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München: Bei einem Unfall kommt es auf jede Sekunde an

München : Bei einem Unfall kommt es auf jede Sekunde an

Nach einem Unfall mit Personenschaden kommt es oft auf jede Sekunde an. Je schneller die Rettungskräfte zum Einsatzort kommen, desto größer ist die Überlebenschance von Unfallopfern. Doch die Erfahrung zeigt: Die Anfahrt zum Unfallort wird Rettungs- und Einsatzkräften immer wieder schwer gemacht.

Offensichtlich ist vielen Autofahrern nicht bewusst, dass sie bei Stau eine Rettungsgasse für Polizei, Feuerwehr oder Notarzt bilden müssen. Eine Umfrage unter den ADAC-Mitgliedern bestätigt dieses Defizit, denn nur gut die Hälfte der Befragten kannte die genaue Regelung.

Laut Straßenverkehrsordnung (Paragraph 11, Absatz 2) muss immer eine freie Bahn für Rettungsfahrzeuge geschaffen werden, wenn der Verkehr stockt. „Schon bei einem Rückstau sollten Verkehrsteilnehmer eine Rettungsgasse bilden“, empfiehlt Josef Harrer vom Autoclub ARCD: „Wenn die Fahrzeuge bereits Stoßstange an Stoßstange stehen, ist es kaum noch möglich, rechtzeitig Platz zu machen.“

Wer dies bei stockendem Verkehr nicht tut, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss sogar mit einer Geldbuße in Höhe von 20 Euro rechnen. Zu einer strafrechtlichen Verfolgung kommt es bei schwerwiegenden Behinderungen.

Grundsätzlich gilt auf zweispurigen Straßen: Die Fahrzeuge auf der linken Spur fahren an den linken Rand, die auf der rechten Fahrbahn an die rechte Seite. In der Mitte entsteht so die freie Bahn für Rettungskräfte. Diese Regelung gilt ebenfalls innerorts auf zweispurigen Hauptverkehrsstraßen.

Auf Straßen mit mehr als zwei Spuren sollten die Verkehrsteilnehmer eine Rettungsgasse zwischen der linken und allen daneben liegenden Spuren bilden. Das heißt: Die Fahrzeuge auf der linken Spur fahren an den linken Rand, alle anderen bewegen sich so weit wie möglich nach rechts.

Es ist verboten, den Pannenstreifen als Fahrbahn zu benutzen, um etwa zur nächstgelegenen Ausfahrt zu gelangen. „Wenn ein liegengebliebenes Fahrzeug den Pannenstreifen blockiert, sollten die Verkehrsteilnehmer vor und hinter dem Hindernis eine zwei Meter große Lücke auf dem rechten Fahrstreifen lassen“, empfiehlt ARCD-Sprecher Harrer. Rettungsfahrzeuge benutzen den Standstreifen in der Regel nicht, weil dort eben auch ein Hindernis die Fahrbahn blockieren kann.

Wenn sich im Stadtverkehr an einer roten Ampel ein Stau gebildet hat und sich ein Einsatzfahrzeug von hinten nähert, müssen die Verkehrsteilnehmer sofort Platz machen. Dazu dürfen die vorderen Fahrzeuge vorsichtig über die rote Ampel in die Kreuzung einfahren, um hinten Freiraum zu schaffen. Dabei ist es unabdingbar, auf den Verkehr zu achten.

Bei einer grünen Ampel sollte man zur Seite fahren und anhalten. Kommt einem ein Einsatzfahrzeug entgegen, gilt Folgendes: Geschwindigkeit verringern, den Blinker setzen, an den rechten Rand fahren und anhalten. Wichtig ist dabei, Abstand zum Vordermann zu halten und sich nicht quer zu stellen, da sonst das Heck immer noch im Weg sein kann. Deshalb sollte man möglichst parallel zur Fahrbahn an den Rand fahren.

Im Ausland: Neben Deutschland gelten auch in der Schweiz, Slowenien und Tschechien ähnliche Regeln zur Rettungsgasse.

(amv)