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Skoda Karoq Ambition 2,0 TSI : Billig ist anders

Skoda Karoq Ambition 2,0 TSI : Billig ist anders

Er ist der Nachfolger des etwas kauzigen Yeti. Der reüssierte vor allem mit seinem praktischen Interieur und Raumangebot. Da kann der Karoq durchaus mithalten, dokumentiert aber mit seiner ansehnlichen, modernen Optik wie weit sich die VW-Tochter inzwischen gemausert hat.

Gepaart mit den üblichen Skoda-Nettigkeiten – so findet sich im Kofferraum eine Matte, die wahlweise einen Teppichboden oder umgedreht eine Gummioberfläche aufweist - bietet der Karoq an aktiven Sicherheitssystemen so gut wie alles, was man in dieser Klasse bekommen kann. Ein Notbremsassistent mit Kollisionswarnung samt Personenerkennung ist immer an Bord.

Der moderne 190 PS-Turbo-Benziner mit 320 Newtonmeter (Nm) maximalem Drehmoment treibt den komfortablen Allradler auf Wunsch höchst zügig nach vorne. Für die Beschleunigung aus dem Stand auf Tempo 100 nennt Skoda sieben Sekunden und beziffert die Höchstgeschwindigkeit mit 211 Kilometer pro Stunde (km/h). In der Praxis pendelt sich der Spritkonsum bei etwa 8,5 Litern ein. Kann man sich in der umfangreichen Zubehörliste bis hin zu einer 230 Volt-Steckdose ohne Zurückhaltung tummeln, schnellt der Basispreis (32.290 Euro) auf 44.605 Euro.

Den fahrdynamischen und komfortablen Charakter des Allradlers unterstützt das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebes. Bewegt man jedoch beim Anfahren den Gasfuß unsensibel, kann es schon mal ruckeln. Die Lenkung spricht gut an, informiert mit einer angenehmen Rückmeldung über den Kontakt zur Straße. Ebenso gibt die Bremse keinerlei Anlass zur Klage. Insgesamt geht es geschmeidig, fahrstabil und familiengerecht vorwärts. Wer mag, kann sich seine Fahrcharakteristik über die drei vorprogrammierten Fahr-Modi (DCC) Eco, Normal und Sport auf die eigenen Bedürfnisse konfigurieren. Auf Autobahnetappen erweist sich die Sport-Stellung als angenehm.

Das eigenständige Skoda-Design ist zwar beim Karoq zu erkennen. Die Nähe zum Mutterkonzern VW oder zum Schwesterunternehmen Seat aber auch. So kommt einem gerade im Innenraum vieles bekannt vor, was aber nicht nachteilig auffällt. Rundum bietet der Innenraum viel Platz, eine vorbildliche Kopffreiheit sowie eine kaum zu verbessernde Ergonomie. Einstiegs- und Sitzhöhe, Rundumsicht und vor allem die kinderleichte Bedienung des Karoq sind mustergültig. Sämtliche Bedienelemente scheinen am rechten Platz. Mit einer kleinen Ausnahme: Statt der umständlichen Touchscreen-Bedienung für die Lautstärke wäre ein Drehknopf besser. Das Infotainmentsystem, mit dem fast alles geht, was man mit dem Radio, Smartphone und Internet anstellen kann sowie die erstmals in einem Skoda eingebauten digitalen Instrumente runden das moderne Bild ab.

Familiengerecht ist ebenso das Kofferraumvolumen mit bis zu 521 Liter. Unter Ausnutzung des kompletten Raums hinter den Vordersitzen stehen bis zu 1630 Liter zur Verfügung. Zudem gibt es im Gepäckabteile wie im Innenraum diverse Ablagen und Befestigung getreu dem Unternehmensmotto „simply clever“ und den Hinweis, das Mobiltelefon bei Aussteigen nicht zu vergessen. Funktionalität, Ergonomie, Materialmix und -verarbeitung liegen auf einem ansehnlichen Niveau.

Skoda stand lange in dem Ruf, preiswerte Autos zu bauen, was so mancher als billig interpretierte. Das ist passe. Der Karoq ist ein preiswertes Fahrzeug, im wahrsten Sinn des Wortes, umfänglich bestückt samt aktueller Technik, viel Platz sowie guten Sitzen und Fahreigenschaften.

(amv)