Auto geklaut: Das müssen Eigentümer beachten

To-Do-Liste : Das müssen Eigentümer beachten, wenn ihr Auto geklaut wurde

Rund 20.000-mal pro Jahr knacken zwischen Kiel und Konstanz, Zwickau und Zweibrücken Gelegenheitsdiebe Schlösser, überlisten hochspezialisierte Profis Wegfahrsperren. Das ist für die rechtmäßigen Eigentümer der Autos nicht nur ärgerlich, es entsteht dadurch auch erheblicher finanzieller Schaden.

Dazu kommen Laufereien und Behördengänge. „Wenn man sein Fahrzeug nicht dort vorfindet, wo man dachte, es zuvor abgestellt zu haben, muss der Wagen nicht zwangsläufig gestohlen sein“, schildert Karsten Graef von TÜV Süd in München seine Erfahrungen: „Benachrichtigen Sie als erstes die Polizei. Nennen Sie das amtliche Kennzeichen des Fahrzeugs. Von der Polizei erfahren Sie dann endgültig, ob Ihr Fahrzeug nicht doch umgesetzt oder abgeschleppt wurde.“ Erst danach sollte man beginnen, eine To-Do-Liste abzuarbeiten.

Bei einem Diebstahl des Autos wird üblicherweise die Polizei nicht zum Tatort kommen, denn da gibt es nichts zu sichern. Also muss der Bestohlene für seine Anzeige das nächste Polizeirevier besuchen. Schnell handeln macht Sinn, damit die polizeiliche Fahndung anlaufen kann. Soweit vorhanden sollten die Namen und Adressen von Zeugen notiert werden. Um den Schaden von der Kaskoversicherung - denn die zahlt für den Verlust - ersetzt zu bekommen, wird das Diebstahlprotokoll der Polizei benötigt.

Mancher Autobesitzer bewahrt die Zulassungsbescheinigung Teil I (früher: Kfz-Schein) im Fahrzeug auf. In solchen Fällen ist die Rechtsprechung uneinheitlich, ob es sich um eine Fahrlässigkeit handelt, die dem Dieb das Leben erleichtert.

Neben den grundsätzlichen Fahrzeugdaten sollten für die Polizei und die Versicherung Angaben zu Kilometerstand, Ausstattung oder Anzahl der Zündschlüssel bereitgehalten werden, sonst könnte es später zu Komplikationen mit der Schadenübernahme durch die Kaskoversicherung kommen. Sinnvoll ist es zudem, den Versicherer schon direkt nach der Polizei telefonisch zu informieren.

Der nächste Weg führt zur Kfz-Zulassungsstelle. „Dort wird das Auto offiziell stillgelegt und Sie erhalten eine Abmeldebestätigung. Danach muss man allerdings bei der Versicherung vorstellig werden“, schildert Graef die nächsten Schritte: „Dort geben Sie die vorhandenen Zündschlüssel, den Kfz-Brief, das polizeiliche Diebstahlsprotokoll und die Abmeldebestätigung ab.“ Vorher sollte man die Dokumente kopieren und die Kopien gut verwahren.

Bleibt die Fahndung nach dem gestohlenen Auto erfolglos, wird das Fahrzeug üblicherweise nach Ablauf der Monatsfrist rechtlich gesehen Eigentum der Versicherung. Der Versicherungskunde bekommt den Wiederbeschaffungswert von seiner Teilkaskoversicherung erstattet. Handelt es sich um ein geleastes oder finanziertes Fahrzeug, dann müssen zudem die Bank oder das Leasingunternehmen zeitnah informiert werden.

(amv)
Mehr von Aachener Nachrichten