Auto aus dem Winterschlaf holen

Pflege : Auto aus dem Winterschlaf holen

Der Frühling bricht an, die Sonne spitzt durch die Wolken. Jeder Auto-Liebhaber mit einem eingewinterten Zweit-Wagen freut sich jetzt auf die neue Saison. Das Schätzchen aus dem Winterschlaf holen, das ist die klare Mission.

Auf was ist beim Ausmotten des Autos zu achten? Welche Punkte dürfen auf keinen Fall vergessen werden? Und welche Reparaturen und Wartungen können kostengünstig zu Hause durchgeführt werden?

Unabdingbar: Der Blick unters Auto

Besonders nach einer langen Standzeit über die Wintermonate ist ein Blick unter das Auto nicht zu vermeiden. So können Undichtigkeiten schnell festgestellt und gegebenenfalls eliminiert werden. Die wichtigsten Punkte für Öl-Leckagen sind:

  • Differential
  • Getriebe
  • Motor

Ist der Garagenboden mit frischen Ölflecken übersäht, heißt es Augen auf. Dichtungs- und Simmerringe leiden am meisten unter langen Standzeiten. Sie verformen sich durch die fehlende Rotation und die einseitige Belastung oftmals und können dadurch durchlässig werden. Bei kleinen Leckagen muss nicht direkt die Werkstatt angefahren werden. Allerdings sollte in den kommenden Wochen ein Auge darauf geworfen werden. Bei kleineren Reparaturen lohnt es sich außerdem diese selbst durchzuführen. Dafür müssen es auch nicht immer gleich komplett neue Teile sein. Oftmals gibt online gebrauchte Autoteile für kleines Geld. Mit ein bisschen Geschick und einer Anleitung gelingt der Einbau.

Füllstände kontrollieren

Nicht nur das Öl sollte überprüft werden. Alle Flüssigkeiten des Autos sollten nach einer langen Standpause auf ihre Füllstände hin untersucht werden. Das heißt:

  • Ölstand des Motors messen: Das geschieht entweder manuell mit dem klassischen Ölstab oder digital.
  • Kühlwasser überprüfen: Hier sollte darauf geachtet werden, dass nicht nur der Füllstand korrekt ist. Auch die Farbe des Kühlwassers sollte nicht gräulich oder gar schwarz verfärbt sein – das deutet im schlimmsten Fall auf eine defekte Zylinderkopfdichtung hin.
  • Bremsflüssigkeit beachten: In der Regel ist der Behälter dafür durchsichtig, daher genügt ein kurzer Blick vollkommen aus.

Je nach Modell kann ein Auto noch über unterschiedliche Hydraulikbehälter und andere Kreisläufe verfügen. Diese können zum Beispiel an der Lenkung, der Kupplung oder auch am Ladeluftkühler zu finden sein. Ebenfalls wichtig: Ein Blick in den Behälter für das Scheibenreinigungswasser. Gegebenenfalls müssen die fehlenden Mengen aufgefüllt werden.

Blick unter die Motorhaube

Marder und Mäuse finden ihren Weg selbst in die abgeschlossensten Garagen. Deshalb ist ein Blick in den Motorraum und speziell auf die Kabel und Steckverbindungen wichtig. Diese weichen Teile des Autos werden gerne an- oder sogar durchgenagt. Solche Spuren sind auch für den Laien leicht zu erkennen. Der Sicherungskasten des Autos sollte ebenfalls überprüft werden. Parallel müssen Zündverteiler und -kerzen kontrolliert werden. Sammelt sich Feuchtigkeit an diesen Stellen können Korrosionen entstehen. Die sind leicht mit einer Drahtbürste zu entfernen. Danach sind die Kontakte wieder einsatzbereit. Der Blick in den Luftfilterkasten kann ebenfalls nachträglich Ärger ersparen. Einmal ausklopfen und weiter geht es.

Beleuchtung und Zulassung prüfen

Ein kurzer Lichttest ist nach einem langen Winterschlaf unabdingbar. Am besten gelingt das zu zweit: Einer betätigt nacheinander alle Leuchten wie Blinker, Stand- und Abblendlicht und Fernlicht. Der andere überprüft von außen, ob die Glühlampen noch funktionstüchtig sind. Auch das Bremslicht und die Rückfahrleuchten sollten getestet werden. Ist eine Birne kaputt, muss die schnellstmöglich ersetzt werden. Ein Blick auf das Kennzeichen oder in die Fahrzeugpapiere verrät das Datum der letzten Hauptuntersuchung (HU) des Autos. Gerade bei Saisonkennzeichen liegt diese oftmals schon zwei Jahre zurück. Dann heißt es schnell einen Termin bei TÜV oder Dekra vereinbaren – sonst wird es nichts mit der ersten Spritztour des Jahres!

Reifen wechseln

Ab Ostern können die Sommerreifen montiert werden. Hierbei ist besonders darauf zu achten, dass die Profiltiefe noch ausreichend ist. Sind es weniger als drei Millimeter, müssen die Reifen durch neue ersetzt werden. Andernfalls kann es bei Kontrollen teuer werden. Ein Reifenwechsel kann auch zu Hause gemacht werden. Dazu wird ein Wagenheber, ein Radkreuz und ein Drehmomentschlüssel benötigt. Bei der Montage der neuen Räder muss auf die richtige Laufrichtung geachtet werden. Die ist auf den Reifen mit einem Pfeil vermerkt. Radbolzen werden über Kreuz angezogen. Wichtig für die Sicherheit: Die Bolzen sollten nach einem Reifenwechsel nach 50 bis 100 Kilometern nochmals nachgezogen werden. Danach muss noch genügend Luft in die Reifen gefüllt werden. Auch das kann einfach mit einem Kompressor oder einer Handpumpe erledigt werden.

Gründliche Reinigung

Sind alle Teile des Autos überprüft, steht noch der Frühjahrsputz an. Das ist nicht nur für die Optik wichtig. Staub und Schmutz, der sich über die Wintermonate angesammelt hat, können zu unschönen Kratzern oder dauerhaften Verfärbungen im Lack führen. Daher einmal gründlich mit dem Hochdruckreiniger reinigen. Gegebenenfalls kann mit einem speziellen Mittel poliert werden. Auch die Scheiben sollten in diesem Schritt nicht vergessen werden – innen und außen. Sonst kann die Sicht gerade bei tiefstehender Sonne erheblich beeinträchtigt werden.

(eo)