Audi A8 50 ist Technik und Luxus pur

Fahrbericht : Audi A8 50 ist Technik und Luxus pur

Dank ihrer imposanten Größe - knapp 5,20 lang - fällt die neue Generation des Audi A8 optisch durchaus auf. Gleichwohl kommt Audis Flaggschiff eher konservativ gestylt daher.

Zumindest beim äußeren Erscheinungsbild. Innen brilliert die Luxuslimousine mit Eleganz und Noblesse sowie einem Angebot an Assistenzsystemen, das seinesgleichen sucht. Bis zu 41 Helfer unterstützen den Fahrer oder verwöhnen ihn wie die Passagiere mit vorzüglichem Komfort. Die elektronischen Helfer sind so zahlreich, dass die Bedienungsanleitung des A8 einen Umfang von mehr als 360 Seiten hat. Allerdings erscheint die Bedienung weitgehend logisch, verlangt aber angesichts der Vielzahl der Systeme für Assistenz, Komfort und Multimedia einen gewissen Lernprozess.

Ohne Frage ist der A8 ein Fahrzeug für die lange Strecke. Doch kann man ihm auch auf kurvenreichen Straßen die Zügel schießen lassen. Mit der neuen Generation hat Audi die Allradlenkung für den A8 eingeführt. Diese verhilft ihm zu beachtlicher Agilität. Der Wagen punktet mit einem hohen Fahrsicherheitsniveau, sehr guter Traktion und präzisen sowie überaus wirkungsvollen Bremsen.

Verschlissene Fahrbahndecken bügelt der Audi souverän mit Luftfederung und Adaptivdämpfern weg. Individualisten können sich ihr Setup selbst komponieren. Sehr angenehm: auf Wunsch, also per Aufpreis, entlastet der adaptive Fahrassistent den Menschen am Steuer, indem er selbsttätig die zugelassene Höchstgeschwindigkeit ermittelt, die Fahrgeschwindigkeit sowohl an diese als auch die Verkehrslage und Streckenführung anpasst sowie die Spurhaltung unterstützt.

Als Antriebsquelle dient ein Dreiliter-Sechszylinder-Diesel. Er leistet 286 PS und bietet mit einem maximalen Drehmoment von 600 Newtonmeter (Nm) praktisch in jeder Fahrsituation mehr als üppige Leistung, perfekt portioniert von der Achtgang-Automatik. Dabei nutzt der A8 sein 48-Volt-Bordnetz samt Riemenstarter-Generator und Lithium-Ionen-Batterie (10 Ah), das ihn zum sogenannten Mild-Hybrid macht. Das Abgaskapitel wird per SCR-Kat und NOx-Speicherkat mit DPF abgehakt. Gewünschter Weise beschleunigt die Luxuslimousine aus dem Stand auf Tempo 100 in knapp sechs Sekunden und dann bis 250 Kilometer pro Stunde (km/h). Realistisch sollte man Verbrauchswerte knapp über acht Liter je 100 Kilometer einkalkulieren.

Unterwegs erweist sich der A8 dank optionaler Akustikverglasung stets angenehm leise und die aufpreispflichtigen Individualkontursitze samt Massagefunktion lassen kaum Wünsche offen. Der Wagen verwöhnt seine Insassen bereits beim Einsteigen. Eine Servoschließung dafür, dass die Tür ganz sanft ins Schloss gesaugt wird. Alles an diesem Wagen strahlt einen hohen Hang zu Gediegenheit aus, zu höchster Verarbeitungsqualität und technischer Perfektion.

Beim Betätigen des Startknopfs erwachen drei Bildschirme zum Leben. Zwei pilzförmige Lautsprecher fahren links und rechts an den A-Säulen empor, und der Fahrersitz bringt sich eigenständig in Position. Technikfreaks wird der zusätzliche Touchscreen unterhalb des zentralen Bildschirms in der Mittelkonsole gefallen, über den sich Klimatisierung und Belüftung des Wagens regeln lassen. Er dient zugleich als Eingabefläche für Buchstaben und Zahlen, die man bequem mit dem Zeigefinger aufschreiben kann. Die konsequente Reduktion von Tasten und Reglern demonstriert, man ist im Digitalen Zeitalter angekommen. Praktisch gibt es nur noch den guten, alten Lautstärkeregler.

Technik und Komfort auf derzeit höchstem Niveau haben natürlich ihren Preis. Für das getestete Modell verlangt Audi mindestens 90.600 Euro und für den Testwagen sogar 132.820 Euro.

(amv)
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