Ingolstadt: Audi Q8: Das neue Gesicht

Ingolstadt : Audi Q8: Das neue Gesicht

Mit der Nobel-Version Q8 erweitert Audi seine SUV-Palette nach oben. Das auf dem Q7 aufbauende Flaggschiff der Q-Baureihe kommt im Juli auf den Markt. Basispreis: etwa 76.000 Euro. Und auch die nächsten Modelle stehen bereits an.

Noch in diesem Jahr rollt mit dem e-tron der erste rein elektrisch angetriebene Wagen des Ingolstädter Autobauers auf die Straßen. Der e-tron Sportback folgt 2019. Vermutlich noch in diesem Jahr könnte es zudem erste Ausblicke auf zwei weitere E-Audis geben.

So ist ein Sportwagen zu erwarten, der unter einer komplett eigenständigen Karosserie mit der Technologie des Porsche Mission E ausgestattet ist. Außerdem gibt es Hinweise auf einen elektrisch angetriebenen Rennwagen.

Keine Frage, der neue Audi Q8 ist eine imposante Erscheinung. Schon die Länge von fast fünf Metern, die Breite von zwei Metern und die Höhe von 1,71 Metern sind beeindruckend. Doch es ist vor allem das Gesicht des SUV, das die Blicke auf sich zieht. Der achteckige, weit nach vorn gezogene und plastisch geformte Singleframe verläuft erheblich breiter als bei den aktuellen Modellen von Audi.

Dies, sowie die nun vertikal verlaufenden Rippen im Grill sind die Kennzeichen der zukünftigen Q-Modelle. So auch bei der zweiten Generation des Q3, der im Herbst in den Handel kommt, ebenso beim für 2019 angekündigten Q4. „Wir wollen damit den SUV-Charakter der Fahrzeuge deutlicher herausarbeiten“, begründet Chefdesigner Marc Lichte die Linienführung und fügt selbstbewusst hinzu: „Ende dieses Jahres wird Audi ein neues Gesicht haben. Dann stellt sich die Marke ganz anders dar, als bisher.“

Lichte spielte dabei natürlich auf die veränderte Optik an. Der Q8 ist für den Designer nach A8, A7 Sportback und A6 das vierte Auto, für das er komplett verantwortlich zeichnet. Beim neuen Spitzenmodell der Q-Baureihe hat Lichte umgesetzt, was er schon bei der Vorstellung des Concept-Cars im Januar 2017 auf der Detroit Motorshow versprochen hatte, nämlich „das Potenzial der Marke aus jedem Quadratzentimeter der Studie herauszuholen“.

Sportlichkeit und Prestige

Studie? „Das war im Prinzip schon das Serienauto. Lediglich ein paar Details wie die Scheinwerfer hatten wir verändert. Und die durchweg positiven Reaktionen bei der Vorstellung des Concept-Cars haben uns gezeigt, dass wir genau auf dem richtigen Weg waren“, schmunzelt Lichte. Das Design des Q8 will gleichermaßen für Sportlichkeit wie Prestige stehen. Mit den trapezförmig gezeichneten C-Säulen sowie den extrem kurzen Überhängen vorne und hinten sollen Erinnerungen geweckt werden an Audis Ur-quattro der 80er Jahre.

Mit dem hatte die Marke mit den vier Ringen einst sportlich für Furore gesorgt. „Wir haben diese Fahrzeugart nun einmal nicht erfunden. Nachdem die Wettbewerber zwei durchaus ähnliche Modelle in ihre Produktpalette aufgenommen hatten, wollten wir als dritter Anbieter einen komplett anderen Weg gehen“, erläutert Lichte. Die Design-Differenzierung ist in erster Linie am Dach zu erkennen. Der Q8 hat keine typische Coupélinie. Fast waagerecht spannt sich die Karosserie über das Passagierabteil, das mit hochwertigen Materialien (Leder), Hochglanz-Oberflächen sowie an den A8 erinnernde digitale Instrumenten samt der zwei Bildschirme erinnert.

An der C-Säule gibt es wie bei einem Schrägheck einen scharfen Knick nach unten. „Auf diese Weise schaffen wir im Fond ausreichend Kopffreiheit, damit auch groß gewachsene Personen dort bequem reisen können.“ Das Ein- und Aussteigen erleichtern großzügig geschnittene Türöffnungen. Hinter der Rückbank liegt ein Kofferraum, der 605 Liter fasst und bis auf 1755 Liter vergrößert werden kann, wenn die hinteren Lehnen vorgeklappt werden.

Zur Differenzierung wird in Zukunft zudem mehr noch als bislang die Lichtgrafik herangezogen. Beim neuen SUV wirken die zweiteiligen LED-Scheinwerfer aus der Ferne beispielsweise sehr flach, da nur ihr oberer Bereich zu erkennen ist. Er integriert unter anderem das Tagfahrlicht und das Abblendlicht. Darunter liegt abgedunkelt und nach hinten versetzt das Fernlicht. Bei den optionalen HD Matrix LED-Scheinwerfern ist es aus jeweils 24 Einzel-LEDs aufgebaut. Die Tagfahrlicht-Signatur mit digitalem Charakter wird erstmals betont dreidimensional ausgeführt.

Begrenzte Wahlmöglichkeiten

Für das Fahrerlebnis des Allradlers stehen drei Fahrwerksoptionen zur Wahl: Stahlfedern mit adaptiven Dämpfern sind Serie. Die Luftfederung gibt es gegen Aufpreis entweder in komfortabler oder sportlicher Abstimmung. Zusätzlich sorgt die ebenfalls optional angebotene Allradlenkung für verbessertes Handling. Serienmäßig werden 19 Zoll große Rädern angeboten. Keine Wahl gibt es vorerst für den Antrieb.

Der Q8 geht mit einer Motorisierung an den Start. Der drei Liter große V6 im Q8 50 TDI (286 PS/600 Newtonmetern Drehmoment) fährt mit Achtgang-Automatik, Riemenstarter-Generator und 48-Volt-Bordnetz vor. Damit sprintet der Wagen in 6,3 Sekunden auf Tempo 100 und schafft in der Spitze Tempo 232 (Werksangaben). Für das kommende Jahr kündigt Audi weitere Motoren an - einen kleineren Diesel mit 231 PS und einen 340 PS starken V6-Benziner. Wolfgang Schäffer

(amv)
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