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Jeep Renegade: Anders als die Anderen

Jeep Renegade : Anders als die Anderen

Mit dem Renegade tritt Jepp im boomenden Segment der Kompakt-SUVs an. Statt Boulevard-Chichi und Schmuse-Design präsentiert sich der Renegade mit robusten Formen.

Schon der Kühlergrill mit seinen sieben senkrechten Lufteinlässen, in der Jeep-Community schlicht Slots geheißen, zeugt von Charakter. Dazu die traditionell kreisrunden Scheinwerfer, streng-trapezförmige Radausschnitte, eine kastige Karosserie samt einer steil stehenden Frontscheibe, der Renegade sieht so aus, als interessiere ihn jeglicher cw-Wert nicht im Geringsten.

Offensichtlich gefällt vielen Renegade-Besitzern das typische Jeep-Design und da sie in ihrem urbanen Umfeld weder Allrad noch Geländegängigkeit brauchen, ist der Verzicht auf die klassischen Tugenden des Traditionsunternehmens für sie keine Askese. So profitieren sie nach der jüngsten Modellpflege von einem aufgefrischten Interieur mit weniger harten Kunststoffen, mehr Ablagen sowie einer geänderten Mittelkonsole. Neu an Bord sind zudem mehrere Assistenzsysteme. Der Fernlicht- und Spurhalteassistent sowie der Totwinkel-Warner machen den automobilen Alltag leichter. Allerdings, auf die Verkehrszeichenerkennung sollte man sich nicht zu sehr verlassen, manche Schilder werden nicht richtig interpretiert. Hinderlich im Strassengetümmel ist überdies der üppige Wendekreis von knapp zwölf Metern.

Völlig zeitgemäß hingegen die Ausstattung in Sachen Info- und Kommunikationssystemen mit einer neuen Generation des Uconnect-Multimediasystems. Das hat nun Apple Car Play und Android Auto integriert, kann sich also mit einem Smartphone koppeln und entsprechende Zusatzfunktionen bereitstellen. Zusätzlich beherrscht das System Sprachsteuerung und bietet eine Diktierfunktion für Kurznachrichten.

Unangetastet blieb die luftige Atmosphäre auf den vorderen Sitzen. Ebenso bietet der Fond ein ordentliches Platzangebot und für die Passagiere dort wurde ein zusätzlicher USB-Port im hinteren Bereich der mittleren Armlehne installiert. Der Kofferraum fasst zwischen 351 und knapp 1300 Liter Stauraum. Kleines Manko: die Öffnungstaste liegt unter der Heckklappe. So macht man sich schon mal die Finger schmutzig und zum Einladen muss das Gepäck weit angehoben werden, da die Ladekante 76 Zentimeter über der Fahrbahn liegt.

Besonders stolz ist Jeep auf neu entwickelte Benzinmotoren. Der 1,3 Liter-Vierzylinder im Renegade T-GDI leistet 150 PS und offeriert mit 270 Newtonmeter Drehmoment (Nm) muntere Fahrleistungen, passend portioniert von einem Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe. Bei voller Leistungsabfrage fallen jedoch leicht verschlafenen Gangwechselzeiten auf. Jeep weist eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 200 Kilometer pro Stunde (km/h) aus und für den Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 etwas über neun Sekunden (Werksangaben). Insgesamt geht der Turbomotor angenehm vibrationsarm und leise zu Werke. Der Bordcomputer zeigt je 100 Kilometer einen Durchschnittsverbrauch von 7,5 Liter.

Das Fahrwerk des Fronttriebler, mit für Jeep typischen längeren Federwegen, bevorzugt eine gemütliche Fahrweise. Erweist sich die Fahrweise dem Fahrbahnzustand als unangemessen, greift schnell und nachhaltig die Elektronik ein. Die um die Mittellage schwergängige und insgesamt etwas indifferente Lenkung könnte ein wenig mehr Feinschliff vertragen.

Dass sich der Renegade mit dem Fiat 500X Technik und Montagebänder teilt, sieht und merkt man ihm nicht an. Konzipiert „für den Lifestyle in der Stadt“ (O-Ton Jeep) präsentiert er sich im üppigen Umfeld der City-Crossover als eine wohltuende Ausnahmeerscheinung, die Jeep in der Variante „Limited“ mit 28.200 Euro vergütet wissen will.

(amv)