgiebigen Technikcheck machen und auch sein Wissen um die diversen gesetzlichen Bestimmungen für die Gespannfahrt auffrischen“, rät Eberhard Lang von TÜV Süd in München.

In eigener Regie kann man diverse Prüfpunkte am Caravan selbst abarbeiten. „Ganz obenan stehen da die Reifen“, sagt Lang: „Camper-Reifen fahren sich nicht ab, sondern stehen sich kaputt.“ Pneus, die älter als sieben Jahre sind, sollten auf jeden Fall ersetzt werden. Bei einem nötigen Wechsel empfiehlt der TÜV Süd-Fachmann, Schwerlastreifen zu montieren. Sie kosten zwar etwas mehr, bieten allerdings bei einem Ernstfall (Vollbremsung, Aufschaukeln, Überlast) mehr Reserven als herkömmliche Reifen.

Nach den Pneus stehen die elektrische Ausstattung sowie die Beleuchtung des rollenden Feriendomizils auf dem Prüfprogramm. „Nicht immer ist es eine defekte Sicherung oder Birne, wenn etwas nicht ordnungsgemäß funktioniert“, schildert Lang seine Erfahrungen. Oftmals sind den Winter über Kontakte oxidiert und müssen lediglich gesäubert werden. Das gilt ebenso für die Steckdose am Auto und für den Mehrfachstecker am Wohnwagen. Tipp: vor der Saisonpause zu einem Kontaktspray greifen, um vorab solche Probleme zu minimieren.

Nach der Winterpause weist erfahrungsgemäß gerne auch die Auflaufbremse Funktionsmängel auf, weiß der TÜV Süd-Fachmann: „Deshalb den Wohnwagen ankoppeln, Bremse anziehen, Kupplung kommen lassen und auf Funktion hin überprüfen.“ Empfehlenswert ist zudem, die Schmiernippel an der Auflaufbremse etwa alle 1000 Kilometer mittels Fettpresse abzuschmieren. „Bei längeren Urlaubsfahrten ruhig auch mal bei einem Zwischenstopp nachfetten“, empfiehlt der TÜV Süd-Fachmann. Etwas Schmierung kommt zudem den Spindeln der Caravan-Stützen zu Gute. Funktionsprüfungen der diversen Installationen wie Toilette, Herd oder Kühlschrank gehören zudem zu den technischen Vorbereitungen zum Saisonstart.

Doch ebenfalls der Mensch sollte sich vorbereiten. Selbst erfahrene Gespannfahrer müssen sich nach der Winterpause wieder mit dem ungewohnten Handling der Fahrzeug-Kombination vertraut machen und ein Gefühl für die größere Breite, das veränderte Kurvenverhalten und die schlechtere Übersicht bekommen. Unverzichtbar ist eine ausgedehnte Probefahrt. „Noch besser ist es, vor Beginn der Saison ein Fahrsicherheitstraining zu absolvieren, für Neueinsteiger eigentlich sogar ein Muss“, gibt Lang zu bedenken.

Grundsätzlich gilt in Deutschland ein Tempolimit von 80 Kilometer pro Stunde (km/h) für Wohnwagengespanne, erläutert der TÜV Süd-Fachmann: „Unter bestimmten technischen Voraussetzungen jedoch kann das Tempolimit auf 100 km/h erhöht werden.“ Eine entsprechende Prüfung und Bescheinigung gibt es beispielsweise bei den TÜV Süd-Stützpunkten. Die amtliche Genehmigung für das schnellere Vorwärtsfahrt erteilt daraufhin die Straßenverkehrsbehörde. Ausgewiesen wird dies optisch durch eine Tempo-100-Plakette am Heck des Caravans.

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