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München: Dachgepäckboxen richtig sichern

München : Dachgepäckboxen richtig sichern

Eine Verkehrsmeldung unterbricht das Radioprogramm und warnt vor einem Koffer und einem Fahrrad auf der Autobahn. Besonders während der traditionellen Ferienmonate mehren sich solche Warndurchsagen und beweisen damit, dass die Bundesbürger zwar gerne mit Sack und Pack verreisen, aber die Ladung, die nicht mehr ins Auto hineinpasst, allzu oft nur ungenügend sichern.

Gerissene Spanngurte und Abwürfe von Rädern oder Boxen sind häufig fatale Folgen purer Bequemlichkeit oder schlichten Unwissens. „Vielen Verkehrsteilnehmern fehlt es an der Vorstellungskraft, welchen Belastungen das Ladegut durch Fahrtwind, Brems- und Lenkmanöver ausgesetzt ist“, schildert Eberhard Lang von TÜV Süd seine Erfahrungen.

Grundsätzlich sollte man sich bei der Montage der Gepäckträger an die Gebrauchsanweisung halten und - wichtig - nach etwa 50 Kilometern Fahrt nochmals die Befestigung der Dachlast am Fahrzeug checken und gegebenenfalls nachziehen.

„Bereits beim Kauf sollte man sicherstellen, dass die gewünschte Box oder der Fahrradträger für das eigene Fahrzeug geeignet ist. Moderne Dachboxen sind nach DIN 75302 oder ISO 11154 zugelassen“, empfiehlt Lang: „Dass eine etwa vom Nachbarn ausgeborgte Box nicht immer die beste Lösung ist, wissen leider die Wenigsten. Eine Dachbox besteht aus einer Box und dem Trägersystem. Diese Befestigungselemente sind fahrzeugspezifisch, deswegen immer erst erkundigen, welches Trägersystem zum Auto passt.“

Unterwegs muss man immer einkalkulieren, dass das erhöhte Gewicht und der veränderte Schwerpunkt das Fahrverhalten des Fahrzeugs beeinflussen. „Der Bremsweg wird länger. Der Wagen kann sich in Kurven stärker zur Seite neigen. Außerdem bieten die Dachaufbauten dem Seitenwind mehr Angriffsfläche“, warnt der TÜV Süd-Fachmann und empfiehlt, „schon einige Bremsproben vor der Reise, am besten auf einem großen, leeren Parkplatz, helfen, sich an den längeren Bremsweg zu gewöhnen“.

Zusätzlich sollte der Fahrer den Reifendruck vor der Reise kontrollieren und auf das neue Gewicht tarieren. Gleiches gilt für die Höhe der Scheinwerfer, damit sie den Gegenverkehr nicht blenden. Die veränderte Fahrzeughöhe sollte stets im Gedächtnis gehalten werden.

Der Inhalt der Gepäckträger sollte mit Spanngurten gesichert werden, rät er zudem, „um zu verhindern, dass er sich bei einer Vollbremsung selbstständig macht. Ein aufgerollter Schlafsack in der Spitze beispielsweise verringert zudem das Risiko von Beschädigungen.“ Beim Befüllen der Dachbox sollte man die maximal zulässige Dachlast im Augenmerk haben. „Häufig überschreitet vor allem bei schwerer Ladung das mögliche Fassungsvolumen der Box das höchstzulässige Gewicht“, gibt der TÜV Süd-Fachmann zu bedenken.

Bei vielen Autos ist schon bei 75 Kilogramm Schluss. Die addieren sich durch Gepäck, das Eigengewicht der Box und dem Trägersystem rasch zusammen. Angaben zur Dachlast finden sich in der Gebrauchsanleitung des Fahrzeugs. Liegt die nicht mehr vor, sollte man sich an den Hersteller wenden.

Selbst wenn in der Bedienungsanleitung der Träger nicht eigens darauf hingewiesen wird, empfiehlt Lang, möglichst nicht die Autobahnrichtgeschwindigkeit von Tempo 130 zu überschreiten und fügt zwei Tipps an: „Vergessen Sie nie Ihre Ladung auf dem Dach, sonst kann das Einfahren in Garagen oder Parkhäuser ausgesprochen teuer werden, und sperren Sie alle Schlösser der Box vor dem Start ab, nicht nur, um unbeabsichtigtes Öffnen während der Fahrt zu verhindern, sondern auch, um Dieben das Handwerk zu erschweren.“

(nom)