Auto: Sicherheit im Winter

M+S-Reifen sind Pflicht : Auto: Sicherheit im Winter

Minustemperaturen, Nachtfrost und spiegelglatte Fahrbahnen durch überfrierende Nässe sind typische Witterungsbedingungen, mit denen spätestens ab November gerechnet werden muss. Für Autofahrer sind die Wintermonate mit einigen Herausforderungen verbunden.

Die richtige Winterausstattung für das Fahrzeug

Beim Autofahren im Winter muss einiges beachtet werden, um sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer nicht zu gefährden und das Fahrziel sicher und wohlbehalten zu erreichen.

Grundsätzlich sollte bei winterlichen Wetterbedingungen mehr Zeit einplant werden. Vor allem bei Regen, Schneefall oder ungünstigen Sichtverhältnissen kann die Fahrt erheblich länger dauern. Es empfiehlt sich, bereits im Spätherbst das Fahrzeug nochmals gründlich zu überprüfen und dabei auf Bremsen, Batterie und korrekte Bereifung zu achten.

Zur Winterausstattung eines Autos gehören Winterreifen oder Allwetterreifen sowie ausreichend Frostschutzmittel in der Scheibenwaschanlage. In Deutschland gilt die sogenannte situative Winterreifenpflicht. Für die Fahrzeughalter bedeutet dies, dass bei Glatteis, Schneematsch, Schneeglätte, Eis- oder Reifglätte gemäß § 2 Absatz 3a StVO das Fahrzeug mit entsprechenden Winterreifen ausgerüstet sein muss. Die Pflicht zur Winterbereifung ist allerdings nicht auf einen bestimmten Zeitraum beschränkt, sondern hängt von Wetter und Straßenverhältnissen ab.

Autofahrer sind demnach verpflichtet, ihre Fahrzeuge mit Winter- oder Ganzjahresreifen auszurüsten. Reifen dieser Kategorie führen das M+S-Symbol an der Reifenflanke. Da es sich bei diesem Symbol nicht um eine geschützte Kennzeichnung handelt, besteht ein gewisses Risiko, dass die Kennzeichnung auch für Reifen ohne Winterqualität genutzt wird. In einigen Fällen wurde das Symbol von Herstellern außerhalb der EU auch zur Kennzeichnung von Sommerreifen verwendet. Inzwischen gilt, dass nach dem 31.12.2017 hergestellte wintertaugliche Reifen zusätzlich mit dem Alpine-Symbol, einem stilisierten Berg mit Schneeflocke, ausgestattet sein müssen.

Eine praktische Alternative zur klassischen Winterbereifung sind die Ganzjahresreifen, die rechtlich den Winterreifen gleichgestellt sind. Der Vorteil einer Ganzjahresbereifung besteht in der höheren Flexibilität. Da diese Reifen ganzjährig am Fahrzeug verbleiben, entfallen Werkstattbesuche zum Reifenwechseln sowie die damit verbundenen Kosten. Da kein Reifenwechsel stattfindet, müssen auch keine Reifen eingelagert werden.

Um die passenden Ganzjahresreifen für Kfz zu günstigen Konditionen zu finden, sollte zuvor ein Preisvergleich durchgeführt werden. Obwohl nicht jedes Ganzjahresmodell in Qualität und Leistung den jahreszeitlich gebundenen Reifen entspricht, sind viele Ganzjahresreifen eine gute Kompromisslösung.

Bei Reifentests bewiesen einige Allwetterreifen vor allem im Winter eine ausgezeichnete Performance. Die Schwächen von Ganzjahresreifen zeigen sich eher bei sommerlichen Bedingungen. Aufgrund der weicheren Gummimischung ist der Verschleiß bei Allwetterreifen etwas höher. Darüber hinaus können Fahrverhalten und Bremswerte auf trockener und nasser Fahrbahn bei sommerlichen Temperaturen etwas nachlassen. Ein Pluspunkt sind allerdings die niedrigen Anschaffungskosten, da nur ein Satz Reifen und Felgen benötigt wird.

Wer sich trotzdem für winterliche Bereifung entscheidet, sollte darauf achten, dass Winterreifen im Herbst aufgezogen werden müssen. Bei winterlichen Straßenverhältnissen darf nicht mit Sommerreifen gefahren werden, da sonst ein Bußgeld droht

Fahrstil den winterlichen Wetterbedingungen anpassen

Beim Fahren in der Dämmerung sowie bei winterlichen Wetterverhältnissen sollte die Geschwindigkeit angepasst werden. In den Niederlanden ist jetzt ein Tempolimit von 100 Km/h auf der Autobahn geplant. Obwohl die Geschwindigkeitsreduzierung primär dem Klimaschutz dient, soll das Fahrlimit auch das Unfallrisiko senken.

Da extrem winterliche Verhältnisse wie starker Schneefall häufig zu Verkehrsunfällen führen, sollte entsprechend vorsichtig gefahren werden. Die Rutschgefahr ist allerdings bei nassem schwerem Schnee höher als auf einem Untergrund, der aus festem kaltem Schnee besteht. In manchen Situationen ist Schritttempo angebracht. Bei Eisregen oder Blitzeis sollten Steigungen oder Strecken mit starkem Gefälle vermieden werden. Mit eisigen Fahrbahnen muss vor allem bei Minusgraden gerechnet werden.

Im Winter sollte das Fahrzeug vor Fahrtbeginn gründlich von Schnee und Eis befreit werden. Allerdings müssen die zugefrorenen Scheiben vollständig freigekratzt werden, damit beim Fahren freie Sicht gewährleistet ist. Damit aufwirbelnder Schnee nicht die Sicht beeinträchtigt, müssen vor der Abfahrt auch Leuchten, Motorhaube, Dach und schneefrei sein. Unabhängig von Wetter und Tageszeit muss das Autokennzeichen in jedem Fall erkennbar sein.

(vo)
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