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Bad Windsheim: Ballast abwerfen um Sprit zu sparen

Bad Windsheim : Ballast abwerfen um Sprit zu sparen

Ein voller Kofferraum mit überflüssigen Winter-Utensilien treibt den Spritverbrauch unnötig in die Höhe. „Immer wieder sieht man selbst Wochen nach dem Urlaub noch Autofahrer mit einer Dachbox herumfahren“, schildert Josef Harrer vom Autoclub ARCD in Bad Windsheim seine Beobachtungen: „Doch damit schnellt der Verbrauch bei Autobahngeschwindigkeit um bis zu zwei Liter nach oben.“

Deshalb sollte man Box und Grundträger möglichst frühzeitig nach dem Urlaub abmontieren. Aber nicht nur die Dachbox sorgt für vermeidbaren Mehrverbrauch. Typische Spritfresser im Winter sind Sitz-, Heckscheiben- und Frontscheibenheizung. „Gerade jetzt zum Ende der kalten Jahreszeit muss man genau überlegen, ob man diese überhaupt braucht“, regt Harrer an.

Je mehr Energie die Lichtmaschine liefern muss, desto mehr Kraftstoff braucht der Motor. Die Faustregel lautet: Pro 100 Watt Energieabgabe benötigt der Motor 0,1 Liter Sprit mehr auf 100 Kilometer. Die Heckscheibenheizung braucht etwa 600 Watt, also 0,6 Liter.

Trotzdem gilt: Freie Sicht ist wichtiger als Spritsparen. Wenn der Einsatz von Scheibenheizungen und Klimaanlage sinnvoll ist, sollte man sie nutzen.

Unabhängig vom Ende des Winters helfen ein paar weitere Tipps beim Sparen: Ein häufiger Fehler ist beispielsweise, dass der Luftdruck der Reifen viel zu selten überprüft wird, was nicht nur gefährlich, sondern zudem teuer ist. Ist er zu niedrig, vergrößert sich der Rollwiderstand und verursacht dadurch einen Mehrverbrauch. Am besten erhöht man den Luftdruck um 0,2 bar über die Empfehlung des Herstellers.

Darüber hinaus trägt eine vorausschauende und gleichmäßige Fahrweise dazu bei, dass man mit einem Tank weiter kommt. „Wer seinen Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug vergrößert, kann gleichmäßiger fahren“, erklärt Harrer.

Das vorausschauende Fahren gilt auch für das Zufahren auf eine rote Ampel, vor Kreuzungen oder Ortseinfahrten: Hier kuppelt man vorher aus und rollt darauf zu, um den Schwung zu nutzen.

Insgesamt fährt man mit dem höchstmöglichen Gang bei konstanter Geschwindigkeit besonders spritsparend - möglichst bei einer Drehzahl von etwa 2000 Umdrehungen.

Dauert ein Stopp länger als 20 Sekunden, beispielsweise an einer Ampel, einem Bahnübergang oder bei einem Stau, schaltet man den Motor aus, falls das Fahrzeug nicht über eine Start/Stopp-Automatik verfügt. Für Fahrzeuge mit Automatikgetriebe gibt Harrer ebenfalls einige Spartipps: Hier verzichtet man möglichst auf einen Kick-down, denn mit einem moderaten Gasfuß schaltet die Automatik früher hoch, sodass die Motordrehzahl und damit der Verbrauch gesenkt wird.

Nach Erreichen der Geschwindigkeit lupft man den Gasfuß, damit die Automatik in den höchstmöglichen Gang schaltet und die Drehzahl weiter abgesenkt wird.

(nom)