Hückelhoven: Quantensprung auch in Sachen „Kosten”

Hückelhoven: Quantensprung auch in Sachen „Kosten”

Ulrich Venedey sieht dem 2. November gelassen entgegen: „Wir haben dann alle Voraussetzungen, die wir brauchen”, sagt der Leiter des Hückelhovener Stadtbüros. Er macht freilich einen Atemzug weiter eine kleine Einschränkung.

„Auf alle Fragen, die möglicherweise gestellt werden, können wir uns allerdings gar nicht vorbereiten.” Und es wird, davon geht Venedey jedenfalls aus, eine Menge Unklarheiten geben. Schließlich geht es um nichts mehr und nichts weniger als die Frage: Was können andere über mich erfahren, ohne dass ich etwas davon weiß? Ab 1. November werden die neuen Personalausweise (nPA) ausgestellt.

Der wird, wie seit Jahren schon die Reisepässe, als elektronischer Ausweis ausgestellt. Und er passt bequem in jeden Geldbeutel, denn er wird in Scheckkartengröße produziert. „Neu an dem Ausweis ist auch die Chipkarte, die darin eingearbeitet ist”, sagt Venedey. In diesem Chip sind die persönlichen Daten und das biometrische Bild des Ausweisinhabers gespeichert. „Wer will, kann auch seine Fingerabdrücke hinterlegen”, sagt Venedey. „Aber das ist freiwillig.” So könne man den Ausweis, argumentiert das Bundesministerium des Innern in einem Schreiben zur Einführung des nPA, „vor Identitätsdiebstahl noch besser sichern”.

Das eigentlich Neue am neuen Personalausweis ist ein Funkchip, eine Art Minicomputer in der Karte, auf dem Daten elektronisch gespeichert werden. Zugriff auf diese über System von elektronischen Schlüsseln und Schlössern gut abgesicherte Daten haben nur Berechtigte wie das Stadtbüro oder die Polizei. Die kann über das elektronisch abgespeicherte Passfoto beispielsweise prüfen, ob die auf dem Ausweis abgebildete Person rechtmäßige Eigentümerin des Dokumentes ist. Oder eben nicht ganz jemand anderes.

Was Ulrich Venedey einige Sorgenfalten auf die Stirn treibt, ist die PIN-Nummer. „Das ist eine sechsstellige Zahl, die dem Antragsteller direkt von der Bundesdruckerei in einem Brief zugestellt wird”, sagt Venedey. Diese Zahl muss der Ausweisinhaber zehn Jahre lang entweder im Kopf behalten, was bekanntlich schwierig ist, oder an einem sicheren Ort verwahren. „Ich hoffe, dass das reibungslos läuft”, sagt Venedey.

Mit dieser sechsstelligen Zahl in dem nPA kann der Eigentümer, wenn er will, Sachen machen, die mit dem alten Ausweis nicht möglich waren: Im Internet einkaufen, um ein konkertes Beispiel zu nennen.

„Der Personalausweis ist sicher”

Und wie sieht es mit der Sicherheit des nPA aus? Können sich nicht gewiefte Computerfreaks Zugang zu den im Chip gespeicherten Daten verschaffen? „Der Personalausweis ist sicher. Das jedenfalls versichert uns das Bundesministerium des Innern im Newsletter ,Neuer Personalausweis´ Nr. 9 vom 5. Oktober noch einmal ausdrücklich”, sagt Venedey. Darin heißt es unter anderem: „Es gab weder erfolgreiche Angriffe auf den Personalausweis, noch auf die damit in Zusammenhang entwickelten Komponenten.”

Was jedenfalls hundertprozentig sicher ist: Der nPA bringt für Ulrich Venedey und seine Mitarbeiter im Stadtbüro eine Menge Aufklärungsarbeit mit sich. „Wir haben eine Informationspflicht”, sagt Venedey. „Wir werden die Antragsteller vor allem über die neuen elektronischen Funktionen, also die so genannte e-ID Funktion, aufklären müssen.” Unter anderem darüber, wie das mit der „qualifizierten elektronischen Signatur” - so nennt man „Unterschrift” im IT-Jargon - funktioniert. Die ist für das rechtsverbindliche Unterzeichnen elektronischer Dokumente und E-Mails vorgesehen - wenn man den Personalausweis für solche Dinge nutzen will. Muss man nicht, kann man aber. Allerdings ist diese Signatur kostenpflichtig.

Apropos Kosten: Der nPA macht nicht nur einen Quantensprung in Sachen elektronischer Speichermöglichkeiten, auch in Sachen Kosten explodiert er förmlich: „Bisher hat die Ausstellung des Ausweises acht Euro gekostet”, weiß Ulrich Venedey. Der nPA kostet: Achtundzwanzig Euro achtzig (28,80 Euro)!

„EDV-mäßig”, sagt Ulrich Venedey, „haben wir im Augenblick noch nix”. Er sieht das freilich ganz gelassen und ist sicher, dass am 2. November (der 1. November ist in Nordrhein-Westfalen ein Feiertag) alles rund läuft. Das für die Ausstellung der nPA notwendige Update jedenfalls soll in Hückelhoven schon am Wochenende über die Bühne gehen. Die Generalprobe sozusagen.