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München: Biker-Bekleidung: Sicher kommt vor sexy

München : Biker-Bekleidung: Sicher kommt vor sexy

Helm, Kleidung, Stiefel, Handschuhe, die richtige Ausrüstung für den Motorradfahrer ist nicht Jacke wie Hose. Das haben wohl inzwischen die meisten Biker verinnerlicht, und so sind Fahrer in Jeans und Turnschuhen nur noch selten zu sehen.

„Neben der Materialwahl ist die Passgenauigkeit wichtig“, schildert Philipp Schreiber von TÜV Süd in München seine Erfahrungen. Lederkombis sind heute klimatechnisch fast so gut wie Textilkleidung, und die wird wiederum in Sachen Abrieb immer besser. Ebenfalls wichtig: optimale Bewegungsfreiheit und Schutz vor Witterungseinflüssen.

„Wer sich wohlfühlt, fährt sicherer“, weiß der passionierte Biker. Zunächst sollte man klären, wie und wann das Bike zum Einsatz kommt, rät der TÜV Süd-Fachmann: „Für kurze Ausfahrten ist ein Einteiler gut; er liegt eng am Körper, bietet wenig Windwiderstand und kann nicht verrutschen.“ Geht es auf längere Touren oder will man mit dem Bike zum Arbeitsplatz pendeln, sind zweiteilige Textil- oder Lederkombinationen die passende Wahl, denn sie können auch abseits des Motorrads getragen werden.

„Wichtig ist, stets gut gesehen zu werden, deshalb helle Farben wählen und auf Reflektoren achten“, legt der Fachmann Motorradfahrern ans Herz. Laminierte und verstärkte Polyester- oder Polyamidtextilien sowie Rindsleder oder Känguruhleder sind die sichersten Materialien für den Motorradtrip. Beim Leder sollte man unbedingt auf die Stärke achten. Tests haben gezeigt, dass das Material mindestens 1,2 Millimeter stark sein sollte, um genügend Abriebfeste zu bieten.

Was die Funktionalität anbelangt, haben die Entwickler von Ledermotorradbekleidung in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht. Selbst bei einem starken Regenguss ist der Biker mit dem Naturprodukt vor Nässe geschützt. Andererseits bleibt bei Sonneneinstrahlung das Leder relativ kühl. Neue, mit dem Naturmaterial direkt verbundene Klimamembranen halten den Motorradfahrer zusätzlich trocken und frisch. „Textilbekleidung ist leichter, meist bequemer und bietet zudem besseren Schutz gegen Wind und Regen“, schildert Schreiber seine Erfahrungen: „Der wohl größte Vorteil gegenüber der Lederkleidung, man kann die Textilkleidung über der normalen Kleidung tragen.“

Eine gute Alternative für Berufspendler und in punkto Klima ist die Textilbekleidung der Ledervariante immer noch ein Stück voraus. „Die Materialien sind leichter, zusätzliche Reißverschlüsse im Außenfutter bewirken, dass ausreichend Frischluft zwischen Körper und Futter für gute Lüftung sorgt“, weiß Schreiber: „Wer bei sommerlichen Temperaturen unterwegs sein will, der sollte sich für die textile Variante entscheiden. Besonders wichtig sind Protektoren für Schultern, Ellenbogen, Rücken, Hüfte und Knie. Moderne Protektoren geben Schutz bei Stürzen und bieten gleichzeitig einen hohen Tragekomfort.

Sie sind entweder direkt in die Kleidung integriert oder separat zu erhalten. Schreiber: „Eine wichtige Rolle bei der Schutzwirkung von Motorradbekleidung spielen Größe, Form und Anordnung der Protektoren.“Zudem sollten sie ein Prüfsiegel tragen: EN 1621-2 gilt für Rückenprotektoren, EN 1621-1 für alle anderen. Nach der Materialwahl kommt die Anprobe. Dabei zeigt sich, ob des Bikers neue Kleider bequem und einwandfrei sitzen, ausreichende Bewegungsfreiheit sowie Platz für die Funktionswäsche darunter bieten. Bei Lederbekleidung sollten in den Bewegungszonen textile Stretch-Einsätze für mehr Agilität und für Luftzirkulation sorgen.“ Bei den Ärmeln muss bei angewinkelten Ellenbogen der Bund bis über das Handgelenk reichen und sich einwandfrei verschließen lassen“, empfiehlt der TÜV Süd-Fachmann.

Ebenso müssen die Hosenbeine die richtige Länge haben. „Für beide Kriterien sollte man am besten die eigenen Stiefel und Handschuhe zur Anprobe mitbringen“, rät er. Textilbekleidung sollte immer einen Gürtel in der Taille haben. Er verhindert ein Flattern der Kleidung. Bei einem Thermo-Innenfutter sollte man darüber hinaus auf Verstellmöglichkeiten achten, damit Kleidung und Protektoren immer exakt und eng anliegen. Für sportliche Fahrer hält Schreiber noch eine Erfahrung parat: „Achten Sie darauf, dass sich der Halsabschluss ausreichend verstellen lässt. Bei der gebeugten Haltung auf Sportmaschinen drückt oft der Kragen und das kann einem die schönste Tour vermiesen.“

(amv)