Ingolstadt: Audi A6: Mehr Luxus und Leistung

Ingolstadt: Audi A6: Mehr Luxus und Leistung

Audi hat ein Problem auf hohem Niveau. Der kräftig überarbeitete Audi A6 wartet mit vielen Detailverbesserungen, mit neuen, sparsameren Motoren und neuen Getrieben auf. Zu sehen ist allerdings davon wenig.

Ein leicht abgeänderter Grill und neue Scheinwerfer an der Front der Oberklassen-Limousine sowie Feinschliff an Lufteinlässen, Stoßfängern und Seitenschwellern fallen eher Kennern auf. Auch am Heck muss man genau hinsehen. Dort machen modifizierte Heckleuchten und Endrohre den Unterschied zum Vorgänger aus. Den Innenraum kann man nun mit neuen Stoffen und Materialien bestücken. Unangetastet blieben das dynamische Fahrverhalten, die beispielhafte Verarbeitung sowie das luxuriöse Ambiente der Audi-Businessklasse. Viel Auto, wenig Verbrauch - so könnte die Überschrift auf dem Lastenheft der Limousine und des Kombi Avant geheißen haben.

Der Blick auf die Motorenpalette mit drei TFSI- und fünf TDI-Aggregaten offenbart, dass den Ingolstädter Ingenieuren Wirtschaftlichkeit gelegen war, ohne bei der Leistungsfähigkeit zu knausern. So bietet der Zweiliter-Einstiegsdiesel (39.000 Euro) jetzt 150 PS und damit 14 PS mehr als der Vorgänger. Dennoch ist der Normverbrauch nach Angabe des Ingolstädter Autobauers um 0,7 Liter auf jetzt 4,2 Liter (Avant 4,5 Liter) gesunken. Selbst die durchzugsstarke und enorm laufruhige 190-PS Version des 2,0-Liter-TDI (41.100 Euro) kommt auf diesen Wert.

Neben innermotorischen Details dürfte das auch an konsequenten Einsparungen beim Karosseriegewicht liegen. So bestehen beispielsweise bei dem Minimalverbrauch getrimmten 190-PS-TDI die Federn aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK), was etwa 4,4 Kilogramm Gewicht einspart. Insgesamt bringt der 4,93 Meter lange Wagen dank 20 Prozent Aluminium nur gut 1,5 Tonnen auf die Waage.

Eine Verbrauchsminimierung um ebenfalls um 0,7 Liter nennt Audi überdies für neuen und beeindruckend leise arbeitenden Basis-Benziner (38.400 Euro) in Kombination mit dem neuen S-Tronic-Getriebe. Schöpfte das Vorgänger-Aggregat seine Leistung noch aus zwei Litern Hubraum, sind es jetzt nur noch 1,8 Liter. Doch daraus werden nun 190 anstelle der bisherigen 180 PS generiert. Das maximale Drehmoment von 320 Newtonmetern zwischen 1400 und 4100 Umdrehungen sorgt für ein so spontanes Ansprechverhalten, dass man selbst als Diesel-favorisierender Autofahrer geneigt ist, die Fraktion zu wechseln.

In der Allrad-Fraktion stehen wie gehabt der 3.0 TFSI V6 quattro mit 333 PS (54.200 Euro) sowie die Dreiliter-Sechszylinder-Diesel (218 PS/272 PS/320 PS) ab 48.100 Euro) zur Disposition. In der zusätzlichen Competition-Version (66.900 Euro) leistet das Triebwerk 326 PS und kann per Boost kurzzeitig auf 346 PS gesteigert werden. Zudem bietet Audi den A6 als Allroad quattro auf Avant-Basis und als besonders sportlichen S6 (Vierliter-Achtzylinder mit 450 PS) an. Der überarbeitete RS6 folgt im kommenden Jahr.

Zahlreiche Assistenzsysteme, die bisher dem Flaggschiff A8 vorbehalten waren, finden sich jetzt auch im A6. Dazu gehört die so genannte „adaptive cruise control mit Stop&Go-Funktion“ (1510 Euro). Laut Audi sollen der Spurwechselwarner und der Tod-Winkelwarner nun enger als bisher zusammenarbeiten. Für mehr Komfort auf der Reise sorgen Annehmlichkeiten wie das Head-Up-Display (1380 Euro) oder die Belüftungs- und Massagefunktionen (1550 Euro) für die Vordersitze. Das Bediensystem MMI Radio, die Komfortklima-Automatik oder die elektrische Heckklappe im Avant sind serienmäßig mit an Bord.

Überarbeitet hat Audi darüber hinaus das Top-Navigationssystem (3380 Euro) mit einem elektrisch ausfahrbaren Acht-Zoll-Bildschirm. Die Karten sind gestochen scharf, online aktualisierbar und die Rechnerleistung blitzschnell. Vielfahrer werden das zu schätzen wissen.

(amv)
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