München: Dachgepäckboxen richtig sichern

München: Dachgepäckboxen richtig sichern

Dachboxen bieten wertvollen Platz für das Urlaubsgepäck und erfreuen sich besonders bei Wintersportlern offensichtlicher Beliebtheit. Aber Obacht: „Schlecht befestigte Dachboxen können bei brutalen Bremsmanövern oder gar Unfällen schnell zu einem Risiko werden“, warnt Vincenzo Luca von TÜV Süd in München.

Werden die Vorschriften von Zuladung und Gesamtgewicht nicht beachtet, wird die Fahrt mit der Dachbox gefährlich. Eine Umfrage des Deutschen Instituts für Qualitätsförderung (DIQ) sowie der Hochschule Trier an Raststätten und auf Autobahnparkplätzen offenbarte, dass viele Autofahrer ihre Dachboxen oft falsch, oft zu schwer beladen. Bei 20 Prozent der Gepäckbehälter lag das Gewicht zum Teil deutlich über dem zulässigen Maximalgewicht, in Extremfällen sogar bei 100 Kilogramm. Erlaubt sind bei den meisten gängigen Boxen 50 Kilogramm. Angaben zur maximalen Beladung finden sich in der Gebrauchsanleitung sowie bei einigen Modellen auch im Inneren der Box. Besonders sicherheitsrelevant ist darüber hinaus die Ladungssicherung innerhalb des zusätzlichen Laderaums.

Zum Festspannen der Ladung gibt es Gurte, die verhindern, dass beispielsweise das Skiequipment im Fall einer abrupten Bremsung vorschnellt und die Box mit sich reißt. „Beim Befüllen der Dachbox sollte man außerdem auf die maximal zulässige Dachlast achten. Denn häufig überschreitet vor allem bei schwerer Ladung das mögliche Fassungsvolumen der Box das höchstzulässige Gewicht“, erläutert Thomas Stix, Techniker des österreichischen Autoclubs ÖAMTC. Bei vielen Autos ist schon bei 75 Kilogramm Schluss. Die kommen durch Gepäck, das Eigengewicht der Box und dem Trägersystem schnell zusammen. Angaben zur Dachlast finden sich in der Gebrauchsanleitung des Fahrzeugs. Liegt die nicht mehr vor, sollte man sich an den Hersteller wenden.

Vor dem Kauf sollte man sicherstellen, dass die gewünschte Box für das Fahrzeug geeignet ist. Auch dass eine vom Nachbarn ausgeborgte Box nicht immer die beste Lösung ist, wissen leider die Wenigsten, schildert Thomas Stix seine Beobachtungen. „Eine Dachbox besteht aus einer Box und dem Trägersystem. Die Trägersysteme sind fahrzeugspezifisch, deswegen immer erst erkundigen, welches Modell zum Auto passt“, erklärt der ÖAMTC-Techniker.

Zudem solle man sichergehen, dass das gewählte Modell den eigenen Ansprüchen hinsichtlich Handhabung und Größe entspricht. Wichtig für unterwegs: Das erhöhte Gewicht beeinflusst das Fahrverhalten des Fahrzeugs. Der Bremsweg wird länger. Der Wagen kann sich in Kurven stärker zur Seite neigen. Außerdem bieten die Dachaufbauten dem Seitenwind mehr Angriffsfläche. „Schon einige Bremsproben vor der Reise, am besten auf einem großen, leeren Parkplatz, helfen dem Fahrer, sich an den längeren Bremsweg zu gewöhnen“, empfiehlt Vincenzo Luca. Zusätzlich sollte der Fahrer den Reifendruck vor der Reise kontrollieren und auf das neue Gewicht einstellen. Gleiches gilt für die Höhe der Scheinwerfer, damit sie den Gegenverkehr nicht blenden.

Oftmals vergessen wird unterwegs, dass sich die Fahrzeughöhe verändert hat und das kann dann bei der Einfahrt in eine Garage eine böse Überraschung geben. Nicht vergessen sollte man zudem, nach Gebrauch die Dachbox alsbald wieder abzumontieren. Fahrten mit Dachbox erhöhen durch die größere Windangriffsfläche den Spritverbrauch und belasten unnötig Umwelt sowie Geldbörse.

(amv)
Mehr von Aachener Nachrichten