Aachen: Promis, Palaver und Ritter zum Anfassen

Aachen : Promis, Palaver und Ritter zum Anfassen

Was war denn das an des Narrenherrschers Mütze? Ein waschechter Gamsbart, sonst eher auf den grünen Filzhüten kerniger Urbayern zu finden, thronte neben den stolzen Federn auf Michels I. Haupt.

„Meine Trophäe aus dem Bayern-Spiel”, rief der gut gelaunte Prinz dem Publikum auf dem Öcher Markt zu, „die nehme ich bis zum Ende der Session nicht mehr ab!”

Alemannia kommt einfach an in diesen Tagen, genau wie Michel I., der den Auftakt zur Marktsitzung von AKV und Aachener Zeitung vor der Ordensverleihung machte.

Überhaupt blieb das sportliche Highlight dieser Woche beim Aufgalopp zu seinem karnevalistischen Pendant in aller Munde.

„Promis, Prosit und Palaver”, so hieß die von AZ und „100,5, das Hitradio” präsentierte Open-Air-Sitzung, und da fiel der Name Alemannia natürlich automatisch, hatte doch der Verein, über den man so schön palavern kann, die Promis aus Bayern sensationell aus dem Pokal geworfen.

Darüber hatte sich auch Dirk von Pezold gefreut, der nun ganz entspannt als Lennet Kann die Bühne erklomm. Nervöse letzte Stunden vor der Fernsehsitzung gibt es für den AKV-Ehrenpräsidenten nicht mehr, stattdessen freute er sich darauf, die Verleihung „endlich einmal aus der Saalperspektive zu erleben”.

Während der „Lennet” die Öcher zum Schunkeln brachte, begann der Aufmarsch der Ordensritter. Thomas Borer-Fielding mit seiner Frau Shawne, Heide Simonis, Guido Westerwelle, Constantin Freiherr von Heereman und Wendelin Wiedeking wurden von den Moderatoren, AZ-Redakteur Manfred Kutsch und AKV-Elferrat Wolfram Graf-Rudolf, der Reihe nach begrüßt.

Einer jedoch tanzte aus der Reihe. Henning Scherf machte sich einfach aus dem Staub, lief kreuz und quer durch die dichten Reihen auf dem Markt. Schüttelte Hände hier, verteilte Küsschen dort und wagte sogar ein Tänzchen auf dem glatten Kopfsteinpflaster. Ein Ordensritter zum Anfassen eben.

Erst als seine Anwesenheit im Kreise der Vorgänger unentbehrlich wurde, schwang er seine 2,04 Meter Körperlänge locker über das Absperrgitter vor der Bühne und erklomm diese mit einem breiten Grinsen.

Zur guten Laune auf dem Markt trugen auch die Original Vichtbachtaler und die Schülerband „Rur-Rock” bei. Das Gemeinschaftsprojekt der Hauptschule Oberbruch und der Rurtalschule für geistig Behinderte wärmte die Herzen der Aachener mit sanften Balladen und rockigen Rhythmen.

Die vielen Promis jedoch waren nicht nur zum Feiern auf den Markt gekommen. „Afrikas kleine Helden”, die Unicef-Aktion der Aachener Zeitung, stand ebenso im Mittelpunkt wie die Vorfreude auf Karneval.

Manfred Kutsch erzählte von Kindern aus Ruanda, Angola und dem Kongo, die trotz aller Armut, trotz schrecklicher Erlebnisse aus Hungersnot und Bürgerkrieg die Hoffnung nicht verloren hätten.

Um dieser Hoffnung weiter Nahrung zu geben, übergab Henning Scherf einen nagelneuen Mercedes SL Roadster an Unicef-Botschafter Ralf Bauer.

Der Erlös aus dem Verkauf des sportlichen Flitzers kommt in vollem Umfang „Afrikas kleinen Helden” zugute, ebenso wie der Erlös aus dem Printenpunsch, den die Ordensritter im Anschluss an ihren Auftritt verkauften, und all die Münzen und Scheine, die Prinz Michel I. und sein Hofstaat auf dem Marktplatz sammelten.

Der extra aus Berlin angereiste Bauer versprach den spendablen Öchern: „Das Geld kommt an!”

Unsere Foto-Galerien von der AKV-Festsitzung 2004