Neuvorstellung: Audi A4 ist ein Rundum-Paket

Neuvorstellung : Audi A4 ist ein Rundum-Paket

Diese Modellpflege hat es in sich. Audi hat den A4 so grundlegend überarbeitet, dass das Mittelklassemodell im Prinzip in eine neue Generation rollt.

„Der Anteil der erneuerten, beziehungsweise veränderten Teile liegt bei etwa 40 Prozent“, hebt Ulrich Widmann, Leiter Steuerung Technische Entwicklung, hervor.

Auf den ersten Blick ist das an der veränderten Gestaltung der Karosserie zu erkennen. Das Designteam hat bis auf Motorhaube, Dach und Heckklappe jedes Teil angefasst. Alles in allem wirkt der A4 so sportlich wie nie zuvor. Dafür steht zunächst einmal der breiter und flacher gewordene Singleframe-Kühlergrill, der die Front optisch zur Straße absenkt. Dazu tragen die jetzt serienmäßigen und neu gezeichneten LED-Scheinwerfer bei. Die Flanken werden dominiert von muskulös ausgeprägten Radhäusern und einer nach unten versetzten Schulterlinie. Wie schon bei anderen Audi-Modellen der jüngsten Vergangenheit wollen die Designer damit Quattro-Gene hervorheben, um eine sportliche Ausrichtung zu betonen.

Am Heck hingegen soll eine Chromleiste zwischen den LED-Rücklichtern wie beim A6 auf die Hochwertigkeit des Wagens hinweisen. Exterieur-Designer Marc Chirek zeigt sich überzeugt: „Wir haben den Abstand zur nächsthöheren Klasse deutlich verringert.“

Diesen Eindruck weckt der Innenraum allemal. Und das nicht nur aufgrund der eingesetzten Materialien. Beim Kombiinstrument bietet Audi die Wahl zwischen zwei unterschiedlichen teilanalogen Fahrerinformationssystemen oder dem volldigitalen virtual Cockpit an. Das jetzt 10,1 Zoll große Touch-Display hat seinen Platz mittig im Armaturenträger, ist zudem leicht nach oben gewandert, umso besser im Blick des Fahrers zu liegen und leichter erreichbar zu sein. Der bisherige Dreh-Drücksteller auf der Konsole des Mitteltunnels gehört der Vergangenheit an. Jetzt dient das wie ein Tablet nutzbare Display als Zentrale des neuen Bediensystems.

Eine verbesserte Sprachsteuerung versteht viele Formulierungen aus dem normalen Sprachgebrauch. Ganz neu ist das Angebot „functions on demand“. Dahinter verbirgt sich die Möglichkeit, drei Infotainmentfunktionen später nach dem Fahrzeugkauf flexibel buchen zu können. MMI plus, Digitalradio DAB+ und das Audi smartphone sind entweder für eine einmonatige Testphase, für ein Jahr oder dauerhaft zu ordern.

Vom Verkaufsstart an bietet Audi sechs unterschiedliche Turbo-Triebwerke. Auf der Benzinerseite ist das der 2.0-Liter TFSI in drei Leistungsstärken. Der vorläufige Basismotor im 35 TFSI zum Preis vom 33.600 Euro leistet 150 PS, der 40 TFSI 190 PS und der 45 TFSI 245 PS. Die drei Triebwerke sind mit einem Mild-Hybrid-System (MHEV) auf 12-Volt-Basis ausgestattet. Auf der einen Seite kann damit der Verbrauch um eine Winzigkeit gesenkt werden, Audi spricht von bis zu 0,3 Litern auf 100 Kilometer. Deutlich spürbar aber ist die Komfortsteigerung, etwa bei der die ein solches System mit sich bringt. Das gilt vor allem für die Start-Stop-Automatik. Die reagiert erheblich direkter als ohne MHEV, das Aggregat wird schneller aus dem Schlaf geweckt. In den kann es andererseits bereits geschickt werden, wenn die Tachonadel unter die Marke von 22 Kilometer pro Stunde (km/h) fällt. Lenkunterstützung und Bremskraft bleiben dabei voll erhalten.

Dieselkunden haben die Wahl zwischen dem bereits sehr antritts- und durchzugsstarken sowie laufruhigen und extrem leise arbeitenden 2,0-Liter-Motor mit 190 PS im 40 TDI oder dem noch kraftvolleren 3,0-Liter-Sechszylinder mit 231 PS im 45 TDI. Und dann ist da noch der Spitzendiesel, der in Zukunft in den S-Modellen zum Einsatz kommt. Ein 347 PS starker Dreiliter-V6-Selbstzünder mit einem elektrischen Verdichter treibt den S4 TDI an. Und das vehement. Der Verdichter, integriert in ein 48-Volt-Hauptbordnetz, stellt in niedrigen Drehzahlbereichen zusätzliche Kraft zur Verfügung. Das Turboloch aber lässt sich damit nicht wirklich ausmerzen. Es dauert schon mehr als einen Wimpernschlag, bis der Wagen aus dem Stand nach dem Druck aufs Gaspedal losprescht. Dann jedoch gibt es kein Halten mehr. Herzstück des Mild-Hybrid-Systems ist ein Riemen-Starter-Generator, der bis zu acht Kilowattstunden rekuperieren kann. Die gewonnene Energie wird in einer-Lithium-Ionen-Batterie gespeichert. Wie gehabt ist der S4 - als Limousine und Avant - mit quattro-Antrieb, einer Achtstufen-Tiptronic und einem Sportfahrwerk ausgestattet.

Das Motorenangebot wird kurz nach dem Marktstart komplettiert. Dann legt Audi zwei Zweiliter-Einstiegsdiesel nach. Der 30 TDI leistet 136 PS, der 35 TDI 163 PS. Etwas später folgt außerdem ein manuelles Sechsgang-Getriebe.

Weiter im Angebot bleibt der A4 Allroad quattro. Außer einer um 35 Millimeter vergrößerten Bodenfreiheit sind Unterfahrschutz, Radlaufblenden, größere Räder und eine breitere Spur optische Unterschiede zum Avant. Zum Marktstart im November ist das Editionsmodell „edition one“ verfügbar. Es steht für den 45 TFSI, den 40 TDI sowie den 45 TDI als Limousine und Avant zur Wahl. Das Außendesign basiert auf dem S-line Exterieur, ergänzt um markante Elemente wie das Optikpaket schwarz. Beim Innenraum kann der Kunde zwischen der Design Selection und dem S-Line-Paket wählen.

(amv)
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